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Materia Medica

Klassische Homöopathie

Schüssler Salze
Bachblüten


Samuel Hahnemann: Klassische Homöopathie

Kalmia latifolia, Berglorbeer


Ledum floribus bullatis, Familie der Ericaceae (Kalm.)


Kalmia latifolia (Berglorbeer) Kalmia ist ein immergrünes Heidekrautgewächs, das in Nordamerika heimisch ist und dort auf steinigen kahlen Hügeln in Wassernähe wächst. Seine Blätter und Triebe sind für das Vieh schädlich, seine Blüten liefern einen Honig der angeblich auch schädlich sein soll; wohl daher wird die Pflanze im Volksmund „Lammtöter“ genannt. Vom kanadischen Rebhuhn sagt man, es sei für den Menschen giftig, wenn es Kalmiabeeren gefressen hat. Die Einheimischen benutzen die pulverisierten Blätter als Hausmittel bei Hauterkrankungen.
In der klassischen Homöopathie ist Kalmia ein wichtiges Mittel bei Herzerkrankungen; es wurde von C. Hering in die Materia medica eingeführt. Er schreibt:
„Es gibt nur wenige Mittel im Arzneischatze, die eine solche Herrschaft über den Puls haben und so entschieden die zu schnellen Herzschläge wohlthuend mildern als Kalmia“

Kalmia wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Herz, Kreislauf, Nerven

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa):
Frost, Wind, Tabak, Sonne

Hauptanwendungsgebiete von Kalmia

- Herzerkrankungen wie
- Angina pectoris (Herzkranzgefäßverengung)
- Myokarditis (Herzmuskelentzündung)
- Endokarditis (Herzinnenhautentzündung)
- Klappeninsuffizienz
- Aortenstenose (Verengung der Aorta)
- Aortenaneurysma (Ausweitung der Aorta)
- rheumatische Herzleiden
- Herzhypertrophie (Sportlerherz, Herzvergrößerung)
- Tabakherz
- Nervöse Herzbeschwerden
- Kopfschmerzen
- Schwindel
- Augenschmerzen
- Trigeminusneuralgie
- Herpes zoster (Gürtelrose)
- Neuralgien nach Herpes
- Rheuma
- Gicht
- Lumbago (Rückenschmerzen)
- Nephritis (Nierenentzündung)
- Albuminurie in der Schwangerschaft (Eiweiß im Urin)

Herz/Kreislauf

Beschwerden von Herz und Kreislauf, für die Kalmia als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Ein Mittel für die verschiedensten Herzleiden wie Angina pectoris, Sportlerherz (Hypertrophie), Tabakherz, Klappeninsuffizienz, Aortenstenose, Karditis. Häufig haben die Herzbeschwerden ihre Ursache in einem rheumatischen Geschehen. Die Beschwerden steigen und fallen mit dem Sonnenlauf, von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Das Herz flattert mit Angstgefühl und Atemnot, heftige Herzschmerzen strahlen in den Arm oder die Schulter aus oder Druck vom Oberbauch zum Herzen. Herzklopfen und langsamer schwacher und zittriger Puls, schlimmer beim Vornüberbeugen. Die Betroffenen zittern am ganzen Körper, die Herztätigkeit ist tumultartig beschleunigt, man kann das Herz durch die Kleidung schlagen sehen. Der Zustand verschlimmert sich beim Liegen auf der linken Seite und bessert sich in Rückenlage.

