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Materia Medica

Klassische Homöopathie

Schüssler Salze
Bachblüten


Samuel Hahnemann: Klassische Homöopathie

Echinacea angustifolia


Schmalblättriger Sonnenhut, Igelkopf, Familie der Compositae (Echi.)


Echinacea angustifolia (Schmalblättriger Sonnenhut) Die Pflanze stammt ursprünglich aus Nordamerika; sie riecht sehr aromatisch, schmeckt süßlich und hinterläßt ein Kribbelgefühl im Mund. Ihr Name leitet sich ab aus dem Griechischen echinos=Igel, wohl weil die Blütenköpfe dem stacheligen Rücken eines Igels ähnlich sehen.
Unter den Eingeborenen galt sie als bewährtes Heilmittel. Die Indianer verwendeten das Kraut bei Zahnschmerzen, Wunden und bei Schlangenbissen. Ende des 19. Jhdt. entdeckte ein Deutscher die Heilwirkung der Pflanze und verkaufte sie mit großem Erfolg unter dem Namen „Meyers Blutreiniger“. Auch heute nutzt man Echinacea-Präparate zur Stärkung der Abwehr gegen Infektionen und zur Stimulierung des Immunsystems. Weiterhin wirkt sie antiseptisch und entzündungshemmend, fördert die Bildung der Nierenrindenhormone und ist somit einer milden cortisonähnlichen Wirkung vergleichbar. Wegen der immunstimulierenden Wirkung ist die Urtinktur kontraindiziert bei systemischen Grunderkrankungen wie z. B. HIV-Infektion, Lupus oder Leukämie.
In der klassischen Homöopathie wird Echinacea vorwiegend bei septischen Infektionen eingesetzt.

Echinacea wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Blut, Kreislauf, Lymphsystem, Immunsystem, Zahnfleisch

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa):
Tierbisse und Tiergifte, Schlangenbisse, infizierte Wunden, Impfung

Hauptanwendungsgebiete von Echinacea

- Infektionen jeder Art
- infizierte Wunden
- Tierbisse und -stiche, Tiergifte
- Sepsis (Blutvergiftung)
- Meningitis - Keratitis, Konjunktivitis (Hornhaut- bzw. Bindehautentzündung)
- Infektionen der oberen Atemwege
- Infektanfälligkeit
- Diphterie
- Scharlach
- Struma (Kropf)
- Appendicitis (Blinddarmentzündung)
- Rheuma und Gelenkentzündungen
- Gangrän
- Geschwüre
- Karbunkel, Furunkel
- Abszesse
- Erysipel (Wundrose)
- schlecht heilende Wunden
- Ulcus cruris (offene Beine)
- Dekubitus (Wundliegen)
- Psoriasis (Schuppenflechte)
- Verbrennungen
- Impffolgen (Pocken)

Allgemeines

Allgemeine Beschwerden, für die Echinacea als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Eine hilfreiche Arznei für erschöpfte entkräftete müde Menschen, die sich durch körperliche oder geistige Arbeit ausgelaugt haben. Wood nennt Echinacea die „Arznei der Landwirte“ weil sie für Menschen angezeigt sei, die sich nie eine Ruhepause gönnen und eine ganze Saison hart arbeiten müssen; und dann - wenn sie einen kurzen Urlaub haben - erschöpft krank werden. Man könne sie aber ebenso gut die „Studentenarznei“ nennen oder eine „Arznei gegen schlechte Arbeitsgewohnheiten“. Bei den Betroffenen besteht eine allgemeine Niedergeschlagenheit mit Schwäche, die Sinne sind wie betäubt, sie sind benommen und schläfrig mit Gähnen, sind verwirrt, können nicht lesen und denken. Der Kopf schmerzt dumpf mit Völlegefühl und Schwindel. Weiterhin ist Echinacea indiziert bei Verbrennungen 1. und 2. Grades und bei Vergiftungen durch Rhus toxicodendron (Giftsumach). Bei Krebs im Endstadium kann es die Schmerzen lindern.

