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Materia Medica

Klassische Homöopathie

Schüssler Salze
Bachblüten


Samuel Hahnemann: Klassische Homöopathie

Natrium phosphoricum, phosphorsaures Natrium


Natrium phosphoricum in unseren Gewässern

Natriummonohydrogenphosphat (Nat.-p.)



ist ein Natriumsalz der Phosphorsäure und stellt sich dar als weißes Salz, welches in Wasser gut löslich ist. Die chemische Industrie setzt es Kunstdüngern zu oder verwendet es als Zusatzmittel in Waschpulvern, um die Wasserhärte herabzusetzen. Dadurch ist Natrium phosphoricum auch ein Teil des Umweltproblems, denn durch die Waschmittelrückstände in den Abwässern wird das Algenwachstum in Seen und Gewässern verstärkt und die Gewässer können umkippen. Als Lebensmittelzusatzstoff E339 dient es vor allem als Konservierungsmittel, Säureregulator und als Schmelzsalz. Phosphate gelten zwar gesundheitlich als unbedenklich aber in neuerer Zeit stehen sie unter dem Verdacht, ADHS und Hyperaktivitätssyndrom zu verursachen bzw. verstärken. In der Biochemie ist Natrium phos. als Salz Nr. 9 eines der Gewebemittel Schüsslers, und wird eingesetzt bei Stoffwechselproblemen und Übersäuerungszuständen.
In der klassischen Homöopathie wird Natrium phosphoricum vorwiegend bei Rheuma und Acidose (Übersäuerung) verordnet.

Natrium phosphoricum wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Magen-Darm-Trakt, Stütz- und Bindegewebe, Genitalien.

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa):
Übersäuerung, Verlust von Körperflüssigkeiten, sexuelle Exzesse.

Hauptanwendungsgebiete von Natrium phosphoricum

- Sodbrennen
- saures Aufstoßen und saures Erbrechen
- Hyperacidität
- Gastritis und Magenschmerzen
- Schwangerschaftserbrechen
- Diarrhoe (Durchfall)
- Bindehautentzündung (Konjunktivitis)
- Halsentzündung
- Apthen
- Koliken und Blähsucht
- Sterilität (Unfruchtbarkeit)
- Impotenz und Erektionsschwäche
- Gonorrhoe
- Gelbsucht
- Rheuma, Arthritis und Gicht
- Gichtzeh (Podagra)
- Kniegelenksbeschwerden und sog. "Hausmädchenknie"
- Bursitis (Schleimbeutelentzündung)
- Urtikaria (Nesselsucht) besonders der Knöchel
- Erysipel (Wundrose)
- Milchschorf
- Leukämie
- Würmer

Stimmung/Gemüt laut klassischer Homöopathie

Die Beschwerden begleitend können folgende typische Gemütszustände auftreten:
Der Patient ist furchtsam und niedergeschlagen und seufzt. Lernen und Konzentration fällt ihm schwer, er leidet unter Gedächtnisschwäche. Hysterische Ängste befallen ihn: Angst um die Gesundheit, vor der Zukunft, er glaubt nie wieder gesund zu werden, fürchtet sich vor schlechten Nachrichten. Geräusche lassen ihn zusammenfahren. Seine Bewegungen sind hektisch, er ist ständig in Eile. Er hat Sinnestäuschungen und Einbildungen, z. B. hört er Schritte im Raum nebenan, er hält Möbelstücke für Personen. Er sieht Verstorbene. Er hört Geräusche im Ohr, als würden Tropfen fallen. Der Kopf ist dumpf, besonders morgens und geistige Anstrengung bewirkt Kopfschmerzen, besonders in der Stirn. Leichtes Erröten.

Verdauung

Beschwerden der Verdauung, für die Natrium phosphoricum als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Typisch für dieses Mittel ist der gelbe rahmartige Belag im hinteren Zungenbereich, am weichen Gaumen und an den Mandeln. Auf Lippen und Wangen bilden sich Aphten, die Zungenspitze weist Blasen auf. Die Verdauungsbeschwerden sind charakterisiert durch die Übersäuerung: Saures Aufstoßen, Sodbrennen und saures Erbrechen, auch Erbrechen von käsiger Substanz, morgens vermehrt. Schwangerschaftserbrechen. Schluckstörungen und das Gefühl eines Kloßes oder Klumpens im Rachen. Zucker, Milch, bittere und fette Speisen sind unverträglich und verursachen Beschwerden. Der Durchfall ist gelblich oder grünlich und kann aussehen wie gehackt. Der Bauch ist aufgetrieben, Blähsucht mit unwillkürlichem Stuhlabgang bei Flatulenz. Analer Juckreiz und Wurmbefall.

