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Homöopathie bei inaktiver chronischer Gastritis

 

Homöopathie bei inaktiver chronischer Gastritis

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luny



Anmeldedatum: 12.09.2008
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 12.09.2008, 14:08    Titel: Homöopathie bei inaktiver chronischer Gastritis

Hallo!
Da ich immer wieder unter Magenproblemen leide (starke Übelkeit, in der Regel aber ohne Erbrechen, Magenschmerzen, Blähungen, häufiges Aufstoßen), wurde bei mir Mitte August wieder eine Magenspiegelung durchgeführt, bei der wie schon 2006 diagnostiziert wurde, dass ich eine leichte chronische Typ-C-Gastritis, sowie eine geringe chronische ex-HP-assoziierte Gastritis habe. Beide waren aber inaktiv.


Nun wollte ich zur Unterstützung meines Magens ein homöopathisches Mittel einnehmen, in der Hoffnung, dass die Probleme dann seltener Auftreten. Von meiner Ärztin war mir Gastricumeel empfohlen worden, was sich nach dem BPZ und den Inhaltsstoffen zwar genau richtig angehört hat, da die Tabletten aber zu 100% aus Laktose bestehen und ich an Laktoseintoleranz leide, kann ich diese nicht nehmen. Als Alternative nehme ich nun seit 6 Tagen Veratrum-Homaccord-Tropfen, seit 4 Tagen haben sich die Beschwerden etwas verschlimmert.
Im Internet steht zur sog. Erstverschlimeres so ziemlich alles von "sie sollte nur wenige Stunden dauern" bis hin zu "sie kann sich auch 1-2 Wochen hinziehen" und von "Präparat absetzen" bis hin zu "weiternehmen".


Können Sie mir sagen, ob ich Veratrum-Homaccord erst einmal weiternehmen sollte? Ab wann sollte ich wieder eine Verbesserung verspüren?


Gibt es ein Alternativ-Medikament? Vielleicht sogar eins, das ähnliche Inhaltsstoffe wie Gastricumeel enthält (Argentum nitricium, Acidum arsenicosum, Pulsatilla pratensis, Strychnos nux vomica, Carbo vegetabilis und Stibium sulfuratum)? Diese tauchen nämlich im Zusammenhang mit Gastritis im Internet immer wieder auf und eine Kombination scheint mir (wie oben angedeutet) ganz sinnvoll zu sein.


Vielen Dank im Voraus für Ihre Hilfe.
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Fr. Laurence Gromier-Heim



Anmeldedatum: 31.01.2007
Beiträge: 674
Wohnort: Tel.: 06222/64978

BeitragVerfasst am: 13.09.2008, 13:37    Titel:

Liebe Luny!
Die Mittel die Sie beschreiben sind Komplexmittel, dass heißt mehrere homöopathische Mittel zusammen gemischt. Wenn aus diese Mittel eine Verschlimmerung auftritt sollte nach 2-3 Tage die vorüber sein. Wenn nicht dann absetzen.

Bei einer Gastritis, wie Sie es schildern hat die Homöopathie gut wirksame Mittel, die Einzel genommen besser wirken als zusammengewürfelt.
Um herauszufinden welche für Sie in Frage käme habe ich eine Liste (s. unten) angefertigt. Je nach Symptome können Sie ein Mittel herauswählen. Sollte es Ihnen zu schwer fallen, dann dürfen Sie mich gerne mailen. Natürlich ist die Liste begrenzt, sollte es dennoch nicht wirken, dann sollten Sie zur Konstitutionstherapie übergehen.
Es handelt sich nur um eine Auswahl einiger wichtiger Arzneien bei der angegebenen Indikation.
Hinweis:
Diese Liste soll nicht zur Selbstmedikation verleiten. Homöopathische Arzneien sind sehr wirksam und tragen damit auch das Potenzial unerwünschter Wirkungen in sich! Insbesondere auch die Therapie der schwerwiegenderen Erkrankungen gehören unbedingt in die Hand eines ausgebildeten und erfahrenen Therapeuten bzw. Therapeutin! Auch ersetzen diese Arzneien selbstverständlich nicht eine ggf. notwendige chirurgische oder sonstige schulmedizinische Therapie!

Gastritis (Magenschleimhautentzündung)
Mittel alphabetisch angeordnet:
Gabe: • C5 oder C12 3x/Tag 2-3-Globulis oder als Ampullen D4 oder D6 oder D8 (siehe Hinweis bei den Mitteln) der Inhalt einer Ampulle in 150ml Wasser mischen (Mit einem Plastiklöffel umrühren) und davon über den Tag verteilt in kleinen Schlucken trinken. Bitte die Mittel nicht mischen, da sie sich gegenseitig antidotieren können!!

