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Materia Medica

Klassische Homöopathie

Schüssler Salze
Bachblüten


Samuel Hahnemann: Klassische Homöopathie

Spongia marina tosta, gerösteter Badeschwamm


Spongia marina, gerösteter Badeschwamm

Euspongia officinalis, Badeschwamm, Familie der Porifera(Spong.)


Der Badeschwamm wird vor allem im Mittelmeer, im Roten Meer und im Atlantik gefunden; zur Herstellung des homöopathischen Arzneimittels wird er gereinigt und dann geröstet. Schwämme wachsen sehr langsam; ein üblicher Badeschwamm ist bereits ca. 50 Jahre alt. Der wirksamste Bestandteil Spongias ist das Jod, ferner enthält es noch Brom, Kalk und Kieselsäure. Wegen des Jodgehaltes wurde der Badeschwamm bereits im 13. Jahrhundert gegen den Kropf eingesetzt. Der Schwamm ernährt sich, in dem er durch eine Art Atembewegung Mikroorganismen einsaugt und verdaut, wodurch sich eine Analogie zur Lungentätigkeit erkennen läßt.
In der klassischen Homöopathie wird Spongia vorwiegend beim kruppösen Husten der Kleinkinder eingesetzt sowie bei funktionellen Beschwerden von Herz und Schilddrüse.

Spongia wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Herz, Kehlkopf, Schilddrüse, Hoden.

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa): trockener kalter Wind.

Hauptanwendungsgebiete von Spongia

- Krupphusten
- Asthma
- Bronchitis
- Kehlkopfentzündung (Laryngitis)
- Halsentzündung (Pharyngitis)
- Keuchhusten
- chronischer trockener Schnupfen
- Struma (Kropf)
- Schilddrüsenüberfunktion (Morbus Basedow)
- Drüsenschwellung und -verhärtung
- Angina pectoris (Herzkranzgefäßverengung)
- Herzinsuffizienz(Herzschwäche)
- Herzhypertrophie (Herzvergrößerung)
- Herzschmerzen und -stiche
- Gicht
- Rheuma
- rheumatisches Fieber
- Menstruationsbeschwerden
- Hodenentzündung (Orchitis)
- Epididymitis (Nebenhodenentzündung)

Stimmung/Gemüt laut klassischer Homöopathie

Die Beschwerden begleitend können folgende typische Gemütszustände auftreten:
Angst und Furcht. Jede seelische Aufregung verschlimmert oder vermehrt den Husten. Verlangen zu singen.

Typus laut klassischer Homöopathie (Konstitutionsmittel)

Der Menschentyp, auf den Spongia als Heilmittel besonders wirksam ist, hat typischerweise folgende Charakteristika:
Blasse hellhäutige blonde Patienten. Kinder mit heller Gesichtshaut, schlaffen Muskeln und geschwollenen Drüsen.

Husten/Atemwege

Beschwerden der Atemwege, für die Spongia als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Spongia ist eine bewährte Indikation bei Pseudokrupp oder Krupphusten der Kinder aber auch für alle anderen Atemwegserkrankungen, die der Symptomatik entsprechen. Meist erwacht das Kind nachts mit erstickendem Husten, Atemnot und Angst. Die Luftwege sind knochentrocken, der Husten ist hart, bellend und trocken, ohne Schleimrasseln. Die Atmung ist eingeschränkt, besonders beim Einatmen, so daß der Patient kaum sprechen kann. Beugen des Kopfes nach hinten erleichtert das Atmen. Die Atmung klingt pfeifend, keuchend, asthmatisch oder wie eine Säge, die durch ein Holzbrett sägt. Dabei besteht häufig ein Kloßgefühl im Hals und der Hals ist übermäßig berührungsempfindlich. Der Husten wird gebessert durch warmes Essen und besonders durch warme Getränke. Jede seelische Aufregung verschlimmert oder verstärkt den Husten.

Herz

Herzbeschwerden, für die Spongia als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Der Patient leidet unter heftigem stürmischen Herzklopfen, oft begleitet von Atemnot. Das Herzklopfen ist so stark, als ob die Brust gesprengt würde. Er erwacht plötzlich, meist nach Mitternacht, fühlt Herzschmerzen und meint zu ersticken. Er hat große Angst mit Angstschweiß und fühlt sich elend und schwach. Nach der geringsten Anstrengung ist er völlig erschöpft, der Körper fühlt sich schwer an mit Blutandrang zur Brust und zum Gesicht. Spongia kann angezeigt sein bei Beschwerden, die durch Hypertrophie (Vergrößerung) des Herzens entstanden sind und bei Herzinsuffizienz, besonders des rechten Herzens; ferner bei Herzklopfen nachts, schlimmer vor der Menstruation. Typisch für Spongia sind auch Herzbeschwerden, die von Atembeschwerden oder Husten begleitet werden, wie z. B. bei Asthma cardiale (Herzasthma).

