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Homöopathie bei Verletzungen

 

Homöopathie bei Verletzungen

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Macholdt



Anmeldedatum: 12.08.2006
Beiträge: 45
Wohnort: Freiburg i. Br.; Tel. 0761-383 88 17

BeitragVerfasst am: 12.11.2006, 18:44    Titel: Homöopathie bei Verletzungen

Teil 1

von Karin Macholdt; Ärztin, Homöopathie; Bertoldstr. 31, 79098 Freiburg i. Br.

Dieses Referat erhebt mit Sicherheit nicht den Anspruch auf auch nur annähernde Vollständigkeit! Es handelt sich nur um eine Auswahl einiger wichtiger Arzneien bei den angegebenen Indikationen.

Und dieses Referat soll auch nicht zur Selbstmedikation verleiten. Homöopathische Arzneien sind sehr wirksam und tragen damit auch das Potenzial unerwünschter Wirkungen in sich! Gerade die Potenzen ab C oder D 30 (und auch die tieferen Potenzen, sofern man sich nicht mit der Dosierung auskennt), und insbesondere auch die Therapie der schwerwiegenderen Erkrankungen gehören unbedingt in die Hand eines/-r ausgebildeten und erfahrenen Therapeuten bzw. Therapeutin!
Auch ersetzen diese Arzneien selbstverständlich nicht eine ggf. notwendige chirurgische oder sonstige schulmedizinische Therapie!



I) Prellungen, Quetschungen, stumpfe Traumata

1) Arnika montana: dies ist die bekannteste der Verletzungsarzneien. Durch die Blutungsneigung kommt es oft zu Blutergüssen. Der Schmerzcharakter ist u.a. „wie zerschlagen“; „wie wund“; „lähmig“. Verschlimmerung der Beschwerden z.B. durch: Berührung und Anstrengung; Verbesserung der Beschwerden z.B. durch Liegen.
Die äußerliche Anwendung sollte unterbleiben (Allergisierungstendenz).

2) Bellis perennis: vor allem bei Verletzungen der tiefer liegenden Gewebe (beispielsweise der Bauch- und Beckenorgane) und der drüsigen Organe (z.B. weibliche Brust). Schmerzcharakter: u.a. wie wund und zerschlagen; z.T. sehr starke Schmerzen. Bewährte Arznei bei „Knutschflecken“. Verschlimmerung der Beschwerden z.B. durch Kälte oder Berührung; Verbesserung der Beschwerden z.B. durch fortgesetzte Bewegung.

3) Symphytum: v.a. wenn durch die Prellung die Knochen(-haut) betroffen ist. Differentialdiagnostisch kommt hierbei auch z.B. Ruta infrage.

4) Sulfuricum acidum: alte, nicht heilende Quetschungen oder Narben. Schmerzcharakter: u.a. drückend. Verschlimmerung der Beschwerden: u.a. durch frische Luft oder Kälte (oder auch durch zu viel Hitze).

5) Calendula: bei Verletzungen mehr im muskulären Bereich, z.B. bei Muskelfaserriss, Muskelzerrungen und -prellungen, v.a. im Rahmen von Sportverletzungen.


´Sonderform´ von Prellung: „Blaues Auge“ (z.B. durch Scheeball; Tennisball; etc.):

Hier kommen in Frage: meistens Symphytum (starke Schmerzen des Augapfels),
aber auch Ledum (z.B. bei Besserung der Beschwerden durch kalte Anwendungen) oder Staphysagria. Ebenfalls kommen in Frage: Arnika, Ruta, Sulfuricum acidum (Blutung im Auge) oder Conium.


I a) Gehirnerschütterung:

1) Arnika montana: z.B. bei Schwindel nach Kopfverletzungen. Vorsicht: Arnika kann auch Blutungen auslösen!

2) Hypericum perforatum: z.B. bei großer Schmerzhaftigkeit; bei Krämpfen seit einer
(Kopf-)verletzung.

3) Cicuta: ebenfalls z.B. bei Krämpfen oder Schwindel seit einer (Kopf-)verletzung.

4) Helleborus: z.B. bei Verlangsamung; Stumpfheit;...

5) Hyoscyamus

6) Natrium sulfuricum: beispielsweise bei „Verwirrung nach Kopfverletzung“; Verschlimmerung der Beschwerden u.a. durch Feuchtigkeit oder am späten Abend; Besserung der Beschwerden u.a. durch Lagewechsel.

7) Sulfuricum acidum: u.a. kalte Haut und Körper in kaltem Schweiß gebadet

8) Belladonna


I b) Prellung, Erschütterung oder Schleudertrauma der Wirbelsäule:

Die wichtigste Arznei ist hier Hypericum, v.a. dann, wenn es sich um eine Prellung des Steißbeins handelt.
Aber auch Arnika (z.B. bei ausgeprägten Blutergüssen), Nitricum acidum, Kalium carbonicum und andere kommen in Frage.


II) Verrenkungen, Verstauchungen, Zerrungen

1) Rhus toxicodendron: z.B. bei Beschwerden durch Verrenkung, Verstauchung, Überanstrengung, Verheben, Nässe. Der Schmerzcharakter ist u.a. reißend, schießend, stechend, wie wund und zerschlagen; Steifheitsgefühl. Verschlimmerung der Symptome u.a. durch Nässe, Kälte, Luft, Zugluft, Ruhe, beginnende Bewegung; Besserung der Beschwerden u.a. durch fortgesetzte Bewegung, Hitze, Reiben. Die Arznei hat eine besonders starke Wirkung auf Bindegewebe, Bänder, Gelenke und Sehnen.

