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Bakteriennachweis über Bluttest möglich?

 

Bakteriennachweis über Bluttest möglich?

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Ina



Anmeldedatum: 01.05.2011
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 01.05.2011, 19:55    Titel: Bakteriennachweis über Bluttest möglich?

Guten Abend liebes Wattebällchen,

Sie kennen sich, was bakterielle Infekte betrifft, immer sehr gut aus.
Können Sie mir bitte sagen, welche Bakterien über eine Blutuntersuchung nachweisbar sind und ob sich dazu auch über den Bluttest ein Antibiogramm erstellen läßt? Streptokokken sind beispielsweise über einen Bluttest nachweisbar.

Ist es ebenfalls möglich bei:

Gram positiven Kokken wie z.B. Stapylokokken, Pneumokokken usw...?
Gram negativen Kokken wie z.B. Haemophilus influenzae, Mykoplasmen, Klebsiellen usw...?
Intrazellulären Bakterien wie z.B. Toxoplasmen, Mykobakterien, Chlamydien, Mykobakterien, Listerien usw..?
Anaerobier wie z.B. Mykoplasmen usw...?


Herzlichen Dank vorab und viele Grüße
Ina
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Ina



Anmeldedatum: 01.05.2011
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 02.05.2011, 13:46    Titel: Bakterien Identifizierung über Bluttest?

Hallo an Alle hallo ,

natürlich sind mir auch die Informationen von anderen Experten bzw. Moderatoren wichtig!

Viele Grüße
Ina
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wattebällchen



Anmeldedatum: 09.07.2008
Beiträge: 957
Wohnort: 76327 Pfinztal-Kleinsteinbach

BeitragVerfasst am: 07.05.2011, 13:37    Titel:

HAllo liebe Ina,

lang hats gedauert, bis ich dir antworten kann, aber du weißt ja, dass wir Therapeuten noch eine kleine Nebenbeschäftigung haben und auch hier im Forum gibt es Patienten, wo es ganz schnell gehen muss.


Da hast du aber feste gegoogelt ...
Bist du grade in der Prüfungsvorbereitung zum Heilpraktiker oder zum Physikum ?

Hier erst mal die Erklärung der Fachterminologie:

Eine Kultur wird aus dem entsprechenden Material erstellt, also z. B. Sputum, Urin etc. Dazu wird das Material, das natürlich möglichst frisch ins Labor sollte (also mit noch lebenden Bakterien), in eine Petrischale mit der ausgeglühten (= steril gemachten) Öse auf einem Nährboden ausgestrichen. Ein paar mal längs und ein paarmal quer.
Das hast du bestimmt schon mal im Fernsehen gesehen, wie das gemacht wird.
Dann kommt ein Deckel auf diese Glasschale und ab in den Brutschrank. Da wird sie bebrütet bei 37 °.
Nun wachsen überall, wo man mit der Öse war, die Keime.

Nun kann man diese mit einer Öse (das ist so ein kleines Drahtringlein an einem Stiel) aufnehmen und auf einen Objektträger (Glasplättchen) ausstreichen, dann werden sie in einer speziellen Farblösung angefärbt, damit man sie besser sieht und dann unter dem Mikroskop untersucht, was für ein Keim das ist.
Die sehen nämlich alle anders aus.
Auch kann man sie unterscheiden, welche Farbe sie am besten annehmen. (= Färbung nach Gram). Das hängt von der Struktur der Zellwand ab, ob sie posotiv oder negativ sind.

Auch für das Färben gibt es verschiedene Methoden, je nach Material z. B. Knochenmarkzellen etc. Dazu nimmt man Giemsa-Färbung.
Ohhh lang ists her .... Aber es sitzt noch. Gelernt ist gelernt....

Und dann wird gezählt, wieviele pro Quadratmillimeter es sind.
Dann heißt es im Befund:
100 Keime (= wenig = +) oder 10 000 Keime (=Mittel = ++) oder 100 000 Keime (= massenhaft= +++). = einfach oder mehrfach positiv, also nachweisbar.
In diesem Fall wäre ein - = "negativ" gut = nicht nachweisbar.

Eine Blutkultur wird aus Venenblut gemacht, wenn jemand mit einer Infektion z. B. Verdacht auf Hirnhautentzündung oder Sepsis (Blutvergiftung) und hohem Fieber unklarer Ursache eingeliefert wird (Intensivstation). Da bebrütet man dann den Blutausstrich. Das geht innerhalb 24 Stunden. Dies ist aber keine Nachweismethode für den Hausarzt.

Und nun zum Antibiogramm:
Aus der bebrüteten Petrischale (siehe oben) werden wieder mit der Öse Keime entnommen und in eine speziell vorbereitete andere Petrischale gebracht. In dieser liegen konfettigroße Vließpapierchen, die mit jeweils einem anderen Antibiotikum präpariert sind.

Nun wird dann wieder bebrütet und das "Konfetti", wo im Umkreis die wenigsten Keime gewachsen sind, ist am wirksamsten.
Da , wo alles voll gewuchert ist, ist man resistent.

So kann man dann spezifisch das Antibiotikum auswählen und nicht mit einem Breitbandantibiotikum (der Name sagt es ja schon) nach dem Gießkannenprinzip ("es wird schon irgendeinen Keim erwischen...") therapieren.
Dies muss man vor allem machen, wenn jemand schon oft Antibiotika bekam und die Möglichkeit der Resistenz besteht.

Für Urin gibt es noch den Urikult. Da bekommst du ein spezielles steriles Röhrchen mit einem Nährboden am Stiel mit nach Hause. Dieser Stiel mit dem Nährboden wird in den Urin getaucht und dann bebrütet. Vorgehen dann wie oben.
Für diese Untersuchung benötigt man Mittelstrahlurin. Wie der gemacht wird, findest du hier im Forum. Ich habe es schon ausführlich gepostet. Gib bitte "Mittelstrahlurin" in der grünen Suchleiste ein.

Auf diese Weise kann man jeden Keim nachweisen.
Natürlich muss man manche Keime wie z. B. den Pseudomonas aeruginosa oder Pseudomonas cepacia länger bebrüten als sonst.

Auch für die Ausstriche muss man je nach Eigenschaft des Keims bestimmte Techniken anwenden. Z. B. auch zum Färben etc.

Dies wird in Labors von speziell ausgebildeten Fachkräften gemacht, das kann kein Hausarzt leisten. Ich habe es allerdings noch gelernt.

Der Hausarzt macht höchstens mal Blutzucker, Blutsenkung oder Urinschnelltests oder Stuhl auf Blut etc.
Früher machten sie noch Urinstatus und Blutbilder, aber das wird heute alles verschickt. Labors arbeiten da kostengünstiger.

Ende der Vorlesung .......
Noch Fragen ?
_________________
Ich mache das Mögliche, GOTT macht das Unmögliche.

www.praxis-die-insel-4you.de
Naturheil-Praxis "Die Insel"
Helga Bergmann
Söllinger Str. 9 c
76327 Pfinztal-Kleinsteinbach
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