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Materia Medica

Klassische Homöopathie

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Samuel Hahnemann: Klassische Homöopathie

Coca, Erythroxylon Coca


Cocastrauch, Familie der Erythroxylaceae (Coca)


Erythroxylon Coca (Cocastrauch) Der Coca-Strauch ist in Südamerika heimisch, man nennt ihn auch die „göttliche Pflanze der Inkas“; denn Coca wurde von den Ureinwohnern bei religiösen Ritualen als Rauschdroge verwendet. Die spanischen Priester prangerten sie allerdings als „un delusio del demonio“ an, als „ein Trugbild des Teufels“. Aber sie diente auch schon damals zur Behandlung der sog. Höhenkrankheit, ein Zustand der durch den Aufenthalt in großer Höhe erzeugt wird, und sich äußert in Ohnmacht, Kopfschmerzen und Herzklopfen. Weit verbreitet war unter den Einheimischen auch das Kauen der Blätter um beschwerliche Arbeiten leichter ertragen zu können und den Hunger zu unterdrücken. Der Hauptwirkstoff der Pflanze ist das Alkaloid Cocain, was als Lokalanästhetikum verwendet wurde.
In der klassischen Homöopathie wird Coca bei Beschwerden verordnet, die durch Sauerstoffmangel verursacht wurden; es gilt in der homöopathischen Literatur als wichtigstes „Bergsteigermittel“.

Coca wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Nerven, Gehirn, Atmung, Herz

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa):
große Höhen, Sauerstoffmangel, Überanstrengung, Alkohol, Tabak

Hauptanwendungsgebiete von Coca

- Höhenkrankheit
- Hypoxie (Sauerstoffmangel)
- Kopfschmerzen
- Schwindel
- Ohnmacht
- Sehstörungen
- Tinnitus
- Heiserkeit
- Atemnot
- Husten
- Hämoptyse (blutiger Auswurf)
- Asthma
- Herzklopfen
- Angina pectoris
- geistige und körperliche Erschöpfungszustände

Kopf

Beschwerden des Kopfes, für die Coca als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Kopfschmerzen und Ohrgeräusche haben ihre Ursache in einem Aufenthalt in großer Höhe. Die Betroffenen klagen über Schwindel und ein eigentümliches Gefühl von Schlägen oder Schockwellen, die vom Hinterkopf zu kommen scheinen. Starke Kopfschmerzen in Stirn und Nacken mit einem Gefühl von Schwere und Völle und getrübter Wahrnehmung. Kopfschmerzen und Migräne sind schlimmer durch Husten und beim Senken des Kopfes; Besserung erfolgt durch Essen sowie nach Sonnenuntergang. Vor den Augen flimmert es es erscheinen Lichtblitze, weiße Flecke, schwarze und feurige Punkte oder Doppelbilder. Die Zunge ist belegt und brennt wie Pfeffer, die Zähne sind kariös, der Geruchssinn ist vermindert.

Brust/Atemwege

Beschwerden von Brust und Atemwegen, für die Coca als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Die Stimme ist heiser oder verloren, die Heiserkeit ist schlimmer beim Sprechen. Die Atmung ist schwierig, Beklemmung und Kurzatmigkeit, wie man es bei gealterten Sportlern findet. Schweregefühl im Brustkorb und mühsame Atmung zwingen zu langsamem Gehen. Schmerzhafte Atembeklemmung. Ein Mittel für Asthma und Emphysem alter Leute, mit blutigem Auswurf. Das Herz klopft heftig mit extrem beschleunigtem Puls; Hitzewallungen und Schweißausbrüche. Nach Überanstrengung Angina pectoris-ähnliche Zustände.

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Coca:

Ein wichtiges Mittel zur Behandlung der Höhenkrankheit und aller Beschwerden, die durch Hypoxie (Sauerstoffmangel im Gewebe) ausgelöst wurden. Für Personen die in großer Höhe leben; für Bergsteiger, Flieger und Ballonfahrer. Herzrasen, Atemnot, Kälte und Schwächegefühl. Geistige und körperliche Erschöpfung. Kopfschmerzen wie von einem Gummiband um die Stirn. Nervöse Erschöpfung mit Unlust zu jeglicher Betätigung. Schwindel. Ohnmacht und Übelkeit. Ohrgeräusche. Sehen von Doppelbildern und Lichtblitzen. Kurze „Blackouts“. Atembeklemmung. Präkordiale Schmerzen wie bei Angina pectoris, durch Überanstrengung. Extrem beschleunigter Puls mit starkem Schwitzen. Kribbelnde Taubheit in den Armen. Für Menschen mit hektischer Lebensart, die ständig unter physischer oder emotionaler Spannung stehen. Folgen von exzessivem Alkohol- oder Tabakgenuss. Depressive Stimmung. Erregung und Redseligkeit mit meist schönen Halluzinationen und Visionen. Folgen von Alkohol und Tabak. Verlangen nach Alkohol und Tabak. Appetit nur auf Süßigkeiten. Charakteristisches Symptom ist das Gefühl: „wie ein Wurm unter der Haut der sich fortbewegt“

Modalitäten

(=alles was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert)
Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, für die Coca als Heilmittel infrage kommt:

Besserung der Beschwerden durch:
schnelle Bewegung, nach Sonnenuntergang, Liegen auf dem Gesicht

Verschlechterung der Beschwerden durch:
Steigen, große Höhe, Kälte, geistige Anstrengung

Sonstiges

Coca und seine Vergiftungsfolgen wird durch Gelsemium antidotiert.

Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.

Coca-Fall

Im British Medical Journal 1890 berichtet H. Hallopeau von einem Fall von Cocain-Vergiftung:
Am 7.3.1890 wurde einem Mann ca. 8 mg Cocain-Hydrochlorat als Lokalanästhetikum ins Zahnfleisch injiziert, um ihm einen Zahn zu ziehen. Das löste eine sofortige toxische Reaktion aus. Der Mann spürte eine heftige präkordiale Beklemmung mit extremer Erregung und Redseligkeit und drahtigem Puls, er ging im Zimmer hin und her, schlug mit der Faust um sich und schrie er werde sterben. Dieser Zustand hielt 10 Minuten an, dann beruhigte er sich und der Zahn konnte gezogen werden. Wieder zu Hause war er extrem erschöpft, es entwickelten sich in der folgenden Zeit anhaltende Kopfschmerzen und hartnäckige Schlafstörungen. Gelegentlich traten wieder Anfälle mit Erregung auf, begleitet von Ohnmacht, Schwindel und dem Gefühl des bevorstehenden Todes. Geistige Arbeit war ihm unmöglich und sein Gemütszustand war von einer tiefen Niedergeschlagenheit. Hinzu kamen Gefühle von Taubheit und Ameisenlaufen in den Unterarmen. Dieser Zustand hielt dann zwei Monate an bevor sich der Zustand sehr langsam besserte.
H. Hallopeau sieht in der Symptomatik die giftige Wirkung des Cocains auf die Nervenzellen und das Gehirn bestätigt, da man nicht annehmen könnte, dass eine so geringe Menge des Cocains im Kreislauf verblieben sei, sondern dass es entweder in den Zellen gespeichert wurde oder den Nervenzellen dauerhafte Schäden zufügt.




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