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Materia Medica

Klassische Homöopathie

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Samuel Hahnemann: Klassische Homöopathie

Bencoicum acidum (Benz-ac.)


Benzoesäure


Bencoicum (Benzoesäure) acidum wird aus dem Harz der Ebenholzbäume hergestellt
Benzoesäure gehört zur Gruppe der Konservierungsstoffe und bildet in ihrer reinen Form farblose Blättchen oder nadelförmige Kristalle. Die Benzoesäure zur Herstellung des homöopathischen Mittels wird aus dem Harz von Ebenholzbäumen destilliert, den sog. Styrax-Arten. Das Harz ist sehr wohlriechend und häufig Bestandteil von Weihrauchmischungen oder wird bei der Parfümherstellung benutzt. In der Antike verwendete man es zur Einbalsamierung Verstorbener sowie als Schönheitsmittel gelöst in Weingeist oder Milch als sog. Venusmilch. In der Lebensmittelindustrie dient es als Lebensmittelzusatzstoff E 210 häufig in Kombination mit Sorbinsäure hauptsächlich als Konservierungsstoff für sauer eingelegte Nahrungsmittel sowie Ketchup, Wurst, Senf, Margarine und Salate. Auch Zigarettentabak wird damit behandelt, um ihn haltbarer zu machen. Darüber hinaus wird Benzoesäure in Kosmetika und medizinischen Salben eingesetzt.
Beim Menschen kann Benzoesäure Allergien oder allergieartige Symptome hervorrufen oder verstärken, vor allem bei Asthmatikern oder bei Personen die auf Salicylsäure reagieren.
In der klassischen Homöopathie ist Benz.-ac. unverzichtbar bei Patienten mit sog. harnsaurer Diathese, bei Nierenbeschwerden, Gicht und Rheuma.

Bencoicum acidum wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Urogenitalsystem, Gelenke, Muskeln, Herz, Bronchien

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa):
Harnsaure Diathese, Diätsünden, Wein

Hauptanwendungsgebiete von Bencoicum acidum

- Zystitis (Blasenentzündung)
- Pyelonephritis (Nierenbeckenentzündung)
- Nephritis (Nierenentzündung)
- Niereninsuffizienz (Nierenschwäche)
- Enuresis nocturna (Bettnässen)
- Gonorrhoe (Tripper)
- Gicht
- Arthritis, Polyarthritis
- Rheuma
- Asthma
- Herzbeschwerden
- Diarrhoe (Durchfall)
- Prostatabeschwerden
- Atherom (Grützbeutel)
- Ganglion (Überbein)
- Morbus Meniere (Schwindel)
- Psoriasis

Urogenitalsystem

Beschwerden des Urogenitalsystems, für die Bencoicum acidum als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Mittelweisend ist ein hoher Harnsäurespiegel und der spärliche heiße brennende dunkelbraune und ungewöhnlich intensiv riechende Urin, der Geruch ist ähnlich wie Ammoniak oder Pferdeurin. Die Blasen- und Nierengegend schmerzt dumpf, der Urin ist eiweißhaltig oder man findet Harngrieß. Blasenentzündung nach unterdrückter Gonorrhoe. Wenn die Urinproduktion steigt, geht es dem Patienten besser. Ältere Patienten mit Prostatahypertrophie leiden unter Harntröpfeln; auch hier hat der Urin einen üblen Geruch. Bei Bettnässern färbt der Urin das Laken bräunlich. Säuglinge leiden unter Harnverhaltung. Kältegefühl im Kreuz. Die Beschwerden nehmen zu und ab mit der Harnmenge.

Extremitäten

Beschwerden der Extremitäten, für die Bencoicum acidum als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Ein Mittel für akute und chronische Muskel- und Gelenkschmerzen, meist von ziehendem Charakter. Die Gelenke sind rot und geschwollen, sie knacken, besonders das Knie. Gichtanfälle und schmerzhafte Gichtknoten, gichtige Entzündungen im großen Zeh mit Stechen und Brennen. Die Schmerzen wechseln häufig den Ort oder wechseln sich ab mit Herz- und Harnwegssymptomen. Bei reichlicher Harnausscheidung bessern sich die Beschwerden. Der Genuß von Wein verschlimmert alle rheumatischen Beschwerden. Dumpfer Schmerz im Kreuz und in der Nierengegend. Weitere Indikationen: Achillessehnenschmerzen in der Fersenbeingegend, Hygrom und Ganglion an den Händen

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Bencoicum acidum:

Eine Arznei für die harnsaure Diathese: akuter und subakuter Gelenk- und Muskelrheumatismus, Polyarthritis. Gicht mit Knoten- und Steinbildung. Röte und Schwellung der Gelenke. Gelenkschmerzen besonders des Knies. Knackende Gelenke. Gichtzeh. Achillessehnenschmerz. Mittelweisend ist vor allem der spärliche heiße dunkelbraune Urin mit auffallendem strengem intensivem Geruch, faulig, ammoniakalisch oder wie Pferdeharn riechend. Eiweiß im Urin und Harngrieß. Zystitis, Niereninsuffizienz. Folgen unterdrückter Gonorrhoe. Enuresis. Harnträufeln bei Prostatahypertrophie. Harter trockener Reizhusten bei rauem Hals. Asthma mit Auswurf von grünem Schleim. Schwindel mit Neigung seitwärts zu fallen, Morbus Meniere. Herzklopfen mit Pulsbeschleunigung. Schmerzen im Wechsel mit Herzsymptomen. Weißer übelriechender erschöpfender Durchfall, besonders bei Kindern. Engegefühl im Rektum. Nachtschweiß, reichlicher Schweiß ohne Erleichterung. Schmerzhafte Gichtknoten. Hygrom. Ganglion. Entzündung des Großzehenballens. Wein ist unverträglich und verschlimmert fast alle Beschwerden. Die Beschwerden neigen dazu, von links nach rechts zu wandern und von unten nach oben. Schmerzen neigen dazu, plötzlich den Ort zu wechseln.

Modalitäten

(=alles was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert)
Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, für die Bencoicum acidum als Heilmittel infrage kommt:

Besserung der Beschwerden durch:
Hitze, Wärme, Ruhe, reichliche Harnausscheidung

Verschlechterung der Beschwerden durch:
Bewegung im Freien, Kälte, Wetterwechsel

Sonstiges

Wein verschlimmert alle Beschwerden (Nierenschmerzen, Rheuma, Gelenkschmerzen).
Copaiva sollte nicht zusammen mit Benc-ac. eingenommen werden.

Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.

Bencoicum-acidum-Fall

Dr. Hauff berichtet 1844 über einen Fall von Arthritis nodosa:
Ein 20jähriger Webergeselle hatte an beiden Handgelenken zwischen den Mittelhandknochen starke gichtige Ablagerungen und auch eine Schwellung des Ellenbogengelenkes und der Fußgelenke. Das Allgemeinbefinden war gut. Er erhielt 1mal täglich Benc.-ac. und nach 12 Tagen erfolgte eine Besserung; nach 69 Tagen eine noch größere Besserung und nach 6 Monaten war er geheilt. Während der Einnahme hatte er lediglich etwas Magendrücken, Aufstossen und bitteren Mundgeschmack; außerdem wurde sein Körpergeruch weniger intensiv wie früher und der Urin trüber als sonst.




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