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Hoffnung für Janine
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schnine
Anmeldedatum: 30.04.2009 Beiträge: 3
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Verfasst am: 30.04.2009, 20:33 Titel: Hoffnung für Janine |
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Meine Tochter Janine liegt nach einem Unfall im Wachkoma und hat sehr oft mit Infektionen aller Art zu kämpfen.
Wie kann ich ihr helfen ihr Immunsystem zu stärken?
Danke für Eure Hilfe
Schnines Mum |
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wattebällchen

Anmeldedatum: 09.07.2008 Beiträge: 957 Wohnort: 76327 Pfinztal-Kleinsteinbach
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Verfasst am: 01.05.2009, 17:27 Titel: |
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Hallo Schnine,
wir müssten wissen, ob deine Tochter noch in der Klinik oder im Heim ist oder zuhause.
Wenn sie zuhause ist, kannst du in Absprache mit dem Hausarzt verschiedene Dinge tun.
Solange sie allerdings in Betreuung von andern ist, musst du dies mit denen absprechen, sonst gibt es ganz viel "böses Blut" und das zu Recht, wenn du einfach so in die Therapie eingreifst.
Es ist wichtig, dass du auf jeden Fall mit dem Arzt absprichst, was du vorhast, denn auch Naturheilmittel können sich mit verschiedenen Medis nicht vertragen und das weiß nur der Arzt oder Apotheker (wenn man ihn danach fragt ...).
Was für Infekte sind das denn ? Meist sind es Bronchial- oder Blaseninfekte.
Um überhaupt dazu Stellung nehmen zu können, brauchen wir nähere Info.
Auch, wie lange deine Tochter schon das apallische Syndrom hat und was für ein Unfall das war. _________________ Ich mache das Mögliche, GOTT macht das Unmögliche.
www.praxis-die-insel-4you.de
Naturheil-Praxis "Die Insel"
Helga Bergmann
Söllinger Str. 9 c
76327 Pfinztal-Kleinsteinbach |
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schnine
Anmeldedatum: 30.04.2009 Beiträge: 3
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Verfasst am: 01.05.2009, 19:15 Titel: |
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Vielen Dank für die schnelle Antwort!
Und Sie haben recht, meist sind es Infekte der oberen Atemwege und die der Harnableitung. Gegen die Verstopfung gebe ich jeden Tag 1 Beutel Magrocol. Sorgen machen mir auch ihre Myoklonien und ihre epileptische Anfallsbereitschaft (lt. Aussage klinik ?) Was ich bis jetzt mache sind: Wärmflasche und verschiedene Teesorten aus der Apotheke und knuddeln was das Zeug hält...
Wir haben für Janine eine Homepage eingerichtet, dort steht auch einiges über den bisherigen Verlauf : www.janine-falke.de.vu
Liebe Grüße von Schnines Mum Heike |
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wattebällchen

Anmeldedatum: 09.07.2008 Beiträge: 957 Wohnort: 76327 Pfinztal-Kleinsteinbach
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Verfasst am: 02.05.2009, 09:42 Titel: |
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Hallo und guten Morgen Schnine,
ich hab grade kurz in eurer Homepage gestöbert. Ich werde es später noch etwas ausführlicher tun. Bei mir kommt um 10 Uhr ein Patient ....
Da das Wachkoma ja bei Janine nix Neues ist, kann ich mir die klinischen Ausführungen erübrigen.
Du bist ja bestens durch die lange Zeit schon informiert und in die Pflege eingewiesen.
Wichtig ist die Lagerung, dass sie keine Kontrakturen bekommt (Sehnenverkürzungen) und dass sie nicht wundliegt.
Für die 30° -Lagerung habe ich in der Nachtwache (ich war leitende Intensivschwester) mal einen Trick ausprobiert, als ich alleine war.
Patient liegt auf dem Rücken. Dann eine der Länge nach gerollte Wolldecke mit Mullbinden zu einer "Schlange" (ca. 10 cm im Duchmesser) binden und von der Seite aus unter die Matratze schieben, damit sich die Matratze an einer Längsseite etwas hochhebt. Dadurch rollt der Patient etwas auf die Seite.
Der Po und die Gelenke sind entlastet und er liegt auch nicht auf dem Arm.
Dies kann man gut alleine bewerkstelligen.
Du hast ja in der Klinik gesehen, dass das Drehen und das Lagern das A und O ist.
Als weiteres Hilfsmittel zur Lagerung kannst du dir eine dicke Rolle (gefüllt mit Schaumstoffflocken, das ist am besten wieder aufzuschütteln) basteln.
Dazu einen Bezug (Schlauch aus einem Bettbezug nähen, oben und unten einen Tunnel, damit man die "Wurst" mit einer Kordel zuziehen kann. )
Die Wurst muss so lange wie der Körper sein.
Seitenschläferkissen sind zu kurz und zu dünn.
Leg ihr die Wurst vor den Körper. Den oberen Arm und das obere Bein (90 °) auf die Rolle. Den andern Arm unter die Rolle, das untere Bein gestreckt entlang der Rolle.
