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Materia Medica

Klassische Homöopathie

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Samuel Hahnemann: Klassische Homöopathie

Juniperus sabina, Sadebaum


Sabina, Sadebaum oder Giftwacholder, Familie der Cupressaceae (Sabin.)


Juniperus Der Giftwacholder ist ein unangenehm riechender Baum oder Strauch und ist in allen Teilen stark giftig; daher ist die homöopathische Zubereitung bis zur Potenz D3 verschreibungspflichtig. Die Pflanze wurde schon im frühen Altertum als Arzneipflanze genutzt, u.a. auch von der Äbtissin Hildegard von Bingen. Die Volksmedizin verwendete Sabina vor allem als Abortivum; wegen der Toxizität waren allerdings häufig Todesfälle zu beklagen. Ein norwegischer Volksspruch besagt, dass viele Jungfrauen ihren Ruf der Unschuld nur dem Sadebaum zu verdanken hätten.
In der klassischen Homöopathie ist Sabina vorwiegend ein Arzneimittel bei Frauenleiden.

Sabina wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Gebärmutter, Beckenorgane, Muskeln, Gelenke.

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa):
Geburt, Fehlgeburt, Klimakterium.

Hauptanwendungsgebiete von Sabina

- Menstruationsbeschwerden
- Uterusblutung
- Fluor (Ausfluß)
- drohender Abort (Fehlgeburt)
- Plazentaretention (Plazenta löst sich nicht)
- Nachwehen
- Molen (Windei)
- Zystitis (Blasenentzündung)
- Nephritis (Nierenentzündung)
- Arthritis (Gelenkentzündung)
- Gicht
- Gonorrhoe (Tripper)
- Kondylome (Feigwarzen)
- Phimose (Vorhautverengung)
- Kopfschmerzen
- Zahnschmerzen

Stimmung/Gemüt laut klassischer Homöopathie

Die Beschwerden begleitend können folgende typische Gemütszustände auftreten:
Der Patient reagiert sehr empfindlich auf Musik, die als unerträglich empfunden wird oder nervös macht. Musik kann auch Angst hervorrufen oder Weinen auslösen. Allgemeine Empfindlichkeit auf Geräusche.

Typus laut klassischer Homöopathie

Der Menschentyp, für den Sabina als Heilmittel besonders wirksam ist, hat typischerweise folgende Charakteristika:
Passend für warmblütige Frauen, die zu Gicht und rheumatischen Leiden neigen. Frauen mit Blutungsneigung. Frauen mit Fehlgeburten, besonders im 3. Schwangerschaftsmonat.

Schmerzen

Schmerzen für die Sabina als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Typisch sind Schmerzen, die plötzlich ansteigen und langsam wieder abnehmen. Auseinanderpressende Kopfschmerzen, die plötzlich kommen und allmählich wieder vergehen und zum Wiederkehren neigen. Zahnschmerzen, die nur durch Kauen entstehen. Gelenkschmerzen mit Röte und glänzender Schwellung. Gliederschmerzen, die sich abwechseln mit Hämorrhoiden. Brennende Schmerzen bei Feigwarzen. Stechender Schmerz im rechten geschwollenen Zeh, Stechen in den Fersen. Ziehende Schmerzen im Kreuz, die sich bis in die Schamgegend erstrecken oder auch umgekehrt von der Schamgegend zum Kreuz.

Weibliche Genitalien

Beschwerden der weiblichen Genitalien, für die Sabina als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Sabina ist vorrangig ein Mittel für Blutungen aller Art: Die Menstruation ist zu stark, zu früh und dauert zu lange, häufig mit begleitenden Schmerzen vom Kreuz bis in die Vaginalgegend ziehend. Das Blut geht stoßweise oder im Schwall ab, ist oft hellrot und wäßrig, vermischt mit dunklen Klumpen. Die Blutung wird stärker bei der geringsten Bewegung. Zwischenblutungen im Klimakterium. Übelriechender dicker gelblicher Ausfluß. Jucken der Genitalien mit starkem Sexualverlangen. Juckreiz in der Schwangerschaft. Hilfreich bei starken Nachwehen oder wenn sich nach der Geburt die Plazenta nicht löst. Fördert die Ausstoßung von Molen.

