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blutegeltehrapie - risiken?
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sim73
Anmeldedatum: 18.09.2008 Beiträge: 43
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Verfasst am: 26.09.2008, 20:08 Titel: blutegeltehrapie - risiken? |
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hallo frau bergmann,
ich habe gerade auf ihrer internetpräsenz gesehen, daß sie mit blutegel arbeiten.
mir stellte sich erst kürzlich wieder die frage, was ich tun bei bei hämatomen? ich vertrage die ganzen gängigen heparinsalben nicht und arnika löst bei mir lokal angewendet auch allergische reaktionen aus.
daher war meine überlegung, ob nicht eine blutegeltherapie evt in frage käme.
meine bedenken waren dann aber, dass es ja auch entzündungen durch die therapie geben kann - was ich mir nicht erlauben darf.
wie groß ist diese gefahr?
wie sind ihre erfahrungen?
wie groß (und alt) müßte das hämatom sein, um überhaupt an eine therapie zu denken?
ich würde mich freuen, wenn sie mir antworten wüßten und bedanke mich schon jetzt ganz herzlich.
viele grüße
simone |
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wattebällchen

Anmeldedatum: 09.07.2008 Beiträge: 957 Wohnort: 76327 Pfinztal-Kleinsteinbach
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Verfasst am: 27.09.2008, 09:02 Titel: |
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Liebe sim73,
zuerst muss man mal ergründen, weshalb du dauernd Hämatome bekommst.
Merkst du, wenn du dich stark irgendwo anstößt, dass du schnell blaue Flecken bekommst ? Oder kommen die Hämatome "aus heiterm Himmel", d. h. sie sind auf einmal da und du weißt nicht, woher ?
Auf jeden Fall solltest du beim Hausarzt mal einen Gerinnungsstatus (Blutungszeit , Gerinnungszeit, PTT, PTZ, Quick ), großes Blutbild mit Thrombozyten und Leberwerte untersuchen lassen.
Ich würde dir, bevor dies nicht geklärt ist, auf keinen Fall zu einer Blutegeltherapie raten, denn die Wirkstoffe der Blutegel setzen ja die Blutgerinnung noch weiter herab. Dies wäre ein absoluter Kunstfehler.
Man setzt Blutegel auch nicht an "normale" Hämatome an, sondern, wenn sich z. B. nach einer Operation an der Wunde ein dicker Erguss gebildet hat, wo man eigentlich die Naht nochmal aufmachen müsste, um das Hämatom auszuräumen. Dies ist eine ganz andere Indikation als bei dir.
Hast du eine Grunderkrankung, wo es evtl. zu Gerinnungsstörungen kommen kann z. B. Lebererkrankung usw.?
Du sprichst, dass du dir Entzündungen nicht erlauben kannst.
Was steckt hinter dieser Aussage ?
Hast du öfters Entzündungen ? Dann lass auch mal den Blutzucker kontrollieren. Eine Abwehrschwäche erkennt man auch, wenn das Blutbild gemacht wird.
Arnika ist bekannt für allergische Reaktionen.
Bitte lass alles abklären. _________________ Ich mache das Mögliche, GOTT macht das Unmögliche.
www.praxis-die-insel-4you.de
Naturheil-Praxis "Die Insel"
Helga Bergmann
Söllinger Str. 9 c
76327 Pfinztal-Kleinsteinbach |
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sim73
Anmeldedatum: 18.09.2008 Beiträge: 43
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Verfasst am: 28.09.2008, 13:42 Titel: |
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hallo frau bergmann,
bitte entschuldigen sie, dass so viele fragen offen sind - ich hätte viel mehr und ausführlicher posten sollen; das möchte ich jetzt nachholen...
also die hämatome enstehen zwar oft, aber nie ohne "grund":
das letzte mal, an das ich bei meinem posting" gedacht hatte, entstand dadurch, dass bei der befüllung meiner medikamentenpumpe, die ich zur schmerztherapie bekommen habe, versehentlich ein gefäß verletzt worden sein muß und sich auf der pumpe ein hämatom gebildet hatte, das für die subcutis sehr groß und auch dick war. inzwischen hat es sich fast wieder organisiert - aber das dauerte jetzt mehrere wochen und war überaus schmerzhaft.