Verdauung

Beschwerden der Verdauung, für die Echinacea als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Die Betroffenen klagen über Appetitverlust, ihnen ist übel und sie können nicht essen, haben aber Verlangen nach kaltem Wasser. Saures Aufstoßen führt zu Brennen im Hals oder das Aufstoßen schmeckt wie die gegessenen Speisen. Der Magen ist aufgetrieben, was durch Aufstoßen nicht erleichtert wird. Magenschmerz wird gefolgt von Kollern im Darm und gelblichem Durchfall. Krampfartige Bauchschmerzen werden durch Windabgang gebessert. Ein schneidender Schmerz im Bauch kommt und geht plötzlich. Im hinteren Bereich der Leber ein Gefühl wie von einem schweren Gewicht. Eine Arznei für akute Appendicitis, wobei berücksichtigt werden muss, dass damit die Eiterung gefördert wird.

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Echinacea:

Ein wichtiges inneres Antiseptikum mit Wirkung auf das lymphatische System. Akute Infektionen durch Erreger und Keime mit Symptomen der Sepsis und Lymphangitis (Blutvergiftung). Wochenbettinfektionen. Folgen von Tierbissen und -stichen, Tiergiften sowie Impfungen, besonders Pockenimpfung. Schilddrüsenerkrankungen mit Kropf und Exophtalmus (Augenvorwölbung). Meningitis. Schwäche und Müdigkeit, Schmerzen der Glieder, Langsam in Sprache und Gang, unfähig zu geistiger Anstrengung. Schwäche in Magen, Darm, Herz, Knien begleitet von Schwindel. Zähne empfindlich gegen Luft. Zahnfleischentzündung und -bluten. Rheuma. Brennen unter dem linken Schulterblatt, Schmerz wie von einem Klumpen in der Brust und unter dem Sternum. Infektionen der Haut wie Karbunkel, Furunkel, Geschwüre, Erysipel und Gangrän. Akute Appendicitis. Hämorrhoiden. Diarrhoe, faulige Ausscheidungen mit Abmagerung und Schwäche. Frostigkeit und Übelkeit mit saurem, auch blutigem oder kaffeesatzartigem Erbrechen. Ein Schmerzmittel zur palliativen Krebsbehandlung. Die Beschwerden sind vorwiegend linksseitig. Echinacea antidotiert Vergiftungen mit Rhus toxicodendron.

Modalitäten

(=alles was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert)
Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, für die Echinacea als Heilmittel infrage kommt:

Besserung der Beschwerden durch:
Ruhe, Liegen

Verschlechterung der Beschwerden durch:
Essen, kalte Luft, nachmittags

Sonstiges

Cave! Bei Appendicitis eingesetzt fördert Echinacea die Eiterung - bei verschleppten Entzündungen wird so eine Perforation forciert.

Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.

Echinacea-Fall

J. H. Clarke berichtet über einen Fall von Folgen der Pockenimpfung:
Es handelte sich um einen 45jährigen Mann, der nach der Pockenimpfung viele Beschwerden entwickelte. Er klagte über schwindende Lebenskraft, er sei so schwach, dass er nicht mehr aufrecht sitzen konnte. Seine Haare fielen ihm aus und an den Gliedern erschien eine Schuppenflechte, die sich zum Rumpf hin ausbreitete. Die Krankheit schritt sehr schnell fort und ihm fielen die Nägel aus. Dann entwickelte sich im linken Auge eine Iritis und im rechten Auge eine Keratitis. Daraufhin wurde dem Mann Kalium iodatum verabreicht, was zumindest den Haarausfall stoppte; doch alle anderen Symptome verschlimmerten sich rapide.
Daraufhin gab man ihm Echinacea und konnte die Krankheit langsam zum Stillstand bringen. Allmählich setzte eine Besserung ein und schließlich folgte Heilung. Allerdings wird im Bericht nicht erwähnt, ob die Sehfähigkeit des linken Augen wiederhergestellt werden konnte. (H. R., X., S. 527)




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