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Sabina:

Eines der Hauptmittel bei Uterusblutungen: Blutungen schwallartig, geronnen, schlimmer durch die geringste Bewegung. Zu frühe, zu reichliche und zu langandauernde Menstruation mit teils flüssigem, teils verklumptem Blut. Blutungen stoßweiße mit Koliken und wehenartigen Schmerzen. Zwischenblutungen im Klimakterium. Blutungen mit Schmerzen im Rücken, die in die Schamgegend ausstrahlen. Schmerzen, die vom Uterus in die Oberschenkel ziehen. Schmerzhafte Menstruation mit Besserung im Liegen und durch Wärme. Feigwarzen mit unerträglichem Jucken. Drohender Abort im 3. Monat. Heftige Nachwehen. Plazentaretention nach der Geburt. Arthritis. Gichtknoten. Gonorrhoe. Blutende Hämorrhoiden, die Rückenschmerzen hervorrufen. Hämorrhoiden wechseln ab mit Gliederschmerzen. Ziehende Schmerzen im Kreuz, von Kreuzbein zum Schambein ziehend oder umgekehrt. Musik ist unerträglich. Heftige Pulsationen.

Modalitäten

(=alles was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert)
Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, für die Sabina als Heilmittel infrage kommt:
Besserung der Beschwerden durch:
kühle frische Luft, Kälte, im Freien.

Verschlechterung der Beschwerden durch:
geringste Bewegung, nachts, warme Luft oder warmes Zimmer, Musik, nebeliges Wetter.

Sonstiges

Sabina wirkt gut nach Thuja und ist botanisch eng mit Thuja verwandt
In der Veterinärmedizin wird Sabina in der D2 gegen Verkalben ins Futter gegeben.

Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.

Menstruationsbeschwerden - Sabina-Fall aus der Praxis

Frau J. ist 28 Jahre alt und leidet schon seit geraumer Zeit unter Regelbeschwerden, Ihre Frauenärztin hatte ihr die Pille verschrieben, was ihre Beschwerden aber nicht besserte sondern im Gegenteil auch noch starke Nebenwirkungen hervorrief. Nun kommt sie zum Homöopathen in der Hoffnung, hier Hilfe zu finden. Sie berichtet von übermäßig starken Blutungen alle 25 Tage, verbunden mit heftigen Rückenschmerzen, die sich vom Kreuz bis in die Schamgegend erstrecken, manchmal auch bis in den Oberschenkel. Die Schmerzen seien so stark, dass sie an diesen Tagen nicht zur Arbeit gehen könne. Die Blutungen seien auch sehr stark, sie versuche jede Bewegung zu vermeiden, weil dies den Blutfluß massiv verstärke. Der Homöopath fragt nach der Beschaffenheit des Blutes; Frau J. beschreibt es als teils geronnen, teils flüssig und klumpig. Nach einer sorgfältigen Repertorisation verordnet der Homöopath Frau J. das Arzneimittel Juniperus sabina und vereinbart einen Termin nach der nächsten Regel.

Begründung der Mittelwahl

Die geschilderten Regelbeschwerden, die Beschaffenheit des Blutes und die Modalität "Verschlimmerung der Blutung bei Bewegung" finden sich im Arzneimittelbild von mehreren homöopathischen Arzneien wie Sabina, Secale und Ferrum wieder, so dass eine Differenzierung nicht leicht fällt. Einzig die von Frau J. geschilderten Kreuzschmerzen, die sich bis in die Schamgegend erstrecken, sind allerdings so mitteltypisch, dass sich der Homöopath für Sabina entscheidet.



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