da man über der pumpe bzw im gebiet der pumpe tunlichst jede manipulation in richtung op vermeiden sollte, kam mir eben die idee mit den egeln.
nur sollte sich auch im diesem gebiet eben kein infekt bilden, da dann die gefahr groß ist, dass sich der infekt der pumpe entlang bzw im extremstfall dem katheter entlang ausbreiten könnte und mit den dadurch potenziell entstehenden risiken ist nicht zu spaßen...
soweit zum hintergrund meiner frage.
die gerinnung ist vollkommen in ordnung, alle blutparameter sind im normbereich.
da ich aber krankheitsbedingt heparin spritzen muß, entstehen hämatome eben doch schneller als sonst.
auch ein diab. mel. ist ausgeschlossen worden, da der verdacht bestand, da ich von kind an sehr viel trinke und auch recht großen durst habe. aber das scheint "in meinen genen" verankert zu sein und keinen weiteren hintergrund zu haben.
dass mein imunsystem nicht gerade das beste ist, ist bekannt - leider war ich eben in letzter zeit öfters mal an infekten erkrankt, die eine antibiose erfordert haben, so daß ein aufbau bisher nicht möglich war. (s. auch: Zustand nach Darmverschluß )
ich hoffe, ich konnte alle frage beantworten und entschuldige mich nochmals dafür, daß ich in meinem posting nur so spärlich informationen eingestellt hatte.
viele güße
simone |
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wattebällchen

Anmeldedatum: 09.07.2008 Beiträge: 957 Wohnort: 76327 Pfinztal-Kleinsteinbach
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Verfasst am: 28.09.2008, 16:10 Titel: |
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Liebe Simone,
nun haben wir ja schon den "Verursacher" der Hämatome : das ist das Heparin, das ja deine Blutgerinnung herabsetzt.
Solche Hämatome bekommen auch Patienten, die wegen Bettruhe oder bei Gipsfuß sich nicht so bewegen können, denen Heparin zur Thromboseprophylaxe in die Bauchdecke gespritzt wird.
Frage mal deinen Hausarzt, ob er zu einer Blutegeltherapie rät. Ich wäre da vorsichtig, denn ich hatte schon im vorigen Posting geschrieben, dass der Wirkstoff Hirudoin, den die Egel mit ihrem Speichel in die Wunde geben, damit es nicht gerinnt während des Saugens, die Gerinnung herabsetzt.
Zwar wären deine Hämatome eine Indikation, aber sie durch das Heparin verursacht sind, eben wieder nicht.
Bist du denn bettlägerig oder bewegungsmäßig beeinträchtigt, dass du Heparin spritzen musst ?
Dass du deinen Katheter, der zur Schmerzpumpe führt, steril verbindest (mit sterilen Handschuhen, Hautdesinfektion, sterilen Kompressen, abpolstern damit kein Druck/Zug drauf kommt etc. Wird der Katheter ab und zu gewechselt ? Hast du einen zentralen Venenkatheter oder einen peripheren am Arm ?) setze ich voraus.
Wenn du Näheres nicht hier öffentlich schreiben willst, schreibe mir über das Kontaktformular meiner Homepage. Ich denke, das wäre mal ganz sinnvoll.
Ich war ja früher leitende Intensivschwester und bin in diesem Metier "zuhause". Ich wüsste auch gerne die Ursache für deine Schmerzen. Vielleicht habe ich eine Idee, was du selbst noch tun kannst zur Erleichterung.
Für die Behandlung der Hämatome empfehle ich mal wieder den guten alten Retterspitz aus der Apotheke.
Mach ein gefaltetes Taschentuch so richtig schön nass mit dem Retterspitz und lege diesen Umschlag aus das Hämatom. Besorg dir auch zwei kleine Eiskompressen (mit Gel gefüllt) ca. 10 x 6 cm in der Apotheke. Die kannst du dann noch oben drauf legen. Das kühlt gut und nimmt den Schmerz. Den Umschlag immer wieder feucht machen. _________________ Ich mache das Mögliche, GOTT macht das Unmögliche.