Antimonium crudum (Amp. D8)
Gastritis nach Völlerei, weiß belegte Zunge wie anqestrichen. Aufstoßen von Flüssigkeit mit dem Geschmack des Gegessenen. Übelkeit und Erbrechen, das nicht erleichtert, sondern noch elender macht. Fühlt sich nach dem Essen schlimmer. Magenbeschwerden nach Wein, sauren Früchten, Essig und Zwiebeln, jedoch Verlangen nach Saurem. Mundwinkelrhagaden, pappiger Mundgeschmack.

Argentum nitricum (Amp. D4)
Gastritis mit Magenschmerzen drückend und brennend, nach allen Seiten ausstrahlend. Bauch stark aufgetrieben, mit Abgang von vielen Blähungen. Heftiges Verlangen nach Zucker oder Süßigkeiten, die nicht bekommen. Lautes, knalliges Aufstoßen.
Verschlimmerung durch: nach dem Essen., durch Süßigkeiten, Kalttrinken.
Besserung durch: durch Essen, Warmtrinken, äußeren Druck.
Arsenicum album (Amp. D4)
Mund trocken mit heftigem Durst, trinkt viel, aber nur wenig auf einmal. Landkartenzunge. Wundheit und Brennen der Schleimhäute. Schmerzen brennend in Magen und Bauch. Angstvolle Übelkeit beim Anblick oder Riechen von Speisen.
Verschlimmerung durch: geringste Zufuhr von Speisen und Getränken, vor allem kalt. Besserung durch: Wärme.

Bryonia (Amp. D6)
Der Magen fühlt sich an, als ob ihm Gewalt angetan worden wäre. Magendrücken wie ein Stein Kein Durst, Essen fällt schwer, später wenn die schmerzen nachlassen kommt Durst, Verstopfung, mit trockenen Stühlen, kann aber abwechselnd mit Durchfall sein,.
Verschlimmerung durch Bewegung, nach dem Essen Verbesserung durch Ruhe.

Chamomilla (Amp. D4)
Sehr bewährt hat es sich bei Erkrankungen des Magen-Darmtrakts. Diarrhöen, Magenkrämpfen, Colonspasmen mit Verstopfung, Blähungen, Hyperazidität, Enteritis und Gastritis.
Verschlimmerung abends, nachts, durch Ärger. Verbesserung durch Wärme.

Ignatia (Amp. D4)

Gefühl einer Kugel im Hals (oft vom Magen aufsteigend). Zusammenschnü¬rungsgefühl des Halses. Gefühl von Leere im Magen, krampfhaftes Gähnen, sogar beim Essen. Schluckauf. Patient beißt sich beim Reden leicht auf die Zunge oder Innenseiten der Wangen. Unverträglichkeit von Tabakrauch und Kaffee. Übelkeit und Erbrechen.
Verschlimmerung durch: leichte Speisen, Flüssigkeiten, Süßigkeiten, Tabak, Kaffee. Besserung durch: feste Speisen.

Kalium bichromicum (Amp. D4)
Chron. Dyspepsie, Magenneuralgie, vor allem bei Alkoholikern und Bier¬trinkern. Entzündliche Reizung der Magenschleimhaut. Neigung zur Geschwürsbildung. Appetitlosigkeit und Durst. Nach dem Essen Völle und Druck im Magen. Danach brennende Schmerzen, strahlen zum Rücken aus. Häufige Übelkeit, zähes, fadenziehendes, sehr saures Erbrechen. Zunge gelblich belegt, Zahnabdrücke. Gefühl eines Haares im Rachen oder auf der Zunge.
Verschlimmerung durch: Kälte, Fleisch, Bier. Besserung durch: nach Essen von Brot, Wärme, frische Luft.

Magnesium phosphoricum (Amp.D8)
Heftige Krämpfe und Koliken mit Luftaufstoßen. Verschlimmerung durch zu lange Ruhe, muss immer wieder herumlaufen.Verbesserung durch Wärme und Gegendruck.

Kreosotum (Amp. D6)
Chronische Entzündung der Magen¬schleimhaut mit Geschwürsneigung. Brennender Spätschmerz. Neigung zum Erbrechen von Speisen oder wässriger Flüssigkeit, sehr sauer und brennend. Sodbrennen. Übler Mundgeruch. Stinkender, brennender Durchfall.
Verschlimmerung durch: Essen oder Trinken von Kaltem, 1 - 4 Std. nach dem Essen. Besserung durch: warme Speisen oder Getränke.

