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Burnout/depressive Verstimmung

 

Burnout/depressive Verstimmung

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sany
Gast





BeitragVerfasst am: 22.01.2012, 15:11    Titel: Burnout/depressive Verstimmung

Hallo,
ich möchte ein Problem schildern,das mich sehr beschäftgt.Ich habe einen eigentlich sehr netten Hausarzt,absolut schulmedizinsch orientiert und etwas jung und unerfahren.,aber nett.Ich habe momentan eine sehr schwere Lebenssituation,Ehescheidung nach 25 Jahren,finanzielle und existenzielle Sorgen und fühle mich schlecht.Vor ein paar Tagen hatte ich einen absoluten Tiefpunkt und bat meinen Arzt telefonisch um Hilfe.Der verwies mich in die Notfallpsychatrie ohne einen Hausbesuch zu machen oder mich in die Praxis zu bestellen.Er attestierte mir eine Depression,die er dann noch als Geisteskrankheit (!) bezeichnete und verordnete mir Stangyl ,ein Antidepressivum.Ich bin total schockiert.Meinen "Zustand " habe ich durch ein gutes Gespräch mit einer Freundinn und Passionsblume,Notfalltropfen und Ignatia C30 recht schnell wieder in den Griff bekommen.Ich gehe allen täglichen Verpflichtungen nach ,bekomme auch alles so weit auf die Reihe,habe auch keine Angststörung usw...ich bin halt manchmal traurig und erschöpft.Das Stangyl habe ich nicht gebraucht und auch nicht genomman,sehr zum Ärger meines Arztes und in die Psychatrie bin ich auch nicht gegangen -war auch nicht nötig.Ab jetzt bin ich also der gesiteskranke Psychofall....und dich habe keine Ahnung,wie und ob ich mit diesem Arzt nochmal reden soll. Das Vertrauen ist kaputt.Alternativen gibt es hier leider auch nicht.
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wattebällchen



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BeitragVerfasst am: 22.01.2012, 16:48    Titel:

Hallo Sany,

dass du dich in deiner angespannten Situation ausgehebelt fühlst, ist nur zu verständlich.

Eine so lange Beziehung zieht man nicht aus wie einen Mantel.
Man spricht da von einer sog. "Reaktiven depressiven Phase".
Dies als Depression zu bezeichnen, ist etwas gewagt und diese Diagnose kann eigentlich nur ein Fachmann (Psychiater) stellen.

Zu einer richtigen Depression gehören noch einige weitere Dinge, als das Niedergeschlagensein und Existenzängste.

Für eine wirkliche Depression bist du noch zu aktiv....

Betr. Existenzängste: Wurde denn nicht per Gerichtsbeschluss eine Unterhaltspflicht und der Versorgungsausgleich geklärt ?

Einen Hausbesuch hat dein Arzt wahrscheinlich nicht für notwendig gehalten. Hast du ihn denn während seiner Dienstzeit angerufen oder war es außerhalb der Sprechzeiten oder am Wochenende ?

Ein Arzt kann einen Patienten nicht einfach an die Notfallpsychiatrie verweisen (höchstens an den diensthabenden Notdienst, wenn er außer Dienst ist), er muss einen Überweisungsschein ausschreiben. Diesen würde auch der Notdienst ausschreiben.

Und dann wirst du auch nicht gleich in die Psychiatrie eingewiesen, sondern erst mal an einen Kollegen.

Gleich mit Stangyl eine bis dato unauffällige Patientin zu behandeln, ist auch ein wenig heftig.

Sprich bitte mit deinem Arzt und sag, wie du dich fühlst und weshalb.
Und bitte um eine Überweisung zu einem Psychotherapeuten, damit du eine begleitende Hilfe für die schwierige Phase hast.
Eine Gesprächstherapie wird dir besser tun als ein Haufen Medikamente.

Irgendwann geht auch für dich wieder die Sonne in der Seele auf .....
_________________
Ich mache das Mögliche, GOTT macht das Unmögliche.