2) Arnika montana: z.B. bei ausgeprägten Blutergüssen; bei Schmerzen wie zerschlagen; Besserung der Beschwerden u.a. durch Ruhe; Verschlimmerung der Beschwerden u.a. durch Berührung.

3) Bryonia alba: z.B. bei stechenden Schmerzen. Verschlimmerung der Beschwerden u.a. durch jede auch nur geringste Bewegung, also z.B. auch durch Tiefatmen, Husten, Aufrichten, Bücken,..., durch Hitze und durch körperliche Anstrengung; Besserung der Beschwerden u.a. durch Druck auf die betoffene Stelle, durch Ruhe oder durch kühle Luft. Diese Arznei hat einen besonderen Bezug zu den serösen Häuten und zu Muskelschmerzen. Der Schmerzcharakter ist u.a. stechend, berstend oder „wie eine Schwere, die auf eine wunde Stelle drückt“. Im geistigen Bereich: gereizt, will nach Hause, spricht von geschäftlichen Dingen, will allein gelassen werden, Verzweiflung an der Genesung.

4) Ruta: dies ist die Hauptarznei bei Quetschungen, Prellungen und Verletzungen der Knochen(-haut), der Knorpel, der (Beuge-)Sehnen und der Gelenke (v.a. der Hände und Füße). Der Schmerzcharakter ist u.a. wie wund, wie geprellt oder zerschlagen; Schwereempfindungen, lähmungsartige Steifigkeit, nagend-brennende Schmerzen; mit Ruhelosigkeit verbundene Schmerzen. Bildung von Knötchen an der Knochenhaut, an Sehnen oder um die Gelenke, v.a. nach Verletzungen. Verschlimmerung der Beschwerden u.a. durch Überanstrengung, Kälte, Nässe, Liegen, Sitzen; Verbesserung der Beschwerden u.a. durch Liegen auf dem Rücken, Wärme, Bewegung. Bei Beschwerden durch Überanstrengung, v.a. auch der Hände / Handgelenke. Sehr wichtige Arznei bei Sehnenscheidenerguss oder Tennisellenbogen; auch bei Verstauchung des Fußgelenks, v.a. wenn es bei Bewegung des Gelenks darin knackt.

5) Ledum palustre: z.B. bei Fußverstauchung mit blutunterlaufener Schwellung, lokalem Kältegefühl; trotzdem Besserung der Beschwerden u.a. durch Kälte; Verschlechterung der Beschwerden u.a. durch Wärme.

6) Strontium carbonicum: z.B. bei chronischen oder alten Verstauchungen; das betroffene Gelenk bleibt schwach und verrenkt sich leicht. Verschlimmerung der Beschwerden u.a. durch Kälte, Gehen oder abends; Besserung der Beschwerden u.a. durch Hitze oder Licht.

7) Natrium carbonicum: z.B. Verstauchung oder Verrenkung durch den geringsten Anlass; auch alte Verstauchungen.

8) Anacardium: sehr wichtige Arznei bei Sehnenverletzungen.

9) Magnesium phosphoricum: z.B. bei Überanstrengung in Form von Schreibmaschine schreiben, bei Geigern oder Pianisten. Krampfartige neuralgische blitzartige, schießende Schmerzen; Zuckungen. Verschlimmerung der Beschwerden u.a. durch Kälte; Besserung der Beschwerden u.a. durch Wärme.

II a) Hernie („Bruch“) durch Überheben oder Überanstrengung: u.a. Nux-vomica, Sulfuricum acidum, Cocculus, Sulfur.

II b) Kopfschmerzen durch schwer Heben: u.a. Rhus-tox., Calcium-carbonicum, etc.


So weit für heute.

Nächstes Mal folgt: Knochenbrüche, Wunden und vieles mehr...


Literatur: S. Hahnemann (Reine Arzneimittellehre; Chronische Krankheiten; Gesammelte kleine Schriften); C. Hering (homöopathischer Hausarzt); G.H.G. Jahr (Therapeutischer Leitfaden); C.M. Boger (Synoptic key); G. v. Keller/J. Künzli (Kents Repertorium); S.R. Phatak (homöopathische Arzneimittellehre); W. Boericke (Handbuch der homöopathischen Materia Medica); H. Barthel / W. Klunker (Synthetisches Repertorium); S. Lilienthal (Homeopathic Therapeutics); U. Friedrich (Homöopathische Hilfe); S. Reis (Homöopathische Behandlung von Verletzungen); K.-H. Gebhardt (Herausgeber) (Stauffers homöopathisches Taschenbuch); M. Stübler (homöopathische Arzneien........); G. Köhler (Lehrbuch der Homöopathie, Band II); W. Gawlik (275 bewährte Indikationen aus der homöopathischen Praxis); G. Lang (Die homöopathische Alltagsarztpraxis am Beispiel ausgewählter Indikationen); H.C. Allen (Leitsymptome wichtiger Arzneimittel der homöopathischen Materia Medica).
_________________
Karin Macholdt; Ärztin, Homöopathie; Freiburg i. Br., Tel. 0761-383 88 17
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