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Materia Medica

Klassische Homöopathie

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Samuel Hahnemann: Klassische Homöopathie

Arsenicum album, Weißes Arsen


Arsentrioxid / Arsenik (Ars.)


Weißes Arsenik ist ein helles geruchloses Pulver und hat als Mordgift eine traurige Berühmtheit erlangt, denn bis zum Jahre 1836 wurden über 90% aller Giftmorde mit Arsenik verübt, weil es sich bis dahin chemisch nicht nachweisen ließ. In Frankreich gab man ihm sogar den Namen "Erbschaftspulver", was auf seine damalige Verwendung schließen läßt. Nachdem das Gift chemisch nachweisbar wurde ließ seine Beliebtheit dann nach. Bereits 0,1 g kann für den Menschen tödlich sein; nach der Einnahme setzt Durchfall und Erbrechen ein, dann Krämpfe und zunehmende Schwäche bis zur Bewußtseinstrübung und Tod. In geringen Dosierungen eingenommen wirkt es stimulierend, so waren im 19. Jahrhundert die sog. Arsenikesser weit verbreitet; auch Herrscher und Könige nahmen regelmäßig geringe Dosen zur Immunisierung zu sich, um sich vor Giftmordanschlägen zu schützen. Pferden, die man trotz Altersschwäche gewinnbringend verkaufen wollte, gaben die sog. "Rosstäuscher" Arsenik um ihre Ausdauer zu erhöhen und das Fell glänzender zu machen. In der Industrie wird Arsen in der Glasherstellung, Metallverarbeitung und bei der Lederkonservierung verwendet sowie als Insektengift. Medizinisch gelangte es 1910 durch Paul Ehrlich zu Ruhm, der eine Arsenverbindung mit Namen Salvarsan als Heilmittel gegen die Syphilis einsetzte. Seit der Antike wurde es auch als Heilmittel bei Bluterkrankungen eingesetzt, bis heute ist auf dem Pharmamarkt ein Arsenikpräparat gegen Leukämie zugelassen. Auch der Mensch von heute nimmt durch die Umwelt stetig kleine Arsendosen auf, das Gift wird gespeichert in Haaren, Haut und Nägeln. Es ist enthalten in Seefisch, Kartoffelschalen, Karotten und auch teils in erhöhter Konzentration im Trinkwasser nachweisbar. Weitere Vergiftungsquellen sind Kohle- und Müllverbrennung sowie mit Entlaubungsmitteln behandelte Baumwolle.
Wegen der Toxizität ist Arsenicum album verschreibungspflichtig bis zur D3.

Polychreste - Konstitutionsmittel Arsenicum album

Während einige "kleine" Mittel vorwiegend auf bestimmte Organe einwirken und dadurch relativ leicht den akuten Beschwerden zuzuordnen sind, haben die "großen" Mittel, die sog. Polychreste (Polychrest=für vieles zu verwenden) ein sehr großes Wirkspektrum auf Körper, Psyche und Geist (Konstitutionsmittel).

Arsenicum album wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Zentralnervensystem, Atemwege, Haut, Schleimhäute, Magen-Darm-Trakt, endokrine Drüsen.

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa):
Lebensmittelvergiftungen, septische Infektionen, Obst, kalte Nahrung, Alkohol, Baden im Meer, Unterdrückungen, Sorgen und Kummer, Schreck.

Typus/Konstitution laut klassischer Homöopathie

Der Menschentyp, für den Arsenicum album als Heilmittel besonders wirksam ist, hat typischerweise folgende Charakteristika:
Vithoulkas beschreibt den Arsen-Typus als Menschen, der Gesellschaft braucht, weil er sich sonst unsicher fühlt, besonders seine Ängste werden schlimmer wenn er allein ist. Seine Psyche ist charakterisiert durch Pflichtbewußtsein, Pünktlichkeit und Übergenauigkeit bis hin zur Pendanterie. Er hat hohe Ansprüche an sich selbst und ist ein Perfektionist, was auch durch seine sehr ordentliche und perfekte Kleidung und Frisur zum Ausdruck kommt. Er denkt analytisch, hat ein starkes Bedürfnis nach Ordnung und Struktur, so dokumentiert er als Patient gewissenhaft seine Beschwerden und trägt sie dem Therapeuten strukturiert und chronologisch geordnet vor. Seine Grundhaltung ist eher skeptisch und mißtrauisch, häufig besteht aus Furcht vor Verarmung eine Neigung zu Geiz. Im Extremfall kann der Arseniker grausam zu Mensch und Tier sein und ihnen absichtlich Leid zufügen. Äußerlich ist er blass, eher hager und frostig - alles in allem der Gegenpol zum Sulphur-Typus.