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sany
Gast





BeitragVerfasst am: 22.01.2012, 18:08    Titel:

Mein Arzt war sehr wohl noch in der Praxis.Es war aber Freitag kurz vor Schluss...
Das Finanzielle muss geklärt werden,ist aber nicht so leicht.
Ich sollte einfach so in die psychiatrische Ambulanz.
Mich stört die Bezeichnung "geisteskrank".Und eine richtige Depression ist auch etwas anderes.Das ist unmöglich.
Für mich steht allerdings fest,dass ich niemals mehr einem Hausarzt erzähle,wie ich mich fühle.
Ich bin auch nicht am verzweifeln oder ohne Hoffnung,Im Gegenteil - ich freue mich auf meine neue Wohnung und ein neues anderes Leben.
Ich hatte nur ganz einfach einen Tiefpunkt.
Und den werde ich vor meinem Hausarzt zukünftig verschweigen.
Er hat auch keienrlei Verständnis dafür,dass eine Trennung nach so langer Zeit Fingerspitzengefühl und vernünftiges Handeln fordert,zumal noch minderjährge Kinder bei uns sind.
Das geht ihm nicht schnell genug.
Nach einem Psychologen habe ich auch gefragt,das hat er allerdings abgetan ,weil ich da ja ein Jahr Wartezeit hätte.
Ich hätte mir gewünscht,dass er mit mir über pflanzliche Alternativen spricht.Von Homöopathie hält er gar nichts,ich allerdings sehr viel.
Ein Gespräch habe ich gesucht,allerdings ist er sehr beleidigt,weil ich mich nicht an seine "Vorgaben" gehalten habe.
Er fühlt sich nicht ernst genommen.....
Aber ich kann immer noch entscheiden,was für mich gut ist.
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wattebällchen



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BeitragVerfasst am: 22.01.2012, 19:20    Titel:

Ich rate dir zu einem Arztwechsel.

Unter solchen Umständen ist keine vertrauensvolle Zusammenarbeit möglich.

Nochmal:
Ohne Überweisung/Einweisung kannst du nicht in eine psychiatrische Ambulanz.

Einem Arzt etwas zu verschweigen ist allerdings auch nicht der richtige Weg. Er muss ja wissen, was Sache ist.

Um mal Nägel mit Köpfen zu machen, beantrage eine Mutter-Kind-Kur (am besten mit Psycho-Betreuung).
Wie alt sind deine Kinder denn ?
Vielleicht gibt es da auch etwas, was behandlungsbedürftig ist.
Und die Kinder leiden mit Sicherheit auch unter eurer Trennung.
Die Trauerarbeit muss sein, auch wenn ganz schlimme Dinge vorgefallen sein sollten und man eigentlich erleichert ist, weil es nun vorbei ist.
Jedoch die Kinder werden immer noch Kontakt haben .....

Tipp:
Versuche trotzdem, einen Psychotherapeuten/in zu finden. (Arzt suchen, der dich überweist). Da kannst du aufarbeiten, was sich ereignet hat.

Der neue Arzt muss allerdings wissen, was zwischen dir und deinem Hausarzt abgelaufen ist. Er wird sich zwar mit Äußerungen zurückhalten, aber deine Entrüstung verstehen. Man kann nicht alle über einen Kamm scheren. Gib dem neuen Arzt einen Vertrauensbonus.

Psychologen geben erst mal einen relativ schnellen Ersttermin, um abzuchecken, was los ist. Und dann bekommst du den nächsten Termin, was allerdings schon mal 6 -8 - 12 Wochen dauern kann, wenn keine Gefahr im Verzug ist (Gewalt, Selbstmordgedanken etc.).

Solltest du christlich orientiert sein, versuche mal ein seelsorgerliches Gespräch zu bekommen. (Kirchengemeinde, Caritas, Innere Mission etc. Oder bei Pro Familia.)

So, wie ich dich gerade wahr nehme, bist du absolut nicht depressiv, sondern eher "auf Krawall gebürstet", weil du einfach frustriert bist von solch einem Verhalten.

Das Finanzielle klärt das Gericht bzw. dein Anwalt.
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sany
Gast





BeitragVerfasst am: 22.01.2012, 20:11    Titel:

Frustriert sicher ja,auf Krawall gebürstet nein,
eher etwas hilflos im Umgang mit dem Mediziner ...
alles andere geht einen guten Weg.

Danke für die Antwort !
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