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Materia Medica

Klassische Homöopathie

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Bachblüten


Samuel Hahnemann: Klassische Homöopathie

Vipera berus, Kreuzotter


Familie der Viperidae (Vip.)


Vipera berus (Kreuzotter) Ottern findet man überall in Europa und Asien, sie bevorzugen feuchte sumpfige Gebiete. Für das homöopathische Mittel wird das Gift der Schlange aus den Giftdrüsen des Oberkiefers gewonnen und potenziert. Kreuzottern sind leicht von anderen Ottern zu unterscheiden durch ihren dunklen Zickzackstreifen auf dem Rücken. Den Artennamen „Viper“ verdanken sie der Tatsache, dass sie ihre Jungen lebend gebären (=vivus paro, lat.). Kreuzottern jagen vorwiegend abends und nachts, sie selbst werden von Füchsen und Igeln gejagt, in der kalten Jahreszeit halten sie Winterschlaf und im Frühling häuten sie sich.
Der Biss einer Viper ruft starke blitzartige in den ganzen Körper ausstrahlende Schmerzen hervor, es folgen aufsteigende Lähmungserscheinungen und starke Schmerzhaftigkeit der Einstichstelle. Das Gift schädigt vor allem die Gefäße in Form von Entzündung und Blutungsneigung. Wegen der Toxizität ist Vipera verschreibungspflichtig bis zur D3.
In der klassischen Homöopathie wird Vipera vor allem bei Erkrankungen von Herz, Kreislauf und Gefäßen verordnet.

Vipera wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Blut und Gefäße, Herz, Zentralnervensystem

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa):
Schlangenbiß, Verletzungen

Hauptanwendungsgebiete von Vipera

- Kreislaufschwäche
- Kollapszustände
- Angina pectoris
- Hepatitis (Leberentzündung)
- Ikterus (Gelbsucht)
- Erysipel (Wundrose)
- Lymphangitis (Lymphdrüsenentzündung)
- Varizen (Krampfadern)
- Venenstauungen
- Nasenbluten
- Thrombophlebitis (Venenentzündung)
- Embolie
- Gangrän (gewebszerstörendes Geschwür)
- Ulcus cruris (offenes Bein)
- Paresen (Lähmungen)
- Sepsis (Blutvergiftung)
- Brechdurchfall
- Uterusblutungen
- Polyneuritis (Entzündung peripherer Nerven)
- Poliomyelitis (Kinderlähmung)

Stimmung/Gemüt laut klassischer Homöopathie

Die Beschwerden begleitend können folgende typische Gemütszustände auftreten:
Die Betroffenen äußern qualvolle Angst mit dem Wunsch zu sterben. Delirante Zustände wechseln ab mit Schlaf und Ruhelosigkeit. Ein Mittel bei Geisteskrankheiten mit Manie, Raserei und Tobsucht, mit Wut und geistiger Verwirrung. Die Patienten glauben weit weg zu sein und wollen nach Hause gehen; sie argwöhnen, vergiftet worden zu sein. Krämpfe werden begleitet von Murmeln und Schreien. Die Betroffenen sprechen mit sich selbst, die Sprache ist undeutlich und unzusammenhängend oder wie berauscht. Ihnen ist schwindelig mit Übelkeit und Erbrechen und der Neigung nach vorn oder nach links zu fallen.

Extremitäten

Beschwerden der Extremitäten, für die Vipera als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Die Glieder sind geschwollen und schmerzhaft, schlimmer durch Berührung. Die Haut ist rot oder violett, mit gelben Flecken bedeckt. Krämpfe und Schweregefühl in den Beinen und das Gefühl von Pulsieren in den Extremitäten, synchron mit dem Puls. Wenn die betroffenen Glieder nach unten hängen gelassen werden, schmerzen sie unerträglich mit der Empfindung als würde der Arm oder das Bein bersten; daher muss der Patient das Glied hochlagern. Die Venen sind empfindlich und geschwollen mit berstenden Schmerzen. Starke Krämpfe in den Beinen, schlurfender Gang. Die Beine sind blau, grün, rot oder schwarz verfärbt. Die Patienten leiden unter Empfindungen wie Taubheitsgefühl, Ameisenlaufen, Spannungen, Schwäche und Steifheit. Man sieht teigige Schwellungen. Eine aufsteigende Lähmung beginnt in den Füßen. Der Gang ist taumelnd und stolpernd.

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Vipera:

Ein Mittel für Blut und Blutgefäße, besonders die Venen. Blutungsneigung, Nasenbluten, Thrombose und Thrombophlebitis. Krampfadern, venöse Stauungen, Geschwüre und Ulcus cruris (offenes Bein). Krämpfe und Blaufärbung der Unterschenkel. Von den Füßen her aufsteigende Lähmung mit schlurfendem Gang. Völlegefühl und unerträglicher Schmerz als wollten die Glieder bersten, die betroffenen Körperteile müssen hochgehalten werden. Herunterhängenlassen der Glieder verschlimmert den Schmerz ins Unerträgliche. Unerträgliche Angst und Ruhelosigkeit. Frostigkeit. Zyanose, Herzschwäche, drohender Kreislaufkollaps mit kaltem Schweiß und kalter Haut. Zungenschwellung, Schwellung der Speicheldrüsen. Klimakterische Beschwerden, anhaltende dunkle klumpige Uterusblutungen. Erbrechen von Galle, Schleim und Blut; blutige Diarrhoe. Besserung durch Schweiß und Erbrechen. Leberschmerzen strahlen in Schulter und Hüfte aus. Hepatitis. Furunkel, Karbunkel, Entzündung der Lymphknoten, blauschwarze Geschwüre. Gangrän. Gelbe, grüne und blaue Flecken der Haut. Periodizität der Beschwerden, treten jedes Jahr erneut zur gleichen Zeit auf.

Modalitäten

(=alles was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert)
Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, für die Vipera als Heilmittel infrage kommt:

Besserung der Beschwerden durch:
Hochlagern des Gliedes, Erbrechen, Schweiß

Verschlechterung der Beschwerden durch:
Herabhängenlassen der Glieder, Kälte, Berührung

Sonstiges

Vipera gilt als Antidot bei Vipernbissen.

Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.

Vipera-Fall aus der Praxis

Im Wartezimmer des Homöopathen saß ein Patient in einer seltsamen Stellung; er war in einer halb liegenden Position und hielt das schmerzende Bein hoch, zum Teil stützte er es an der Wand ab. Er litt unter einer heftigen Venenentzündung im inneren Oberschenkelbereich; hier war die Vena saphena dick angeschwollen und die Haut war blaurot verfärbt, die Umgebung war sehr druckempfindlich. Der Patient konnte die Schmerzen nur ertragen, wenn er das Bein hochlagerte.
Diese typische Symptomatik bei Venenentzündungen findet sich in der Materia medica bei den Schlangenmitteln wieder, das charakteristische sog. Schlüsselsymptom „Phlebitis, Besserung durch Hochlagern“ bzw. „Verschlimmerung durch Herunterhängenlassen“ findet sich im Arzneimittelbild von Vipera.
Daraufhin bekam der Patient eine Gabe Vipera C30. Die Mittelgabe erfolgte gegen Mittag und um 4 Uhr nachmittags rief der Patient an und berichtete, dass er keinerlei Beschwerden mehr habe und in seinem Garten bereits wieder mit dem Heckenschneiden beschäftigt sei.





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