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sim73
Anmeldedatum: 18.09.2008 Beiträge: 43
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Verfasst am: 28.09.2008, 22:05 Titel: |
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hallo frau bergmann,
das heparin ist zwar mitverursacher, aber da die gerinnung stimmt, dürfte es in bezug auf die hämatom-bildung nicht so einen großen einfluss haben.
ich spritze "nur" einmal tgl. - und unter der dosierung, dich ich habe, wurde schon operiert - ohne erhöhte blutungsneigung, so dass man das heparin nicht als alleinige ursache sehen kann. um komplikationen und erhöhte blutngsgefahr auszuschließen, haben wir ganz bewußt nicht auf kumarin-präparate um~/eingestellt...
| wattebällchen hat Folgendes geschrieben: | | Bist du denn bettlägerig oder bewegungsmäßig beeinträchtigt, dass du Heparin spritzen musst ? |
nein, ich bin nicht bettlägrig; ich hatte bereits beinvenenthrombose(n) - und um einer weiteren vorzubeugen, da ich in der bewegung eingeschränkt bin, muß ich eben das heparin spritzen...
| wattebällchen hat Folgendes geschrieben: | | Dass du deinen Katheter, der zur Schmerzpumpe führt, steril verbindest (mit sterilen Handschuhen, Hautdesinfektion, sterilen Kompressen, abpolstern damit kein Druck/Zug drauf kommt etc. Wird der Katheter ab und zu gewechselt ? Hast du einen zentralen Venenkatheter oder einen peripheren am Arm ?) setze ich voraus. |
den katheter selber und auch die pumpe, brauche ich nicht zu verbinden, da alles implantiert ist (der katheter liegt intrathekal - daher auch die absolute vorsichtsmaßnahmen vor infektionen; mit einer evt bakteriellen meningitis ist nicht zu spassen...). in der zeit, in der ich die pumpe noch nicht implantiert hatte und eine externe pumpe "um den bauch" hatte, hatte ich einen port, in dem die huber-nadel steckte (erneuert, alle 3 bis max 5 tage, in der klinik unter sterilen bedingungen). die verbandswechsel wurden in der klinik durchgeführt und wenn ich es mal selber machen mußte, dann nur unter sterilsten bedingungen (gelernt ist eben gelernt *zwinker*) - alles andere wäre ja auch grob-fahrlässig und gefährlich gewesen...
| wattebällchen hat Folgendes geschrieben: | Für die Behandlung der Hämatome empfehle ich mal wieder den guten alten Retterspitz aus der Apotheke.
Besorg dir auch zwei kleine Eiskompressen (mit Gel gefüllt) ca. 10 x 6 cm in der Apotheke. Die kannst du dann noch oben drauf legen. Das kühlt gut und nimmt den Schmerz. |
retterspitz löst wie das arnica auch, bei mir allergische reaktionen aus. was ich ab und zu nutze, ist rivanol-lösung und dann kühlelemente drauf. oder eben die kühlelemente pur...
schade, dass es das hirudoid nicht mehr in salbenform gibt...
jetzt nochmals zu den blutegeln - weshalb verbietet sich ein therapie unter heparin, wenn selbst eine op darunter durchgeführt werden kann?
wegen der doppelten blutverdünnung oder wegen der blutungsneigung?
so, genug gefragt,
jetzt werde ich wirklich ins bett gehen - ich wünsche ihnen noch einen schönen abend und eine gute nacht,
viele grüße
simone |
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wattebällchen

Anmeldedatum: 09.07.2008 Beiträge: 957 Wohnort: 76327 Pfinztal-Kleinsteinbach
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Verfasst am: 01.10.2008, 07:49 Titel: |
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NACHTRAG:
Zufällig weiß ich die Zusammensetzung der ehemaligen Hirudoidsalbe (Ich habe dieses Wort bei mir auf Station eingeführt, wenn uns nach Dampf ablassen zumute war ...).
Es ist "Mukopolysaccharidpolyschwefelsäureester". Sag das mal ganz schnell ...
Und ich kann dich trösten: In Thrombocutan Ultra Gel 60 000 ist es drin. _________________ Ich mache das Mögliche, GOTT macht das Unmögliche.
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