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Materia Medica

Klassische Homöopathie

Schüssler Salze
Bachblüten


Samuel Hahnemann: Klassische Homöopathie

Kreosotum, Buchenholzteer


(Kreos.)



Aus Holz wird Buchenholzteer Kreosotum wird durch Destillation aus Buchenholzteer gewonnen, es entsteht bei der trockenen Destillation von Holz unter Luftabschluss. Das Destillat besteht aus einer Mischung verschiedener Phenole, u.a. Guajacon und Kreosol und stellt sich dar als eine hellgelbe ölige brennbare Flüssigkeit mit brennendem Geschmack und einem deutlichen Geruch nach Rauch. Wegen seiner starken antiseptischen und auch antiparasitären Wirkung wird es in der Tierheilkunde gern gegen Huf- und Klauenleiden sowie zur Narbenbehandlung verwendet. Weiterhin benutzen es Jäger als Lockmittel für Rot- und Schwarzwild, sie streichen es an Bäume und der intensive Geruch lockt die Tiere an, die sich gern an den Bäumen reiben. Lange Zeit wurde Holzteer im Holzschiffbau zur Konservierung von Holz und Tauwerk benutzt.
In der klassischen Homöopathie findet Kreosotum vorwiegend Verwendung bei Mund- und Zahnleiden sowie bei Magenleiden.
Wegen der Toxizität ist Kreosotum verschreibungspflichtig bis zur D3.

Kreosotum wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Haut, Schleimhäute, Zähne, weibliche Genitalien.

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa):
kaltes Waschen oder Baden, Schwangerschaft, Zahnung.

Hauptanwendungsgebiete von Kreosotum

- Zahnungsbeschwerden
- Zahnfleischbluten
- Karies
- Mundgeruch
- Kopfschmerzen
- Katarakt (grauer Star)
- Bronchitis
- Lungentuberkulose
- Diabetes und seine Folgezustände
- Gastritis
- Ulcus ventriculi (Magengeschwür)
- Ulcus duodeni (Zwölffingerdarmgeschwür)
- Magenkrebs
- Kachexie (Abmagerung)
- Diarrhoe (Durchfall)
- Reizblase
- Enuresis (Bettnässen)
- Fluor (Ausfluss)
- Schwangerschaftserbrechen
- Menstruationsbeschwerden
- Hämorrhoiden
- Neuralgien
- Ekzem
- Urtikaria (Nesselsucht)
- Pruritus (Juckreiz)
- rheumatische Beschwerden
- Durchblutungsstörungen

Mund/Zähne

Beschwerden des Mundes, für die Kreosotum als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Schmerzhafte Zahnung der Säuglinge mit Schlaflosigkeit und Durchfall. Die Zähne beginnen zu verfallen, sobald sie durchkommen, schon die Milchzähne werden schwarz und faulig, Neigung zu Karies. Übelriechender Mundgeruch durch kariöse Zähne. Schwarze Flecken auf den Zähnen, unerträgliche Zahnschmerzen, Zahnschmerz in der Schwangerschaft. Das Zahnfleisch ist schwammig und aufgedunsen, es blutet schon bei leichter Berührung oder beim Zähneputzen, oft ist es bläulich verfärbt, entzündet oder geschwürig. Es bilden sich Aphten auf der Mundschleimhaut, auch in der Schwangerschaft. Speichelfluss und großer Durst. Bitterer Geschmack tief unten im Hals.

Verdauung

Beschwerden der Verdauung, für die Kreosotum als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Übelkeit und Erbrechen von unverdauter Speise lange nach der Mahlzeit, Erbrechen mit süßlichem Geschmack und begleitendem Speichelfluss. Schwangerschaftserbrechen und morgendliches Erbrechen, Sodbrennen. Der Bauch ist aufgetrieben und sehr druckempfindlich, enge Kleidung am Bauch ist unerträglich. Kältegefühl und Schmerzen in der Magengegend und um den Nabel, Essen bessert kurzzeitig die Beschwerden. Unstillbares Erbrechen mit Ekel vor dem Geruch von Speisen. Völlegefühl mit Unverträglichkeit des Kleiderdrucks. Übelkeit kurz nach dem Essen, 1-2 Stunden später danach Erbrechen von Unverdautem. Schmerz um den Nabel, brennende Eingeweide. Heftige Bauchschmerzen, begleitet von Klopfen in den Adern oder Herzklopfen. Sehr übelriechender dunkelbrauner Durchfall, auch blutig. Kinder bekommen grünen Durchfall bei der sehr schmerzhaften Zahnung.

Urogenitaltrakt

Beschwerden des Urogenitaltraktes, für die Kreosotum als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Ausfluss mit starkem Jucken und wundmachenden scharfen Absonderungen. Ausfluss, der Schwellung und Wundheit der Vagina verursacht; die Wundheit kann sich bis zu dem Oberschenkeln ausdehnen. Die Menses sind zu früh, zu stark und zu lange, hören beim Sitzen oder Gehen auf und fließen wieder beim Liegen. Unwillkürlicher Harnabgang, der Patient muss sich bei Harndrang sehr beeilen, weil er sehr plötzlich kommt oder er kann nur im Liegen urinieren. Brennende Schmerzen bei und nach dem Wasserlassen. Enuresis der Kinder vor allem im ersten Schlaf, aus dem sie nur schwer zu erwecken sind. Träume vom Urinieren, die sich dann bewahrheiten. Übelriechender Urin.