Kinder

Kinder, für die Arsenicum album als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Es handelt sich um sehr pflichtbewußte, saubere und ordentliche Kinder, feste Rituale sind ihnen sehr wichtig und geben ihnen Sicherheit. Banale Kleinigkeiten oder Änderungen im Tagesablauf können sie völlig aus der Bahn werfen. Kinder, die nicht allein sein können, die nachts hochschrecken und von Ängsten gequält werden, besonders von Mitternacht bis 3.00 Uhr. Der Mundraum ist voller bläulicher Aphten und die Zunge ist weiß belegt und wirkt wie angestrichen. Eiscreme verursacht Magenschmerzen oder Durchfall (auch Pulsatilla). Nephrotisches Syndrom mit übelriechendem Urin und spärlicher Harnproduktion und schlechtem Mundgeruch. Abmagerung (Marasmus) bei Kindern; zwanghaftes Verhalten; Neigung zu Tierquälerei.

Stimmung/Gemüt laut klassischer Homöopathie

Die Beschwerden begleitend können folgende typische Gemütszustände auftreten:
Die Patienten sind eher introvertiert, starr und fixiert in ihrer Meinung; Ordnung, Sauberkeit und Gewissenhaftigkeit gibt ihnen Sicherheit; wenn ihre Ordnung bedroht wird, können paranoide Züge auftreten oder zwanghaftes Verhalten. Unzufriedenheit, Aggression und große Eifersucht. Die Betroffenen haben große Angst bis hin zu Todesfurcht, trotz großer Schwäche und Erschöpfung sind sie ruhelos, ständig in Bewegung, laufen hin und her oder die Unruhe zwingt sie zu ständigem Lagewechsel, sie befürchten nie wieder gesund zu werden. Alle Sinne sind geschärft und überempfindlich und es besteht eine große Schreckhaftigkeit. Die Betroffenen verlangen nach Gesellschaft, weil das Alleinsein ihre Ängste noch steigert. Die Ängste sind nachts wesentlich schlimmer, besonders in der Zeit von Mitternacht bis 3.00 Uhr. Arsenicum-Ängste sind sehr intensiv und qualvoll, typisch sind vor allem Angst vor dem Tod, hypochondrische Ängste, besonders vor Krebs- und Herzerkrankungen, vor Schmutz und Anstreckung, vor Einbrechern und Räubern, religiöse Gewissensangst um das Seelenheil. Es können sich Selbstmordgedanken entwickeln mit einer Neigung zum Erschießen oder Erhängen.

Kopf

Migräneartiger Kopfschmerz, der sich durch Kälte bessert (alle anderen Beschwerden verlangen nach Wärme). Neuralgischer Kopfschmerz bessert sich durch Wärme. Während der Schmerzen besteht ein unruhiges Verlangen den Kopf zu bewegen, die Kopfhaut ist schmerzempfindlich und die Haare können kaum gekämmt werden. Schuppenflechte im Kopfbereich mit trockenem Ausschlag und grauen Schuppen. Die Augen sind sehr lichtempfindlich, sie brennen stark und tränen und werden verschlimmert durch kalten Wind, sie bessern sich durch Wärme und warme Anwendungen. Hornhautgeschwüre. Gerstenkörner. Augenprobleme mit brennendem ätzenden Augenausfluß und Sicht wie durch einen Schleier oder alles sieht grünlich aus. Hemianopsie (sog. Halbsichtigkeit). Die Absonderung aus der Nase ist ebenfalls wässrig scharf, brennend, ätzend und macht die Haut wund. Akuter Schnupfen ist von häufigen Niesattacken begleitet. Bläuliche Aphten im Mund oder Bläschen, die Zunge ist weiß belegt wie gekalkt, das Zahnfleisch blutet leicht. Das Gesicht ist blass bis gelb, eingefallen und mit kaltem Schweiß bedeckt (sog. "hippokratisches Gesicht") oder zeigt den Ausdruck der Agonie.