Extremitäten/Rücken

Beschwerden von Rücken und Extremitäten, für die Kalmia als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Rheumatische Beschwerden wechseln sich ab mit Herzsymptomen, wandernde Schmerzen verlagern sich schnell. Oder die Schmerzen befallen einen Teil des Gliedes, wandern von einem Glied zum anderen. Begleitende Beschwerden sind lähmungsartige Schwäche, Prickeln, Taubheits- und Kältegefühle in den Gliedern. Die Gelenke sind rot, heiß und geschwollen. Mitteltypisch ist Rheuma des M. deltoideus, besonders der rechten Seite. Schmerzen schießen vom Hals den Arm hinab oder den Rücken hinunter als wolle er abbrechen. Nervöser Rückenschmerz mit Hitze und Brennen. Eigentümliche Symptome sind Gefühl von Starrheit der Haut und Gefühl, als sei der Körper elektrisch geladen. Neuralgische Schmerzen schießen an den Nervenbahnen entlang, gehen meist von oben nach unten.

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Kalmia:

Herzstiche ziehen in den rechten Arm. Herzklopfen rechts am Hals hochschlagend. Herzflattern und Angst. Angina pectoris mit Kribbeln und Taubheitsgefühl im linken Arm. Tachykardie. Langsamer unregelmäßiger Puls. Schmerzen schießen die Nervenbahnen entlang. Schmerz in der Brust zieht in die Schulterblätter. HWS-Schmerz zieht in den Arm. Schmerzen strahlen von Herz und Auge bis in die Finger aus. Heftiges Herzklopfen, schlimmer beim Vorbeugen und Liegen auf der linken Seite, besser beim Liegen auf dem Rücken. Karditis nach Gicht oder Rheuma. Rheumatische Schmerzen wechseln sich ab mit Herzbeschwerden, erstreckten sich von oben nach unten. Tabakherz. Rheuma der rechten Schulter, des rechten M. deltoideus. Gelenkschmerzen mit Röte, Hitze und Schwellung, schlimmer bei geringer Bewegung. Augenschmerzen. Kopfschmerz über dem rechten Auge, besser durch reichliches Urinieren, schlimmer durch Bewegung, Bücken und nach unten sehen. Trigeminusneuralgie, besonders rechts. Neuralgien mit Schwäche und blitzartigen abwärtschießenden Schmerzen, an den Nerven entlang. Neuralgien nach Herpes. Kribbeln, Taubheit und Zittern. Knochenschmerzen. Magenschmerzen schlimmer beim Vorbeugen und besser bei Aufrechtsitzen. Nephritis nach Scharlach. Albuminurie mit Gliederschmerzen. Schlaflosigkeit mit sehr frühem Erwachen. Beschwerden steigen und fallen mit dem Sonnenlauf. Beschwerden vorwiegend auf der rechten Seite

Modalitäten

(=alles was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert)
Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, für die Kalmia als Heilmittel infrage kommt:

Besserung der Beschwerden durch:
Liegen auf dem Rücken, Essen

Verschlechterung der Beschwerden durch:
Bewegung, Sonne, vorbeugen, Nach-unten-sehen

Sonstiges

Carbo vegetabilis und China sollten nicht zusammen mit Kalmia eingenommen werden.
Kalmia antidotiert Tabak.

Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.

Kalmia-Fall

J. H. Clarke schreibt über folgenden von Lambert aufgezeichneten Fall:
Er berichtet von einem Patienten, einem 54jährigen Portier. Dieser hatte seit seinem 7. Lebensjahr geraucht und litt an einem sog. „Tabakherz“. Bei der geringsten Anstrengung oder nach geringstem Schreck bekam er ein heftiges Herzklopfen, welches ihn sogar manchmal in der Nacht weckte. Der Puls war unregelmäßig, die Herzklappen aber nicht defekt. Weiterhin klagte er über ein Prickeln im linken Arm und im Unterschenkel und die Empfindung als ob das Blut hier nicht zirkulieren würde. Er konnte normal gehen, allerdings keine weite Strecke. Ein weiteres Hauptsymptom war ein scharfer Schmerz in der rechten Schläfe wie durch viele Nadeln, unter dem er seit 18 Monaten litt. Dieser Schmerz wurde durch Berührung und schnelles Drehen des Kopfes ausgelöst.
Kalmia heilte die Neuralgie der Schläfe und auch die anderen Symptome besserten sich stark.




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