Haut/Schleimhäute

Beschwerden der Haut und Schleimhäute, für die Kreosotum als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Blutungsneigung, selbst bei kleinsten Wunden. Heftiger Juckreiz der Haut, der sich abends verschlimmert. Wundheit, Juckreiz und Entzündung der Schleimhäute, besonders im Bereich der Vagina. Übelriechende Absonderungen der entzündlichen Veränderungen. Ekzem auf Augenlidern, Gesicht oder Gelenken. Die Fußsohlen brennen.

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Kreosotum:

Charakteristisch sind brennende Schmerzen und übelriechende Ausflüsse. Alle Absonderungen sind faulig, ätzend-wundmachend und sehr übelriechend. Zustände die mit Appetitlosigkeit und Abmagerung einhergehen, Tumorkachexie. Karieserscheinungen an den Zähnen, schwarze und verfaulte Zähne, geschwollenes schwammiges Zahnfleisch, bläulich rot und leicht blutend. Übler Mundgeruch durch kariöse Zähne. Unstillbares Erbrechen, Schwangerschaftserbrechen, mit Ekel vor dem Geruch von Speisen. Völlegefühl, enge Kleidung am Bauch ist unerträglich. Übelkeit kurz nach dem Essen, 1-2 Stunden später danach Erbrechen von Unverdautem. Schmerz um den Nabel, brennende Eingeweide. Heftige Bauchschmerzen, begleitet von Klopfen in den Adern oder Herzklopfen. Stiche in der Brust, schlimmer beim Einatmen. Druck auf das Brustbein und Husten. Übelriechender eitrig-blutiger Auswurf bei chronischen infektiösen oder destruierenden Lungenerkrankungen. Blutungsneigung selbst bei kleinsten Wunden. Heftiger Juckreiz der Haut, entzündliche Hautveränderungen. Ekzeme, Pusteln und Furunkel mit starkem Juckreiz. Folgezustände von Diabetes wie Juckreiz, Star oder Gangrän. Neuralgien, besonders in Zusammenhang mit Diabetes, periphere Durchblutungsstörungen. Schmerzhafte Menstruation, zu früh, zu stark und zu lange, Blutfluss beim Hinlegen, Stillstand beim Sitzen oder Herumgehen. Scharfer wundmachender und übelriechender Ausfluss, Schwellung und Jucken. Wasserlassen leichter im Liegen oder kann nur im Liegen urinieren. Bettnässen der Kinder im ersten Schlaf, aus dem das Kind schwer zu erwecken ist. Nach Aufregung wird im ganzen Körper ein Klopfen gespürt (arterielle Pulsationen). Schlechte Laune und Reizbarkeit, mürrisch und eigensinnig, kann durch nichts zufriedengestellt werden.

Modalitäten

(=alles was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert)
Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, für die Kreosotum als Heilmittel infrage kommt:
Besserung der Beschwerden durch:
Wärme, Bewegung, heiße Speisen, Druck, nach Schlaf.

Verschlechterung der Beschwerden durch:
Kälte, in Ruhe, beim Liegen, während der Menstruation, Essen, Sommer, 18.00 bis 6.00 Uhr.

Sonstiges
Kreosotum sollte nicht nach Carbo vegetabilis, China officinalis oder Chelidonium majus eingenommen werden.

Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.

Magenbeschwerden - Kreosotum-Fall aus der Praxis

Herr L. kommt in die homöopathische Praxis wegen therapieresistenter Magenbeschwerden, unter denen er schon seit über einem Jahr leidet. Dadurch habe er auch bereits viel an Gewicht verloren. Nach den genauen Symptomen befragt, berichtet er, dass er bald schon nach einer Mahlzeit ein Brennen im Magen spürt, darauf folgt dann ein unangenehmes Völlegefühl. Dann wird ihm übel und dieÜbelkeit nimmt immer mehr zu, bis es dann zum Erbrechen kommt. Meist ist das Erbrochene sauer oder scharf, und es enthält unverdaute Speisen. Weiterhin hätte er einen sehr bitteren Mundgeschmack. Wie lange nach dem Essen tritt das Erbrechen auf? So ca. 1 bis 2 Stunden nach dem Essen. Nachdem er dann erbrochen hat, besteht aber die Übelkeit weiter. Gibt es Umstände, die die Beschwerden bessern oder verschlimmern? Herr L. hat den Eindruck, dass ihm warme und heiße Speisen besser bekommen als kalte. Gibt es noch begleitende Beschwerden? Ja, seit es mit den Magenproblemen begann, spüre er häufig ein Klopfen und Pulsieren im ganzen Körper, bis in die Fingerspitzen. Daraufhin verordnet der Homöopath Herrn L. das homöopathische Arzneimittel Kreosotum.


Begründung der Mittelwahl

Die brennenden Magenschmerzen lassen den Homöopathen an Arsenicum album oder Phosphorus denken. Relevant für die Wahl des homöopathischen Arzneimittels Kreosotum ist aber in diesem Fall die für dieses Mittel typische Magensymptomatik in Verbindung mit den Pulsationen. Auch die Modalitäten (besser durch warme, schlechter durch kalte Speisen) bestätigen die Mittelwahl.



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