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Materia Medica

Klassische Homöopathie

Schüssler Salze
Bachblüten


Samuel Hahnemann: Klassische Homöopathie

Calcium sulfuricum, Kalziumsulfat


Gips, Alabaster (Calc.-s.)


Calcium sulfuricum (Gips - Alabaster) Es handelt sich um einen weißen festen geruchlosen Stoff, der sich nur schwer in Wasser löst. Seltener kommt er in der Natur vor als sog. Marienglas oder Selenit in Form von durchsichtigen zarten Kristalltafeln.
In der Industrie wird er vor allem als Baustoff genutzt z. B. für Gipskartonplatten oder als Wandputz, in der Medizin für Gipsverbände. Seine Herstellung ist problemlos, da er bei vielen chemischen Prozessen als Sekundärprodukt abfällt. Kalziumsulfat gilt als für den Menschen unbedenklich und ist in der Lebensmittelindustrie als Lebensmittelzusatzstoff E 516 zugelassen. Hier dient er als Säureregulator und als Trägerstoff, u.a. auch bei der Herstellung von Tofu.
In der Biochemie Schüsslers wird Calcium sulfuricum als Salz Nr. 12 vor allem bei eitrigen Prozessen und häufig in Kombination mit Silicea, dem Salz Nr. 11 kombiniert.
In der klassischen Homöopathie ähnelt das Arzneimittelbild dem von Hepar sulfuris; jedoch hat Calcium sulf. auf Eiterungsprozesse eine tiefere Wirkung als dieses, speziell nach deren Eröffnung.

Calcium sulf. wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Bindegewebe, Schleimhäute, Drüsen, Knochen, Haut

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa):
Verbrennungen, Verletzungen

Hauptanwendungsgebiete von Calcium sulf.

- Abszesse
- Eiterungen
- Augenentzündungen wie Keratitis, Konjunktivitis
- Milchschorf
- Drüsenschwellungen
- Mastitis (Brustdrüsenentzündung)
- Tonsillitis
- Krupp
- Polypen
- Scharlach
- Husten
- Pneumonie
- Ekzeme
- Fisteln
- Karbunkel
- Furunkel
- Zysten
- Frostbeulen
- Verbrennungen
- Erfrierungen
- Ödeme

Kopf/Atemwege

Beschwerden von Kopf und Atemwegen, für die Calcium sulf. als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Eine Mittel für Schleimhautkatarrhe, die dicke, gelbe, klumpige und auch blutige Sekrete absondern; für Schnupfen und eitrige Halsentzündungen, auch chronische Halsentzündungen und Tonsillarabszesse, für Säuglinge mit blutigem Schnupfen. Es bilden sich Krusten in der Nase und am Nasenausgang mit starkem Austrocknungsgefühl. Der Patient erkältet sich leicht, wünscht frische Luft, ist aber empfindlich gegen Zugluft. Auch die Augen sondern eitrige Sekrete ab, sind verklebt, die Augenlider sind rot und jucken, Keratitis und Konjunktivitis, bösartige Geschwüre der Cornea (Hornhaut). Die Ohren sondern Eiter oder braunen Ohrschmalz ab. Akne der Gesichtshaut mit Pusteln und Pickeln. Allgemein besteht beim Calcium sulf.-Patienten eine Neigung zu Wurzelspitzengranulomen und Zahnfleischabszessen mit langwierigen Absonderungen. Die Zähne bluten beim Putzen. Weiterhin fallen Vereiterungen der Zähne und des Zahnfleisches, Zahnzysten und Fisteln in den Wirkbereich. Husten, Heiserkeit und Krupp finden sich im Arzneimittelbild, meist besetht begleitend ein reichlicher Schleimauswurf.

