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Materia Medica

Klassische Homöopathie

Schüssler Salze
Bachblüten


Samuel Hahnemann: Klassische Homöopathie

Carboneum sulphuratum, Carbondisulfid


Schwefelkohlenwasserstoff (Carbn.-s.)


Bei dieser Verbindung handelt es sich um eine extrem leicht brennbare Flüssigkeit, die sich bereits bei 30°C entzündet und mit blauer Flamme brennt. Sie läßt sich nicht in Wasser lösen, ist farblos, giftig und hat einen charakteristischen Äthergeruch. Man gewinnt sie, indem man Kohle mit Schwefeldampf erhitzt.
Kohlenstoffe sind in der Natur weit verbreitet und machen ca. 0,2% des Gewichtes der Erdkruste aus; in seiner reinsten Form kommt Kohlenstoff als Diamant oder als Graphit vor, in weniger reiner Form als Kohle oder Holzkohle. Die chemische Industrie verwendet Schwefelkohlenstoffe vorwiegend als Lösungsmittel in der Kautschukverarbeitung und zur Herstellung von Kunstfasern sowie als Schädlingsbekämpfungsmittel.
In der klassischen Homöopathie wurde Carbn.-s. 1870 von Hering eingeführt; es wird vorwiegend bei neurologischen Syptomen, bei Augenerkrankungen und bei Alkoholmißbrauch verordnet.

Carbn.-s. wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Nervensystem, Augen

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa):
Alkohol, Bleivergiftung,

Hauptanwendungsgebiete von Carbn.-s.

- Anämie (Blutarmut)
- Apoplexie (Schlaganfall)
- Hemiplegie (Halbseitenlähmung)
- Tremor (Zittern)
- Gedächtnisverlust
- Morbus Meniere
- Kollaps
- Augenerkrankungen wie:
- Bindehautentzündung, Sehschwäche, Sehstörungen, Farbenblindheit, Zentralskotom
- Amblyopie
- Neuritis (Nervenentzündung)
- Konvulsionen (Krämpfe)
- Heiserkeit
- Struma (Kropf)
- Herpes
- Impetigo
- Krätze
- Drüsenschwellungen
- Sodbrennen
- Diarrhoe (Durchfall)
- Flatulenz (Blähsucht)
- Ischialgie
- Gicht
- Rheuma
- progressive Muskelatrophie
- Spinalsklerose
- Hernien (Brüche)
- Impotenz
- Tetanus
- Verbrennungen, Verbrühungen
- Bleivergiftung

Kopf/Augen

Beschwerden von Kopf und Augen für die Carbn.-s. als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Kopfschmerzen sind oft einseitig, meist links und schlimmer nach dem Essen und nach geringer Bewegung wie Gehen oder Treppensteigen, häufig sind sie verbunden mit Nackenschmerzen und steigern sich so, dass das Denken beeinträchtigt wird. Carbn.-s. hat eine spezifische Affinität zu den Augen; die Patienten klagen über Bindehautentzündung mit eitrigen Absonderungen, die die Lider zusammenkleben, über Hitze und Schweregefühl in den Augen, Jucken der Lider, Tränen und Brennen der Augen verbunden mit Kopfschmerz. Die Sehfähigkeit ist geschwächt, alle Gegenstände scheinen weit weg zu sein oder werden doppelt gesehen, der Blick ist getrübt, alles sieht aus wie im Nebel. Das Mittel wird häufig eingesetzt bei Verlust der Sehkraft oder fortschreitender Sehschwäche. Die Sehfähigkeit ist abends besser, in der Dämmerung und nach dem Essen schlechter. Auch geringe Bewegung und Gehen verschlechtern die Sicht. Farbenblindheit für Rot und Grün. Zentralskotom.

Extremitäten

Beschwerden der Extremitäten, für die Carbn.-s. als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Arme und Beine sind kalt, häufig verbunden mit Kopfschmerzen; die Füße sind kalt abends im Bett. Die Haut von Armen und Händen ist kalt, empfindungslos und wie taub, die unteren Glieder fühlen sich an wie zusammengeschnürt. Muskeln und Sehnen sind wie zusammengezogen, besonders der Hände und Finger. Krämpfe in den Gliedern, besonders der Waden, Füße und Zehen. Finger und Knie sind steif, die Hände schwellen an, Hände und Füße prickeln. Die Patienten klagen aber auch über Hitzegefühle der Handflächen und Fußsohlen und über Schwere und Jucken der Glieder sowie Ameisenlaufen. Rheumatische Gelenkschmerzen haben gichtigen Charakter und treten anfallsweise und plötzlich auf, besonders nach Wetterwechsel und neigen zur Wiederkehr in bestimmten zeitlichen Abständen. Auch nach dem Essen treten plötzlich Schmerzen auf oder verschlimmern sich dann.

