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"Klassische Homöopathie" - Eine kurze Einführung

 

"Klassische Homöopathie" - Eine kurze Einführung

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Macholdt



Anmeldedatum: 12.08.2006
Beiträge: 45
Wohnort: Freiburg i. Br.; Tel. 0761-383 88 17

BeitragVerfasst am: 14.08.2006, 22:23    Titel: "Klassische Homöopathie" - Eine kurze Einführung

„Klassische Homöopathie“ – Eine kurze Einführung
von Karin Macholdt; Ärztin, Homöopathie; Bertoldstr. 31, 79098 Freiburg i. Br.,
Tel. 0761- 383 88 17


Der Begründer der Homöopathie ist der Arzt Samuel Hahnemann, geboren 1755 in Meißen.
Da er von den therapeutischen Möglichkeiten seiner Zeit sehr enttäuscht war, und der Meinung war, dass diese den Kranken oft mehr schaden als helfen, hatte er sich zeitweise weitestgehend aus der ärztlichen Tätigkeit zurückgezogen. Den Lebensunterhalt für seine Familie verdiente er in dieser Zeit v. a. durch Tätigkeiten auf chemischem Gebiet sowie durch Übersetzungen (er soll mindestens 8 Sprachen sehr gut beherrscht haben).
Bei der Übersetzung der Materia Medica (Arzneimittellehre) von Cullen fand Hahnemann u. a. die Behauptung, dass die Chinarinde „wegen ihres magenstärkenden Einflusses“ gegen die Malaria helfen solle. Diese Begründung erschien ihm willkürlich und nicht überzeugend. In der Hoffnung, Näheres über die Wirkungsweise der Chinarinde in Erfahrung bringen zu können, nahm Hahnemann deshalb während eines bestimmten Zeitraums mehrmals eine bestimmte Menge davon selbst ein. Über das Ergebnis war er sehr erstaunt: es erschienen nach und nach alle Symptome, die eigentlich typisch für die Malaria sind. Als er die Einnahmen der Chinarinde beendete, verschwanden die Symptome wieder. – Diese Erfahrung, der sogenannte „Chinarinden-Versuch“, war die Geburtsstunde des homöopathischen Denkens und damit der Homöopathie: dass nämlich 1) indem (relativ) gesunde Menschen eine bestimmte Arznei einnehmen und danach alle Symptome, welche dadurch auftreten, sehr genau notieren, die Wirkungsweise der Arzneien erforscht werden kann (sogenannte „Arzneimittelprüfung“), und 2) dass die Arzneien genau die Symptome bei kranken Menschen bessern oder heilen können, welche sich bei der Arzneimittelprüfung als für die jeweilige Arznei typische Symptome gezeigt haben (sogenanntes „Ähnlichkeitsprinzip“ – die Grundlage der Homöopathie).
In der Folge haben Hahnemann und seine Familienmitglieder, Freunde und Schüler nach und nach zahlreiche Arzneien in dieser Weise an sich geprüft. Und bis in die heutige Zeit prüfen Homöopathen/-innen auf nahezu der ganzen Welt Arzneien in dieser Weise. Es entstanden und entstehen dabei riesige Mengen an Informationen. Damit diese nicht unüberschaubar werden, wurden zwei verschiedene Systeme entwickelt, um die zahlreichen Symptome zu ordnen:
1) Die sogenannten Repertorien: dies sind große Nachschlagewerke, wo in einem bestimmten System (z. B. vom Kopf bis zum Fuß geordnet oder auch alphabetisch) nahezu unendlich viele Symptome aufgelistet sind. Und jeweils unter diesen Symptomen sind alle Arzneien aufgeführt, welche in Arzneimittelprüfungen genau dieses Symptom hervorgebracht haben, oder auch, die sich in der Behandlung kranker Menschen bei genau diesem Symptom bewährt haben. Und 2) Die sogenannten Arzneimittellehren: dies sind mehr oder weniger umfangreiche Werke (gekürzt: ein Band; umfangreich: 12 oder mehr Bände), in denen die in der Homöopathie bislang bekannten Arzneien beschrieben sind und die Symptome, welche in den Prüfungen dieser Arzneien aufgetreten sind, oder die sich in der Behandlung kranker Menschen mit der jeweiligen Arznei bewährt haben, aufgelistet sind.