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Spongia:

Krupphusten, Bronchitis und Kehlkopfentzündung mit trockenem bellenden Husten, oft in Verbindung mit Herzklopfen und Angst. Verschlimmerung der Beschwerden nachts und durch Kälte. Erstickungsanfälle und Atemnot, schlimmer beim Einatmen (Aconitum=schlimmer beim Ausatmen). Atemgeräusch wie eine Säge, die durch ein Holzbrett sägt. Schwer löslicher spärlicher Auswurf. Husten trocken, bellend, keuchend, pfeifend, krächzend. Essen und Trinken bessert den Husten, besonders warme Getränke. Aufwachen mit Erstickungsgefühl. Hals sehr empfindlich bei Berührung. Räuspern und Heiserkeit. Trockenheit der Schleimhäute mit großen Durst. Großer Hunger. Blutandrang zum Kopf. Struma und Schilddrüsenknoten. Herzschmerzen beim Liegen, besonders mit tiefliegendem Kopf, nächtliches Herzklopfen 1.00-2.00 Uhr. Erwachen durch Herzklopfen. Hodenschwellung und -entzündung. Menstruationsbeschwerden.

Modalitäten

(=alles was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert)
Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, für die Spongia als Heilmittel infrage kommt:
Besserung der Beschwerden durch:
Ruhe, Liegen mit tiefgelagertem Kopf, Essen und Trinken (Husten), Beugen des Kopfes nach hinten (Atmung).

Verschlechterung der Beschwerden durch:
Bewegung, Anstrengung, trockener kalter Wind, nachts, Hochkommen vom Schlaf, Arme heben, Steigen.

Sonstiges

Spongia folgt gut nach Aconitum und ergänzt dessen Wirkung.
Der große Homöopath Bönninghausen empfahl folgende Therapie bei Krupp: erst Aconitum, dann Hepar sulfuris und dann Spongia - in dieser Reihenfolge zu geben.

Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.

Pseudokrupp - Spongia-Fall aus der Praxis

Frau K. kommt mit ihrem 3jährigen Sohn Noah in die Praxis, weil er in der letzten Woche zum fünften Male einen Pseudokrupp-Anfall hatte. Sie war sehr erschrocken, da sich der Anfall überhaupt nicht angekündigt hatte, Noah hatte vorher weder gehustet noch einen Infekt gehabt. Den ersten Anfall hatte der Junge vor ca. 1 Jahr; damals war er erkältet, hatte schon einige Tage bellend gehustet und war heiser. Nachts gegen 1.00 Uhr wachte das Kind dann mit starkem Husten und Atemnot auf, es wurde blau und rang nach Luft, woraufhin die Mutter voller Panik mit ihm in die Notaufnahme der Klinik fuhr. Da sich die Anfälle dann wiederholten, hatte der behandelnde Kinderarzt ihr Rectodelt-Zäpfchen verschrieben. Nach dem Kortisonpräparat bildeten sich die Symptome dann meist innerhalb einer Stunde wieder völlig zurück. Nun kommt Frau K. zum Heilpraktiker mit der Frage nach einer Alternative zum Kortison. Der Homöopath erfragt die genauen Beschwerden beim Anfall und erfährt, dass das Trinken von warmem Tee den Husten etwas reduziert. Ob Noah voller Schreck und Panik sei beim Anfall? Nein, das träfe wohl eher auf sie zu, meinte Frau K. Daraufhin verschreibt er dem Kind Spongia C30, das er nur im akuten Fall einnehmen soll.

Begründung der Mittelwahl

Bewährte Indikationen bei Pseudokrupp der Kinder sind Aconitum, Spongia und Hepar sulfuris. Da das Kind keine große Panik zeigt, spricht die Symptomatik eher für Spongia als für Aconitum, dieses wäre wegen ihrer Panik eher der Mutter zu empfehlen. Da Aconitum und Spongia sich als Mittel gut ergänzen können sie bei Unsicherheit auch nacheinander gegeben werden. In diesem Fall sichert die Besserung der Beschwerden durch warmen Tee die Wahl Spongias. Auch Hepar sulfuris hat eine Besserung durch Wärme, allerdings nicht so spezifisch durch warme Getränke wie Spongia.




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