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Materia Medica

Klassische Homöopathie

Schüssler Salze
Bachblüten


Samuel Hahnemann: Klassische Homöopathie

Mygale lasiodora, Vogelspinne


Aranea avicularis, Familie der Araneae (Mygal.)


Mygale lasiodora (Vogelspinne) Bei Mygale handelt es sich um eine große schwarze Vogelspinne, die auf Kuba heimisch ist. Vogelspinnen kommen vorwiegend in den Tropen vor; sie sehen furchterregend aus durch ihre dunkle Behaarung, obwohl nur wenige für Menschen gefährlich sind. Die Spinne kann maximal 30 cm groß werden, wovon die Beine bis zu zwei Drittel ihrer Körperlänge ausmachen. Sie ist mit ca. 10 Jahren ausgewachsen und lebt dann noch weitere 10 Jahre. Der Name Mygale bedeutet Spitzmaus, was auf den samtartigen Pelz der Spinne hinweist, lasiodora bedeutet „wolliges Insekt“ und bezieht sich auf die Behaarung Ob Vogelspinnen wirklich Vögel fressen ist zweifelhaft, Fachleute glauben, dass sie den Namen wegen der hohen Sprünge die sie machen können tragen. Vogelspinnen erzeugen keine Spinnweben sondern weben dichte weiße röhrenförmige Netze zwischen Blättern oder in Baumspalten, in denen das Opfer sich dann verfängt. Wird ein Mensch von der Spinne gebissen, tritt eine starke Rötung der Haut auf, die sich den Lymphgefäßen folgend streifenförmig ausbreitet. Dann folgt Frost und Fieber mit großem Durst; dann kann Übelkeit und Herzklopfen auftreten sowie Zittern und Atemnot. Tödlich ist der Spinnenbiß aber nicht.
1869 wurde Mygale von J. G. Houard geprüft und in die Materia medica eingeführt. In der klassischen Homöopathie wird das Mittel vorwiegend bei Zuckungen, Tics und Krämpfen verordnet.

Mygale wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Rückenmark, Nervensystem, Urogenitaltrakt, Extremiäten

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa):
Gonorrhoe (Tripper), Schlafmangel

Hauptanwendungsgebiete von Mygale

- Chorea (Veitstanz)
- Konvulsionen (Krampfanfälle)
- Tremor (Zittern)
- Tics
- Muskelzucken
- Krämpfe
- Restless legs Syndrom
- Torticollis (Schiefhals)
- Schlafstörungen
- Depression
- Tachykardie (Herzklopfen)
- Kopfschmerzen
- Gonorrhoe (Tripper)
- Syphilis (Schanker)
- Lymphangitis (Lympdrüsenentzündung)
- Urethritis (Harnröhrenentzündung)
- Übelkeit und Erbrechen
- Schluckauf
- Zähneknirschen

Stimmung/Gemüt laut klassischer Homöopathie

Die Beschwerden begleitend können folgende typische Gemütszustände auftreten:
Die Patienten fühlen sich den ganzen Tag über traurig und niedergeschlagen. Sie sind schwach aber trotzdem ruhelos, mit Herzklopfen und voller Furcht. Sie sind zittrig am ganzen Körper, besonders abends. Der Gesichtsausdruck ist verzagt und ängstlich. Der Zeitsinn ist verfälscht. Sie lieben Musik und Rhythmik, sind empfindlich gegenüber Lärm und Geräuschen. Einige Patienten sprechen ständig über die Arbeit und das Geschäft, vermehrt in den Abendstunden. Die Sprache klingt abgehackt, die Worte werden ruckartig ausgestoßen; im Schlaf beißen sich die Kranken auf die Zunge. Der Kopf ist heiß und gerötet, ein dumpfer Schmerz ist in der Stirn lokalisiert, begleitet von Schwindel und undeutlichem Sehen, auch mit Übelkeit. Gegen Essen besteht Abneigung, dafür übermäßiger Durst. Tabakrauchen bewirkt eine Besserung der Beschwerden.