Haut

Beschwerden der Haut, für die Calcium sulf. als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Die Wirkung erstreckt sich vor allem auf das Bindegewebe bei Entzündungen mit Vereiterung. Die Absonderungen sind dick, gelb und klumpig. Die Haut heilt schlecht, es bilden sich Zysten und Fisteln. Nach Verbrennungen und Verbrühungen beginnt die Haut zu eitern. Typisch ist das Vorhandensein von Eiter, der einen Abfluß, ein Ventil gefunden hat und nun immer weiter fließt. Es bilden sich Abszesse, die nicht nur schlecht heilen, sondern auch stark eitern und das über einen langen Zeitraum hinweg. Z. B. besteht ein offener Abszeß, der nicht heilen will und fortwährend gelben dicken Eiter absondert. Eine weitere Indikation ist dicker gelber Milchschorf der Kinder sowie Schuppenbildung auf der behaarten Kopfhaut und Ausschläge mit dicken gelben Krusten, auch Haarausfall. Weiterhin bilden sich häufig Fisteln, besonders perianal.

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Calcium sulfuricum:

Boericke und Dewey schreiben: „Bei allen Beschwerden, bei denen der Eiterungsprozeß zu lange anhält und die Eiterung das Epithelgewebe angreift, sollte man Calcium sulf. in Betracht ziehen.“ Eiterungsprozesse, nachdem der Eiter ein Ventil gefunden hat. Ekzeme, Akne und Drüsenschwellungen, Zysten und Fisteln. Bei Verbrennungen und Verbrühungen, wenn die Eiterung einsetzt. Die Schleimhautabsonderungen sind dick, gelb und klumpig. Schlecht heilende Haut, immer wiederkehrende Entzündungen, krustige gelbe Sekretion. Eitrige Nagelbettentzündung, eiternde Frostbeulen, Furunkel, Karbunkel. Trockene Ekzeme der Kinder, Milchschorf. Augenentzündungen mit eitrigen Absonderungen. Bösartige Geschwüre der Augenhornhaut. Juckende rote Augenlider. Braune oder eitrige Ohrenabsonderungen. Eitrige Halsentzündung, Tonsillarabszeß. Katarrhe und Abszesse mit eitrigen Absonderungen. Pneumonie und Pleuritis mit Eiteransammlungen in der Brust und stinkendem eitrigen Auswurf. Emphysem. Mastitis und Drüsenentzündungen. Schneidende Schmerzen im Eierstock, besonders rechts. Eitriger oder blutiger Durchfall, schmerzhafte Analabszesse und Analfisteln. Kalter Fußschweiß, Brennen und Jucken der Fußsohlen. Wassersucht nach Scharlach.

Modalitäten

(=alles was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert)
Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, für die Calcium sulfuricum als Heilmittel infrage kommt:
Besserung der Beschwerden durch:
Baden, im Freien, Essen, lokale Hitze, Entblößen

Verschlechterung der Beschwerden durch:
Zugluft, Berührung, Kälte, Nässe, Zimmerwärme

Sonstiges

Während der Einnahme sollte auf Milch verzichtet werden.


Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.

Calcium sulfuricum-Fall

von P. Vogt, AHZ 2084 von 1963 Eine 77jährige Frau war nach einem Schlaganfall linksseitig gelähmt und vollends auf den Rollstuhl angewiesen. Nach einem Oberschenkelhalsbruch und einer Unterschenkelfraktur entwickelte sich eine schmerzhafte Pseudoarthrose. Weiterhin litt sie unter einer Nervenlähmung des Peronaeus. Dann folgten Darm- und Blasenentzündungen, woraufhin sie eine Injektion in die rechte Gesäßhälfte bekam. An der Injektionsstelle entwickelte sich daraufhin eine eitrige Zyste und eine Fistel. Da die Eiterung nicht nicht zum Stillstand kam, wurde der Homöopath zugezogen. Noch am gleichen Tag, es war ein Dienstag, bekam sie Calcium sulfuricum D6 und am Samstag, also 5 Tage später war die Fistel trocken und die Überhäutung im Gange. In der folgenden Woche erfolgte Heilung. Trotz schlechter Abwehrlage hatte das Mittel seine Wirkung entfaltet und Heilung bewirkt.






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