Brust/Atemwege

Arsenicum album kommt sowohl bei einfachen Erkältungen wie auch allergischem Asthma und chronischer Bronchitis zum Einsatz. Das Asthma beginnt meist mit einer Erkältung und ist schlimmer im Sommer und nachts , besonders um Mitternacht. Der Patient hat heftige Erstickungsangst, kann nicht flach liegen und muss um Luft zu bekommen aufsitzen. Er ist sehr unruhig, möchte nicht allein sein und hat Angst zu sterben, das Gesicht ist bläulich und mit kaltem Schweiß bedeckt. Es verlangt ihn nach warmen Getränken, die er häufig und in kleinen Schlucken zu sich nimmt. Asthmaanfälle, die durch Treppensteigen, Lachen oder starke Gerüche ausgelöst werden. Stechender Schmerz im oberen rechten Lungendrittel. Lungenkrebs, Raucher-Bronchitis und Lungenödem sind ebenfalls eine Indikation für Arsenicum. Herzklopfen mit qualvoller Angst, mit zittriger Schwäche und aus geringen Anlässen; der Herzschlaf ist hör- und sichtbar, der Puls ist schneller morgens. Angina pectoris und Herzinfarkt.

Verdauung

Arsenicum hat eine ausgeprägte Wirkung auf den Magen-Darm-Trakt; die Beschwerden reichen von banaler Gastritis bis hin zu Magenkarzinom. Es ist das Hauptarzneimittel bei Lebensmittelvergiftungen mit Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, kaltem Schweiß, Frieren und Schwäche. Die Beschwerden sind meist begleitet von großer Unruhe und Angst, die Angst wird in der Magengrube empfunden. Die Patienten haben brennender Durst und Verlangen nach kaltem Wasser, was aber unverträglich ist und oft sofort wieder erbrochen wird, nur warme Getränke können die Beschwerden lindern. Alles was der Patient schluckt, scheint in der Speiseröhre festzusitzen und nicht herunterzurutschen. Sodbrennen und Aufstoßen von brennendem Wasser. Nach Erbrechen oder Durchfall ist der Patient extrem erschöpft, seine Absonderungen sind sehr übelriechend, so dass er vom eigenen Stuhlgeruch erbrechen muss. Das Erbrochene kann schwarz sein wie Kaffeesatz. Akute Colitis (Darmentzündung) mit Durchfall, unverdauten Nahrungsanteilen und brennenden Schmerzen. Analfissuren, Hämorrhoiden und Afterekzem. Der Anblick und Geruch von Speisen kann nicht ertragen werden.

Uro-Genital-Organe

Frauen haben brennenden und blutigen Ausfluß, sehr starke oder zu frühe Blutungen, die Menstruation und alle Absonderungen schwächen und erschöpfen. Ein stechender Schmerz im Becken strahlt bis in die Oberschenkel aus. Unterleibskrebs, Muttermundgeschwüre. Patienten, die an Prostatakrebs erkrankt sind und rasch an Gewicht verlieren; sie haben blutigen Urin und ein Brennen beim Wasserlassen; oft besteht eine Inkontinenz mit Nachtröpfeln. Auch eine akute Prostataentzündung mit starkem Brennen ist eine Indikation für Arsenicum. Nierenerkankungen mit ödematösen Wasseransammlungen im Körper: Gesicht, Finger und Beine schwellen an. Ebenso häufig wie Arsenicum ist Apis mellifica bei Nieren- und Blasenerkrankungen angezeigt mit folgenden Unterschieden: Apis hat stechend-brennende Schmerzen, ist durstlos, schlimmer gegen 15.00 Uhr und wird durch Kälte gebessert. Arsenicum hat brennende Schmerzen, häufiger Durst auf kleine Mengen, schlimmer nachts und wird durch Wärme gebessert.