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Carbn.-s.:

Passend bei kälteempfindlichen Patienten mit atrophierten Muskeln, für Patienten die durch Alkoholmißbrauch zusammengebrochen sind. Kopfschmerz und Schwindel, Morbus Meniere, Geräusche im Kopf. Tinnitus. Folgen von Schlaganfall wie Hemiplegie (Halbseitenlähmung), besonders der rechten Seite, schlimmer durch Tabak, Wein und Bier. Zahnschmerz, ausgelöst durch warmes Essen. Verschiedenste Augenerkrankungen wie Bindehautentzündung, Sehschwäche, Nebelsehen, Myopie, Asthenopie, gestörtes Farbensehen, Zentralskotom, Opticusentzündung. Auftreibung des Bauches mit Schmerzen und Rumoren. Rheuma und Gliederschmerzen wie geprellt, Krämpfe und blitzartige Schmerzen der Glieder, Gefühllosigkeit der Haut, Ameisenlaufen, Nervenentzündung. Regelmäßig wiederkehrende Schmerzen über lange Zeit. Starre steife und geschwollene Finger. Juckende chronische Hauterkrankungen mit Brennen und Empfindungsstörungen (Anästhesie). Furunkel. Herpes. Ischias. Gangunsicherheiten besonders im Dunkeln. Starkes Verlangen und Besserung der Symptome durch frische Luft. Gefühl von Vibrationen und Zittern im ganzen Körper. Gefühl von Einschnürung durch ein Band um die Körperteile. Periodizität der Beschwerden, z. B. Durchfall alle 6 Wochen wiederkehrend. Asphyxie (Atemstillstand) durch Alkohol oder Kohlengas. Lähmungen. Bleivergiftung.

Modalitäten

(=alles was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert)
Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, für die Carbn.-s. als Heilmittel infrage kommt:
Besserung der Beschwerden durch:
frische Luft, warme Getränke, warme Speisen.

Verschlechterung der Beschwerden durch:
nach dem Frühstück, Kälte, Hitze, Zugluft, Wetterwechsel, feuchtwarmes Wetter, kalte Füße, warmes Essen, Tabak, Wein, Bier, Fett, Milch.

Sonstiges

Während der Einnahme von Carbn.-s. sollte auf Alkohol verzichtet werden.

Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.

Carboneum sulphuratum-Fall

Ein 15jähriges Mädchen, das in der Vulkanisation arbeitete, war einen Tag lang den Schwefelkohlenstoff-Dämpfen ausgesetzt. Schon davor hatte sie von den Dämpfen Stirnkopfschmerzen und Schwere im Kopf gehabt. Nach diesem Tag wurden die Schmerzen heftiger und wurden von schmerzhaften Kontraktionen der Halsmuskeln begleitet, danach Steifheit des Halses und der Wirbelsäule, schließlich der Arme und Beine. Die Kontraktionen waren generalisiert, doch nirgends vollständig, die Kiefer konnten jedoch nicht geöffnet werden. Eine Stomatitis ulcerosa (Mundschleimhautentzündung) folgte und Zahnstein bildete sich auf den Zähnen. Unter den chronischen Folgen waren: extrem heftige Verdauungsstörungen, Tremor, Schwindel, Klingeln in den Ohren mit Schwerhörigkeit, kann nicht schlafen, Muskelschwäche, Romberg-Syndrom, Harnininkontinenz, Impotenz.
E.E. Case berichtet über folgende Symptome einer Frau:
Gefühl eines Gewichtes zwischen den Schulterblättern, so dass sie sich nach vorn beugen musste. Klopfen in der Brustwirbelsäule, als ob das Herz dort schlagen würde. Verstopfung mit vergeblichem Stuhldrang, hellrote Blutung aus dem Darm und Jucken nach Stuhlgang, auch nachts, geschwollene, heiße und pochende Füße am Abend. Eine Gabe Carbn.-s. C30 heilte auch hier die Symptome. (Fall aus ĄDer neue Clark“)





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