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Einstieg in die Naturheilkunde
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Das_Mensch
Anmeldedatum: 20.11.2008 Beiträge: 6
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Verfasst am: 20.11.2008, 15:25 Titel: Einstieg in die Naturheilkunde |
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Hallo!
Ich finde es total erstaunlich, was die Naturheilkunde mit sich bringt. ich bin seid dem Wissensüchtig nach Diagnoseverfahren, Behandlungen und Statistiken dieser Alternativmedizin.
Kann mir jemdand von euch eventuel ein gutes Buch empfehlen, das sich mit der Diagnose und Behandlung von "Volkserkrankungen" befasst?
Ich möchte nach meinem Abitur versuchen, an eine Heilpraktikerschle zu kommen. Die Preise für die Kurse sind nur immer sehr hoch.. =(
Wie ist es dann eigentlich, wenn man seine Spezialisierungen abgeschlossen hat und man eine eigene Praxis gründet? Bekommt man da irgendwelche Unterstützungen? Das ist ja sonst eigentlich auch unbezahlbar.
Liebe Grüße
Das_Mensch _________________ "Alle Revolutionen haben bisher nur eines bewiesen, nämlich, daß sich vieles ändern läßt, bloß nicht die Menschen."
Karl Marx |
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wattebällchen

Anmeldedatum: 09.07.2008 Beiträge: 957 Wohnort: 76327 Pfinztal-Kleinsteinbach
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Verfasst am: 26.11.2008, 09:06 Titel: |
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Hallo Mensch,
erst mal guten Morgen...
Da mein server gestern gesponnen hat, komme ich erst heute zur Beantwortung.
Dein Vorhaben, nach dem Abitur "den Heilpraktiker" zu lernen, ist löblich, aber nicht durchführbar.
Die Prüfung zum Heilpraktiker kann man erst mit vollendetem 25. Lebensjahr machen. Das ist Gesetz.
Du kannst also allerfrühestens mit 23 Jahren anfangen, eine Heilpraktikerschule zu besuchen. Die Ausbildung dauert mindestens 2 Jahre.
Es gibt mehrere Möglichkeiten:
Vollzeit, Abendschule, Wochenende, Fernkurs oder Videolehrgang.
(Nicht alle Schulen bieten dies an. Von "Kreativität und Wissen" in Karlsruhe und Stuttgart weiß ich das, denn dort habe ich die Ausbildung gemacht. Google es mal. Bei KreaWi kann man auch die Sportheilpraktikerausbildung machen. Du kannst dich dort auf mich berufen.)
Manche Schulen bieten auch den "Tierheilpraktiker" an. (Da hättest du ein gaaaaaanz weites Feld...)
Bei den Fernlehrgängen kommt immer wieder Blockunterricht (Intensivschulung fürs Praktische) dazu. Da musst du dann an den Ausbildungsort reisen und dir dort eine Unterkunft suchen.
Die Ausbildung ist sehr teuer (über Preise musst du dich selbst informieren, auch was es an Zusatzkursen gibt usw. Diese Zusatzkurse sind sehr empfehlenswert, denn sie vertiefen das Grundwissen in der ausgesuchten Fachrichtung. Zusatzkurse sind meist 2 - 4 Tage.) und kann von einem Berufsanfänger meist nicht finanziert werden.
Dazu kommen die Fachbücher. Da kannst du gut und gerne noch mal 500.- € rechnen, wenn´s nur reicht.
Ebenso wichtig und empfehlenswert sind die wöchentlichen Paukkurse (Üben der Multiple-Choice-Fragen und Repetieren des gehörten Vorlesungsstoffs.)
Es ist sehr viel Eigenleistung (Recherchieren etc.) beim Lernen gefragt.
Du bist also viel in Bibliotheken unterwegs.
Meist wird die Ausbildung berufsbegleitend oder als Umschulung gemacht. Das ist sehr anstrengend, nach dem Beruf noch in die Schule zu fahren und im Unterricht zu sitzen ...
Private Unternehmungen kannst du meist für die Dauer der Ausbildung abhaken, denn das Wochenende wirst du zum Lernen brauchen...
Die Ausbildung ist sehr hochwertig und man macht das nicht so nebenbei.
Es heißt pauken, pauken, pauken, pauken ...
Die Durchfallquote ist sehr hoch....
Es wird streng gesiebt und das ist gut so.
Als Möglichkeit für dich besteht, dass du vorher eine medizinische Ausbildung machst z. B. Krankenschwester (da wirst du ab 18 zugelassen) oder Laborantin oder MTA (Medizinisch-Technische Assistentin) oder PTA (Pharmazeutisch-Technische Assistentin) oder Arzthelferin o.ä.