Nervensystem

Beschwerden des Nervensystems, für die .Mygale als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Ein Mittel für Chorea, Zuckungen, Tics und Krämpfe: Der Kopf zuckt zu einer Seite, meistens der rechten. Rechter Arm und rechtes Bein zucken. Wenn der Patient versucht, den Arm zum Kopf zu heben, zuckt er heftig nach hinten. Die Muskeln des Gesichts sind verzerrt, Augen und Mund öffnen und schließen sich in schneller Folge. Die Patienten werfen den Kopf nach hinten und dann mit einem Ruck nach vorn. Arme und Beine sind ständig in Bewegung, zucken oder krampfen. Zuckungen und krampfartige Bewegungen der Schultern, Hände und Füße. Unfähigkeit zu gehen oder zu stehen Wenn der Patient versucht die Bewegungen zu kontrollieren gerät er außer Atem. Er knirscht nachts mit den Zähnen; das Herausstrecken der Zunge ist schwierig. Während der Nacht sind die Beschwerden besser, morgens nach dem Erwachen verschlimmert sich der Zustand wieder.

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Mygale:

Ein Mittel für Chorea, Muskelzuckungen, Tics und Krämpfe. Tics im Gesicht mit Blinzeln, Flattern, Verzerrung. Zittern. Frost und Schwäche. Ruckartige Sprache. Zähneknirschen nachts. Ständige Bewegung des gesamten Körpers, ruhelose Hände und Füße. Rucken der Glieder. Krampfhafte Bewegungen einer Körperhälfte. Bewegungen unkontrollierbar, aber ruhig im Schlaf. Schulterzucken. Torticollis. Schlurfender Gang. Unfähigkeit zu stehen und gehen. Schwäche, Nervosität, Herzklopfen und Furcht. Redet vom Geschäft. Krampfhaftes Öffnen und Schließen der Augen. Dumpfer Stirnkopfschmerz. Trübes Sehen. Schwindel mit Taumeln. Übelkeit und Erbrechen, begleitet von starkem Herzklopfen. Schmerzhafte Krümmung des erigierten Penis, bei Gonorrhoe. Starker Sexualtrieb. Brennender und heißer Urin, Stechen in der Harnröhre. Rote streifige Verfärbung der Haut, dem Verlauf der Lymphgefäße entlang. Abneigung gegen Essen und übermäßiger Durst. Morgendliche Verschlimmerung. Empfindlich gegen Musik und Geräusche. Tabak bessert die Beschwerden. Einseitige Beschwerden, meist rechts.

Modalitäten

(=alles was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert)
Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, für die Mygale als Heilmittel infrage kommt:

Besserung der Beschwerden durch:
während des Schlafes, Tabakrauchen

Verschlechterung der Beschwerden durch:
morgens, Essen, Sitzen, Berührung, Geräusche, Licht

Sonstiges

Ledum antidotiert die Wirkung Mygales.

Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.

Mygale-Fall

Der 6jährige Jannes kommt mit seiner Mutter in die Praxis wegen eines nervösen Tics, der schon seit längerer Zeit besteht. Die Mutter berichtet, dass der Junge vor 2 Jahren begann, die Augen zuzukneifen, dann fing er an Grimassen zu schneiden, inzwischen haben sich noch andere Zuckungen dazugesellt. Der Hausarzt riet ihnen zu Magnesium, außerdem solle der Junge viel Milch trinken, was aber keine Besserung bewirkt hatte. Auch der daraufhin konsultierte Psychologe konnte nichts erreichen. Daraufhin waren sie zum Neurologen gewechselt; dieser empfahl eine Medikation mit einem Antiepilepticum. Das wollte die Mutter dann aber doch nicht, da ihr die Nebenwirkungen auf der Packungsbeilage zu heftig erschienen. In der homöopathischen Anamnese ergab sich folgender Befund: ein magerer Junge mit unbeholfenen Bewegungen, er knirscht mit den Zähnen in der Nacht, zuckt nachts aber nicht, ist frostig, hat immer kalte Hände und Füße, neigt zu rezidivierenden Mandelentzündungen.
Daraufhin bekommt Jannes eine Gabe des homöopathischen Mittels Mygale in Hochpotenz.
Am nächsten Tag bekommt er dann eine fieberhafte Tonsillitis, fühlt sich aber recht munter dabei. Am 2. Tag ist das Fieber gewichen. Nach weiteren vier Wochen sind auch die Tics verschwunden.






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