Magnesium carbonicum (Amp.D8)
Hyperazide und anazide Gastritis. Sod¬brennen und saures Aufstoßen. Magenkrampf. Saures Erbrechen. Kolikartige Leibschmerzen mit durchfälligem Stuhl. Appetitlosigkeit und Übelkeit morgens. Kann vor 9 oder 10 Uhr nichts essen. Verlangen nach Saurem, Pikantem, trockenem Brot. Abneigung gegen Fleisch.
Verschlimmerung durch: morgens, Fleisch, Milch, abends, nach dem Essen.

Mandragora e radice (Amp. D4)
Hepatogene (hängt mit der Leber zusammen) Gastritis. Krampfartige Schmerzen. Hohlheits- und Schwächegefühl im Magen. Aufstoßen. Magen sehr empfindlich gegen Druck und Bewegung. Jeder Schritt ruft stechenden Schmerz hervor. Hunger auf pikante Speisen, Fleisch, Käse, Süßigkeiten. Abneigung und Unverträglichkeit von Alkohol. Widerwille gegen Fett, Geruch von Gebratenem.
Verschlimmerung durch: fette Speisen, Reizmittel. Besserung durch: Essen, Aufstoßen, Rückwärtsbeugen.
Nux vomica (Amp. D6)
Magenstörungen infolge Missbrauchs von Kaffee, alkoholischen Getränken, Völlerei, Arzneimittelabusus, geschäftlicher Sorgen, sitzender Lebensweise. Saures oder bitteres Aufstoßen. Übelkeit regelmäßig morgens, nach dem Essen, nach Rauchen mit dem Gefühl, Erbrechen würde erleich¬tern. Schwere, Schmerzen oder Krämpfe im Magen, schlimmer 1-2 Std. nach dem Essen. Somnolenz, Schläfrigkeit, Unfähigkeit zu arbeiten nach dem Essen. Heißhungeranfälle nach dyspeptischen Krisen.
Verschlimmerung durch: 2 Std. nach dem Essen.

Vergessen darf man auf keinen Fall die Schüssler Salze und die Phytotherapie siehe unter entsprechende Forum-Unterteilung.
Herzliche Grüße
Laurence Gromier-Heim

_________________
Heilpraktikerin, Laurence Gromier-Heim,
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luny



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Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 14.09.2008, 11:49    Titel:

Hallo Frau Gromier-Heim,

vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort. Ich habe die Tropfen abgesetzt und schon eine Besserung verspürt.

Soll ich die Tropfen nach ein paar Tagen wieder nehmen oder ganz damit aufhören?

Eine Bekannte hat mir nun auch Iberogast-Tropfen empfohlen. Da diese u.a. Auszüge aus Kamillenblüten, Kümelfrüchten, Melissenblättern, Pfefferminzblättern und Süßholzwurzeln enthalten, hört sich das für mich als Laie auch nicht schlecht an. Wären diese denn Ihrer Meinung nach als Alternative zu empfehlen? Oder wäre es grundsätzlich besser, erst einmal die Therapie mit Veratrum Homaccord fortzusetzen?

Vielen Dank im Voraus für Ihre erneute Hilfe.

Liebe Grüße,
Luny
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Fr. Laurence Gromier-Heim



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BeitragVerfasst am: 14.09.2008, 12:24    Titel:

Liebe Luny,

Veratrum Homaccord hat Ihnen nicht gut getan, absetzen wäre besser. Iberogast ist gut sowie Gastritol von der Firma Klein. Es gibt auch die Rollkur mit Kamille:
Für die Kamillenrollkur trinken Sie eine große Tasse Kamillentee auf leeren Magen. Dann legen Sie sich jeweils 5 bis 10 Minuten auf den Rücken, anschließend auf die linke, dann auf die rechte Seite und zum Schluss auf den Bauch. So ist gewährleistet, dass die gesamte Schleimhaut guten und ausgiebigen Kontakt mit der heilenden Kamille erhält. Führen Sie die Rollkur zweimal täglich über vier Wochen durch. Natürlich auch die Ernährung überdenken und der Stress versuchen abzubauen.

Liebe Grüße
Laurence Gromier-Heim
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luny



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BeitragVerfasst am: 14.09.2008, 15:09    Titel:

Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort!

Die Rollkur werde ich auf jeden Fall auch einmal ausprobieren (neben Gastritol).

Viele Grüße,
Luny
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