Du kannst die Rolle auch an ihren Rücken legen und sie bei 30 ° lagern.
Siehe oben.
Das hört sich jetzt kompliziert an, aber wenn du es selbst mal ausprobierst, merkst du gleich, wie es funktioniert.
Wenn du Fragen hast, gebe ich dir gerne Auskunft.
Dies gilt auch für alle andern, die dies lesen.
Zum Thema Infekte habe ich hier im Forum schon ausführlich gepostet.
Gib bitte oben im grünen Kasten mal die Begriffe "Knoblauch", "Angocin", "Cranberry", "Blaseninfekte", usw. ein.
Lies dir das einfach mal durch.
Sag aber dem behandelnden Arzt, was du machst, damit sich die Sachen auch vertragen. Manches bekommst du auch verschrieben.
Lass dir mal von der Physiotherapeutin so genannte "Reizgriffe" aus der Bindegewebsmassage zeigen. Dies wende ich bei Verstopfung an.
Wichtig ist, dass sie gute Flüssigkeitszufuhr hat, damit die Abführmedis quellen können und die Blase gut durchgespült wird.
Kann sie denn trinken oder hat sie eine PEG ?
Massiere sie mit ätherischen Ölen ganz sanft.
Lass dabei ihre Lieblingsmusik laufen.
Kaufe dir das Buch "Basale Stimulation - Neue Wege in der Intensivpflege".
Was du nicht verstehst, lass dir vom Therapeuten erklären (Physio oder Ergo).
Basale Stimulation gibt Sinnesreize, um die Hirntätigkeit bei Wachkoma-Patienten anzuregen.
Mache einen Kurs in Kinästhetik. Das lernen wir in der Klinik, um für uns rückenschonend den Patienten zu lagern, zu betten, für den Transfer in den Rollstuhl etc. Auch, was man tun muss, wenn er gefallen ist, wie man führt etc.
Dies kannst du dir nicht autodidaktisch beibringen. Das musst du dir zeigen lassen.
Vielleicht findest du in einer Bibliothek die Bücher "Kinästhetik- Kommunikatives Bewegungslernen" von Ina Citron oder "Kinästhetik in der Pflege".
Dies hat mit Kinesiologie (Muskeltest) nichts zu tun.
Dies ist spezielle medizinische Fachliteratur.
Ich habe die BS und die Kinästhetik auf meiner Station angewendet und (auch bei Apoplex-Patienten) sehr gute Erfolge gehabt. _________________ Ich mache das Mögliche, GOTT macht das Unmögliche.
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Naturheil-Praxis "Die Insel"
Helga Bergmann
Söllinger Str. 9 c
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wattebällchen

Anmeldedatum: 09.07.2008 Beiträge: 957 Wohnort: 76327 Pfinztal-Kleinsteinbach
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Verfasst am: 02.05.2009, 11:59 Titel: |
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Ich habe grade mal gegoogelt.
Google mal :
Beate Sopper, Basale Stimulation, Kinästhetik, Intensivpflege.
Frau Sopper gibt Kurse/Seminare in ganz Deutschland (seeehr günstig !)
Sie gibt auch Literaturhinweise. Da sind auch die Bücher, die ich empfohlen habe.
Schau dir mal ihre sehr kompetente Homepage an.
Vor allem schult sie auch pflegende Angehörige. _________________ Ich mache das Mögliche, GOTT macht das Unmögliche.
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schnine
Anmeldedatum: 30.04.2009 Beiträge: 3
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Verfasst am: 03.05.2009, 19:23 Titel: |
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Danke für die vielen Hinweise- ja, Janine ist seit September zu Hause; ich bin seit dem Unfall fast ohne Unterbrechung bei ihr. Das heißt, daß ich schon sehr früh in die Pflege eingebunden war- als erstes wollte ich das Absaugen über die Trachealkanüle lernen um ihr zu helfen, weiter gings mit allen Arten von Waschungen, Lagerungen, Mobilisation usw. Ich war bei ihr zur Ergo-, Physio- und Logopädie um möglichst viel zu lernen.Jetzt zu Hause haben wir ein super Therapeutenteam ganz auf unsere Schnine abgestimmt- die helfen mir auch weiter.
Ich habe mich auch mit Büchern eingedeckt: Kinästhetik von Ina Citron, Bobath-Konzept von Birgit Dammshäuser, Basale Stimulation von Christel Bienstein...die ich alle nur weiter empfehlen kann, denn hier werden auch andere Krankheitsbilder angesprochen und sind sicher sehr hilfreich für pflegende Angehörige! (Schlaganfall, Lähmungen,Altenpflege).
Für uns ist das Buch "Wachkoma" von Peter Nydahl speziell für Janine unverzichtbar geworden- einfach super!
Wir machen mit Janine Schluckübungen, ich glaube, sie hasst mittlerweile Wackelpudding...javascript:emoticon(' ')
Janine wird jedoch über eine PEG-sonde ernährt. Sie bekommt die Sondennahrung von Hipp, Babysäfte und verschiedene Tee´s aus der Apo.