Extremitäten

Beschwerden der Extremitäten, für die Natrium phosphoricum als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Nat.-phos. ist ein Mittel für Rheuma, Arthritis und Gicht, besonders wenn das Kniegelenk betroffen ist. Akute Kniegelenksentzündung durch Überlastung, sog. Hausmädchen- oder Fliesenlegerknie. Schleimbeutelentzündung (Bursitis). Die Extremitäten werden steif schon nach geringer Anstrengung (durch Überschuss an Milchsäure in den Muskeln). Die Gelenke knirschen. Die Füße sind tagsüber eisigkalt und brennen nachts. Schwäche der Knöchel. Gelenk- und Herzschmerzen wechseln sich ab, ist eine Beschwerde besser, verschlimmert sich die andere.

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Natrium phosphoricum:

Wichtiges Mittel bei Zuständen von Übersäuerung: Übelkeit, saures Aufstoßen, saurer Geschmack im Mund, saures Erbrechen, Blähsucht und Sodbrennen. Folgen von zuviel Zucker. Morgendliche Übelkeit von Schwangeren mit saurem Erbrechen. Gelber rahmartiger Belag im Mund, besonders hinten am Gaumen, auch auf den Mandeln. Allgemein gelbe Absonderungen: Augen, Nase, im Rachen, Durchfall, gelbe Farbe der Haut, Gelbsucht. Nervöse Schwäche. Sterilität, sexuelles Verlangen ohne Erektion, schwächende Samenergüsse im Schlaf, danach Schwäche im Rücken und Zittern der Glieder. Füße tags eiskalt und nachts brennend. Arthritis und Rheuma des Kniegelenkes, akute Kniegelenksentzündung durch Überlastung, sog, Hausmädchenknie. Bursitis. Knirschen in den Gelenken. Abwechselnd Gelenk- und Herzschmerzen. Steifheit nach geringer Anstrengung (durch Überschuss an Milchsäure in den Muskeln). Kopfschmerzen während Gewitter, Gewitter verschlimmert die Schmerzen, löst Zittern und Herzklopfen aus. Jucken um Nase, Mund und Anus, Kinder bohren in der Nase. Wurmbefall. Großes Verlangen nach gebratenen Speisen oder solchen mit intensivem Geschmack. Unverträglichkeit von sauren Speisen, Milch und Zucker. Folgen von Säfteverlust.

Modalitäten

(=alles was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert)
Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, für die Natrium phosphoricum als Heilmittel infrage kommt:
Besserung der Beschwerden durch:
Druck, Kälte, im Freien.

Verschlechterung der Beschwerden durch:
Geistige Anstrengung, Gewitter, Zuglut, morgens und nachts, saure Speisen, Milch, während der Menses.

Sonstiges

Natrium phos. soll in kleinen subkutanen Dosen erfolgreich gegen die Morphin- bzw. Heroinsucht eingesetzt worden sein, das Verlangen nach der Droge wurde gedämpft und so die Sucht durchbrochen (Clarke, Boericke, Dewey).

Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.

Natrium-phos.-Fall von Dr. M. Tyler

Die berühmte Homöopathin Frau Dr. M. Tyler berichtet über ihren ersten Fall, den sie mit Natrium phos. behandelte:
Eines späten Abends wurde ihr zugetragen, dass eines der Hausmädchen ein "schlimmes Knie" hätte. Daraufhin eilte Frau Dr. Tyler ins obere Stockwerk, wo sie das Mädchen untersuchte. Sie fand ein heißes geschwollenes und sehr schmerzhaftes Knie vor, das Gelenk war ganz akut entzündet. Da sie sich gerade mit den 12 Salzen Schüsslers beschäftigte, fiel ihr sofort Natrium phos. ein, eine bewährte Indikation bei Gichtzeh und auch bei Würmern und so erhielt das Mädchen eine Dosis. Es wirkte ganz nach Plan, denn am nächsten Morgen war die Entzündung im Knie abgeklungen und die Patientin hatte zwei Spulwürmer ausgeschieden!
"Dies war einer der Fälle, die sich einem unauslöschlich einprägen - gewissermassen eine gelungene Einführung in dieses Mittel. Danach war mir Natrium phosphoricum kein bloßer Name mehr sondern ein getreuer Freund, der mir bei rheumatischen Beschwerden, besonders von Kindern, immer wieder zu Hilfe gekommen ist."


Bei einer akuten Entzündung des Knies kommen - wenn die Modaliäten stimmen - neben Belladonna auch Pulsatilla und Bryonia in Betracht.




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