Krankenschwester ist am empfehlenswertesten, da du hier viele verschiedene Fachrichtungen durchläufst und viel Patienten mit verschiedensten Krankheitsbildern kennenlernst. Du hast also später immer einen Patienten "vor Augen", wenn du Krankheitsbilder lernen musst. Klinische Erfahrung ist sehr hilfreich. Auch hast du dann schon gelernt, einen Menschen anzufassen und sensibel mit ihm umzugehen.
Irgendwelche andern "Ausbildungen" ohne Staatsexamen helfen dir wenig.
Über so etwas denkt man später nach, wenn sich im Laufe der Ausbildung bestimmte Neigungen entwickeln, auf die du dich spezialisieren möchtest (z. B. Homöopathie, Schmerzen, Magen-Darm-Erkrankungen, Kinder etc.) .
Jedoch musst du zuerst in der Ausbildung mal das Spektrum kennenlernen.
Auf jeden Fall sollte man sich auf einen Themenbereich spezialisieren, denn niemand kann "alles" können.
Nun noch ein paar Worte zur Praxisgründung:
Es ist empfehlenswert, als Anfänger in einer gut eingeführten Praxis mitzuarbeiten, um Erfahrung zu sammeln (und Geld....).
Eine Praxisgründung ist ein enormes finanzielles Risiko und es dauert lange, bis sie sich trägt. Du musst von der Einrichtung, Miete, Krankenkassenbeiträgen, Versicherungen, Auto usw. bis zu deinen vorgeschriebenen Fortbildungen alles selbst finanzieren.
Einen Kredit zu bekommen ist nicht einfach, denn wovon willst du den zurückzahlen?
Du brauchst also zuerst mal ein sehr gutes finanzielles Polster, um mindestens 1 - 2 Jahre die Durststrecke durchzustehen ...
Aus diesem Grund gibt es wenig bis keine jungen Heilpraktiker mit eigener Praxis.....
Das folgende Buch "Das große Buch der alternativen Heilverfahren" (ISBN 3-8290-2097-X) ist nicht nur für Laien empfehlenswert, ich lege es auch meinen Kollegen ans Herz, denn es informiert sachlich und korrekt und gut verständlich über ein ganz breites Spektrum unserer Tätigkeiten.
Im Moment ist das Buch bei Amazon 13 mal für unter 10.- € im Angebot.
Laien seien aber gewarnt, dass man sich aus Büchern zwar Kenntnisse aneignen und für sich selbst anwenden kann, dies aber keine Diagnostik oder Behandlung beim Arzt oder Heilpraktiker ersetzt.
Das Heilpraktikergesetz schreibt vor, dass nur Ärzte, Psychologen und Heilpraktiker therapieren dürfen. Therapie ist Einflussnahme auf die Befindlichkeit eines andern Menschen.
Eigentlich ist schon ein Raucherentwöhnkurs oder ein Kurs zur Gewichtsreduktion Verhaltenstherapie ..... _________________ Ich mache das Mögliche, GOTT macht das Unmögliche.
www.praxis-die-insel-4you.de
Naturheil-Praxis "Die Insel"
Helga Bergmann
Söllinger Str. 9 c
76327 Pfinztal-Kleinsteinbach |
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Das_Mensch
Anmeldedatum: 20.11.2008 Beiträge: 6
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Verfasst am: 27.11.2008, 20:19 Titel: |
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Hey,
das sind ja jede mengen infos, mit den ich nicht gerechnet habe ^^
zum beispiel, dass ich erst mit 25 hp werden kann..
nunja. wenn die ausbildung 2 jahre dauert, dann bin ich 22 wenn ich fertig bin!
es ist gut zu wissen, dass die durchfallsquten hoch sind. (das hätte ich nicht gedacht) da ich aber sehr gut in biologie bin und biologische abläufe immer gut verstehe, mach ich mir da keine sorgen und fleis und lernen ist bei mir auch nicht klein geschrieben ^^
ich hab mir bereits schon eine schule ausgeguckt und kann da auch mal zum "probeunterricht" kommen und mir alles angucken. und preislich muss ich sagen geht es. andere medizinische ausbildung sind genauso teuer.
empfiehlt es sich sehr, eine medizinische ausbildung vorher zu machen? (weil man dann schon kenntnisse über den menschlichen körper und deren funktionsweise hat)
kommt man gut als heilpraktiker an stellen, wo man sich erstmal ein finanziellen puffer aufbauen kann? oder sieht das eher schlecht aus?
das_mensch
 _________________ "Alle Revolutionen haben bisher nur eines bewiesen, nämlich, daß sich vieles ändern läßt, bloß nicht die Menschen."