Ich möchte auf ihre Gesundheit achten und mir macht die Menge an Medikamenten Sorgen (Lacosamid, Clonazepam, Levetiracetam) Weiter erhält sie bei Bedarf Inhalationen mit Tacholiquin zur Sekretmobi, normal mit Emser-Sole.
Wie kann ich ihr helfen, das alles besser zu verarbeiten?
Ich möchte, daß ihr Körper so wenig wie möglich zusätzlich belastet wird.
Gerade stürze ich mich über dasBuch "Wickel&Co"....
Habt Ihr noch Ideen?
Kann ich eigentlich Thymian bei epileptischer Anfallsbereitschaft verwenden? Was mach ich bei Durchfall? Medizinische Kohle??javascript:emoticon(' ')javascript:emoticon(' ')
Ich glaub bei einem normalen Hausarzt hab ich da schlechte Karten-was meint Ihr?javascript:emoticon(' ')
Liebe Grüße und Danke für Eure Hilfe
Schnines Mum |
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wattebällchen

Anmeldedatum: 09.07.2008 Beiträge: 957 Wohnort: 76327 Pfinztal-Kleinsteinbach
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Verfasst am: 04.05.2009, 08:31 Titel: |
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Hallo und guten Morgen,
als allererstes möchte ich dir raten, dass du alle Hilfe, die dir angeboten wird, egal, welcher Art, annimmst.
Ich weiß, das ist für eine Rundum-Versorger-Mama nicht einfach...
Jedoch sage ich immer: Ein kranker Helfer kann nicht mehr helfen.
Wenn du nicht gut für dich sorgst (körperlich, geistig und seelisch), klappst du zusammen und bist dann mit Sicherheit für längere Zeit aus dem Rennen (im wahrsten Sinne..).
Lass dich auch ab und zu verwöhnen z. B. mit einer schönen Massage, Theater, Bummeln gehen mit Eis essen mit der Freundin, schwimmen gehen etc. Du brauchst Zeit zum Auftanken, sonst sind deine Ressourcen bald erschöpft.
Ich bringe dann die Metapher einer Kerze:
Eine Kerze ist wunderschön. Sie brennt, rührt ans Herz, spendet Licht und Wärme.
Aber: Was geschieht ? Sie brennt ab, sie verzehrt sich. Übrig bleiben ein paar Tropfen Wachs, mit denen man nix mehr anfangen kann und ein Stückchen verkohlter Docht .... Keine Wärme mehr, kein Licht ...
Denke bitte mal drüber nach und sei keine Kerze !
Dasselbe gilt auch für alle andern Angehörigen.
Denke auch dran, dass du noch eine Familie hast. Die darf man bei aller Sorge um Janine nicht vergessen ... Gespräche sind ganz wichtig.
Die Medis wird deine Tochter brauchen, damit sie nicht dauernd in die Anfällt kommt. Wie kommst du drauf, dass Thymian gegen epileptische Anfälle helfen soll ?
Die Bücher, die du gekauft hast sind prima. Die hatte ich dir ja auch empfohlen. Lass dich jedoch von den Therapeuten anleiten und nutze sie zum Nachschlagen. Das muss man alles gezeigt bekommen. Wir müssen nicht umsonst so lange Ausbildungen machen. Wenns so einfach wäre, das sich nur anzulesen .... Man kann da vieles falsch machen.
Es gibt auch Möglichkeiten in verschiedenen Einrichtungen, deine Tochter für ein paar Tage in kompetente Hände zu geben, wenn du und deine Familie mal eine Auszeit braucht.
Auch die Bronchialtoilette ist das A + O in der Pflege.
Wickel sind gut. Wozu willst du die im Moment einsetzen ? Auch das fachgerechte Anlegen musst du dir zeigen lassen. Auch da kann man viel falsch machen.
Und mit zu starken Reizen kannst du z. B. die Spastik verstärken...
Medizinische Kohle gibt man, wenn man entgiften will z. B. bei einer bakteriellen Durchfallerkrankung oder wenn etwas Verdorbenes gegessen wurde. Die Kohle wird nicht resorbiert und zieht die Giftstoffe an sich.
Vermutlich hast du nur das Abführmittel zu hoch dosiert oder die Sondennahrung hat abführend gewirkt ...
Bakterielle Infekte gehören in die Therapie des Arztes. Wurschtle bitte nicht alleine rum.
Der Hausarzt ist genau der richtige Ansprechpartner für die Versorgung zuhause.
Spezialisten brauchst du, wenn spezielle Probleme (z. B. Dekubitus, Tracheostomaprobleme, PEG-Probleme etc.) auftreten.
Und dann noch ein Rat:
Gib deiner Tochter auch ab und zu eine Auszeit von Therapie etc.
Dauerreize schaffen ein ungutes "Klima" im Gehirn. Das kann sogar Anfälle auslösen.
Mach nicht dauernd an ihr rum, sondern gönne euch beiden mal immer wieder etwas Abschirmung zur Regeneration. Sie hat so viel Therapie.
Anregung ist gut.
Aber man kann nix erzwingen ... _________________ Ich mache das Mögliche, GOTT macht das Unmögliche.
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