Bei den Arzneimittelprüfungen und auch in der Behandlung kranker Menschen wurden mit der Zeit immer kleinere Dosierungen eingesetzt. Dabei wurde aber nicht nur die Menge an Arznei reduziert, sondern bei den Verdünnungsschritten der Arznei – im Fall von flüssigen Verdünnungen – gleichzeitig jedes Mal die Arznei geschüttelt (oder im Fall von festen Verdünnungen mit Milchzucker verrieben). Durch die Verdünnung nehmen die unerwünschten Wirkungen der Arzneien (z. B. Vergiftungssymptome) natürlich immer mehr ab. Erstaunlicherweise nehmen durch das Schütteln (oder Verreiben) aber gleichzeitig andere, für die Heilwirkung der Arznei wichtige Wirkungen immer mehr zu. Dies ist ein Phänomen, welches bis heute noch nicht zufriedenstellend erklärt werden kann. Aber dass es so ist, zeigt eine über 200 Jahre lange Erfahrung mit der Homöopathie. Diese Verdünnung in Kombination mit Schütteln oder Verreiben wird auch „Potenzierung“ genannt.

Was geschieht nun, wenn ein chronisch kranker Mensch (z. B. mit Neurodermitis, Migräne, einer chronischen gynäkologischen Erkrankung, Asthma bronchiale, chronischer Bronchitis, ADHS, einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung, Allergien, einer rheumatischen Erkrankung, einer bösartigen Erkrankung, etc., aber auch mit sogenannten funktionellen Beschwerden (= Beschwerden, für die keine organische Ursache gefunden werden kann) oder mit psychosomatischen Beschwerden) zu einem/-r homöopathischen Arzt/Ärztin kommt? – Der/Die Arzt/Ärztin fragt in der sogenannten Anamnese (Erstgespräch) sehr genau und detailliert nach allen Krankheitssymptomen und sonstigen Eigenschaften, die für diesen Menschen typisch sind. Dies ist notwendig, um die für diesen speziellen Menschen individuelle Arznei finden zu können. Denn verschiedene Menschen haben selbst bei der selben Diagnose immer noch zahlreiche Symptome und Eigenschaften, durch die sie sich voneinander unterscheiden. Und gerade diese individuellen Symptome und Eigenschaften sind für die Auffindung einer sogenannten „Konstitutionsarznei“ besonders wichtig. Damit dieses Erstgespräch nicht unendlich lange dauert, und damit trotzdem alle für die homöopathische Arzneimittelfindung wichtigen Fragen (und das sind sehr viele...) gestellt werden, bedienen sich viele Homöopathen/-innen eines Fragebogens, der vor dem Erstgespräch von dem/-r Patienten/Patientin ausgefüllt wird. Und Teil der ärztlich-homöopathischen Anamnese ist selbstverständlich auch eine körperliche Untersuchung. Alle gewonnenen Informationen werden dann von dem/-r Homöopathen/Homöopathin ausgearbeitet. Dies bedeutet: die für eine homöopathische Arzneimittelfindung relevanten Symptome werden in den oben erwähnten Repertorien aufgesucht. Dann werden in eine Art Tabelle alle Arzneien, die zu diesen Symptomen gehören, herausgeschrieben (jede Spalte dieser „Tabelle“ entspricht einem Symptom, und jede Zeile entspricht einer Arznei). Alle Arzneien, die dann möglichst zahlreiche der Symptome des/der Patienten/Patientin abdecken, kommen bei der weiteren Auswertung in die engere Wahl. Diese weitere Auswertung umfasst z. B. die Berücksichtigung sonstiger Eigenschaften des/der Patienten/Patientin, die manchmal in den Repertorien nicht sehr gut zu finden sind, und die aber trotzdem als typisch für bestimmte Arzneien bekannt sind. Wenn all diese Arbeit getan ist, teilt der/die homöopathische Arzt/Ärztin dem/der Patienten/Patientin den Namen der gefundenen Arznei mit und auch, wie diese einzunehmen ist. In den folgenden Patient/in-Arzt/Ärztin-Kontakten berichtet dann der/die Patient/-in, wie es ihm/ihr in der Zwischenzeit ergangen ist, und der/die Arzt/Ärztin entscheidet, ob die Behandlung mit der selben oder einer anderen Dosierung und mit der selben oder einer anderen Arznei (z. B. „Folgearznei“; „Zwischenarznei“; etc.) fortgeführt wird.
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