Karl Marx |
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wattebällchen

Anmeldedatum: 09.07.2008 Beiträge: 957 Wohnort: 76327 Pfinztal-Kleinsteinbach
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Verfasst am: 27.11.2008, 21:11 Titel: |
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Hallo grüß dich,
du hast leider nicht richtig durchgelesen, was ich geschrieben habe:
Du kannst erst mit 23 anfangen, in eine Heilpraktikerschule zu gehen, weil du das 25. Lebensjahr vollendet haben musst, wenn du dich zur Prüfung anmeldest.
Früher anzufangen mit der Ausbildung macht null Sinn, denn sonst hast du bis zur Prüfung alles wieder vergessen.
Die Ausbildung dauert mindestens 2 volle Jahre (Vollzeitstudium).
Ich sage bewusst "mindestens", denn viele schaffen es nicht in der Zeit oder weil sie durch die Prüfung rasseln.
Als erstes kommt die schriftliche Prüfung. Wenn du die bestehst, kommt die mündliche vor dem Amtsarzt.
Wenn du die mündliche nicht bestehst, musst du auch die schriftliche nochmal machen. Es fallen dann auch alle Prüfungsgebühren (die sind ziemlich happig...) nochmal an. Man kann sich alle halbe Jahr zur Prüfung anmelden.
Haben die dir das in der Heilpraktikerschule nicht gesagt ? Dann pass auf, dass du nicht abgezockt wirst ...
Ich habe dir oben schon geschrieben, dass ich dir rate, vorher die Krankenschwesternausbildung zu machen. Dann hast du deinen Kommilitonen einiges voraus.
Ich war früher leitende Intensivschwester und habe auch unterrichtet und auch ich musste ordentlich pauken ...
Wenn du dann in der Heilpraktikerausbildung bist, empfiehlt es sich, in einen Verband zu gehen z. B. Bund deutscher Heilpraktiker etc.
Dort kannst du anfragen, ob du als Berufsanfänger irgendwo eine Stelle in einer Praxis bekommst (nach bestandener Prüfung selbstverständlich, denn vorher darfst du noch gar nicht therapieren.). Inserat in der Verbandszeitung schalten. Und dann musst du natürlich dorthin, wo dir eine Mitarbeit angeboten wird. Die Stellen sind nicht üppig gesät.
Übrigens:
Falls du vorhast, ins Ausland zu gehen, hast du schlechte Karten. Dort gibt es keine Heilpraktiker.
Du darfst auch nur in dem Kreis des Gesundheitsamtes, wo du gemeldet bist, therapieren. Wenn du woanders eine Praxis aufmachen willst, musst du die Genehmigung haben. Lies mal das Heilpraktikergesetz (kannst es googeln).
Und die Gesetze musst du ganz ganz ganz genau lernen ...
Zur Finanzierung des Ganzen:
In der Krankenpflegeausbildung bekommst du ein Lehrlingsgehalt, manchmal freie Kost und Wohnung im Schwesternhaus. Diese Ausbildung dauert 3 Jahre und endet mit dem Staatsexamen.
Ich lege es dir auch aus einem andern Grund ans Herz, erst diese Ausbildung zu machen.
Wenn du als Heilpraktikerin schlechte Zeiten hast, was in der heutigen Zeit vorkommen soll ..., kannst du immer noch als Krankenschwester dein Brot verdienen.
Denk dran, dass du als Heilpraktiker selbständig bist und die ganzen Kosten selbst aufbringen musst (siehe oben).
Du kannst z. B. nebenberuflich als Heilpraktikerin in einer Praxisgemeinschaft arbeiten.
Schlag dir aus dem Kopf, dass du in deiner Wohnung ein Zimmer als Praxis aufmachst.
Es gibt so viele gesetzlich Auflagen, dass du das nicht bringen kannst (mindestens 2 Parkplätze, Patiententoilette etc.). Das Gewerbeaufsichtsamt kommt kontrollieren.
Vielleicht siehst du nun, dass es nicht so locker flockig geht, wie du dir das vorstellst.
Unser Beruf ist wunderbar und man muss ihn mit der notwendigen Ernsthaftigkeit betreiben, denn wir behandeln keine Krankheiten, sondern Menschen. _________________ Ich mache das Mögliche, GOTT macht das Unmögliche.
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