Extremitäten

Steifheit des Rückens vom Steißbein aufwärts bis zum Nacken. Der Patient klagt über ein Zerschlagenheitsgefühl und Schwächegefühl im Kreuz. Die Schultern sind hochgezogen und der Rücken schmerzt brennend. Die Glieder sind schwer, die Hände zittern, Kribbelgefühl in den Fingern, die nicht gestreckt werden können. Die Zehen biegen sich nach unten, die Füße sind schwach, taub und ödematös geschwollen. Der Patient ist ruhelos und kann Beine und Füße nicht stillhalten. Die Zehenballen und Fußsohlen schmerzen beim Gehen. Weitere Indikationen sind Ischialgien, Nervenschmerzen und -entzündungen, Lähmungen mit Kontrakturen und Wadenkrämpfe.

Haut

Die Haut ist trocken, rau, schuppig, wie Pergament oder schmutzig aussehend. Hautausschläge in jeder Form wie Ekzeme, Knötchen, Karbunkel, Pusteln mit typischen brennenden Schmerzen, welche sich durch warme und heiße Anwendungen bessern. Die Hautausschläge können weißlich oder auch schwärzlich sein. Oder die Haut schält sich in großen Schuppen ab. Die Absonderungen vor allem der Schleimhäute sind wäßrig, scharf ätzend und verursachen Brennen und Wundheit auf der Haut oder sie sind faulig und übelriechend. Viele allergische Hautreaktionen: Reaktion auf Kosmetik, Medikamente, Insektenstiche, Nesselfieber. Geschwüre werden chronisch, brennen und sondern blutige Flüssigkeit ab. Bei Wunden und Gangrän sind typisch die blau- oder grauschwarze Verfärbung der Haut und die brennenden Schmerzen. Arsenwarzen sind grauweiß. Offene Beine mit heißen Beinen und brennenden Schmerzen, trotzdem friert der Patient. Geschwüre bluten sehr leicht, er verlangt nach einem Verband, aus Angst vor Berührung. Offener Brustkrebs. Hautsymptome wechseln sich ab mit innerlichen Symptomen.

Schlaf

Der Schlaf ist ängstlich und ruhelos mit häufigem Erwachen und Zuckungen beim Einschlafen oder während des Schlafes, besonders der Finger. Die Betroffenen gähnen viel und dehnen die Glieder, meist schlafen sie mit den Händen über dem Kopf. Sie reden im Schlaf und träumen sorgenvolle fürchterliche Träume oder träumen vom Tod. Sie erwachen durch Schmerzen, besonders um Mitternacht. Obwohl sie sich tagsüber körperlich angestrengt haben, leiden sie des Nachts unter Schlafstörungen oder sind trotz Müdigkeit schlaflos.

Schmerzen

Schmerzen, die Arsenicum charakterisieren, sind vor allem brennender Natur, schlimmer nachts und werden durch Wärme gebessert. Die Patienten klagen über innerliches oder äußerliches Brennen, auch über ein Brennen in den Blutgefäßen oder ein innerliches Drücken; oder sie fühlen einen stechend-brennenden Schmerz in den Muskeln wie von heißen Nadeln.

Fieber

Das Fieber ist zwischen Mitternacht und 3.00 Uhr am schlimmsten, es ist eine trockene brennende glühende Hitze verbunden mit Angst. Obwohl er glühendheiß ist, fühlt der Patient sich innerlich kalt. Die Kranken sind ruhelos während des Fieberfrostes, haben großen Durst und verlangen nach kalten Getränken, die aber nicht vertragen werden, den Frost verstärken und Erbrechen verursachen. Sie haben die Empfindung von kochendheißem Wasser in den Adern oder von eiskalten Wellen in den Blutgefäßen. Arsenicum Patienten haben einen starken unlöschbaren brennenden Durst, trinken dann oft, aber nur wenig und in kleinen Schlucken. Wechselfieber. Septisches Fieber. Heufieber.

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Arsenicum album:

Bezeichnend ist bei allen Beschwerden die große Entkräftung und Schwäche, ein rapides Sinken der Lebenskraft begleitet von Unruhe und Angst, daher ist Arsenicum eines der wichtigsten Mittel für tödliche Krankheiten, deren Endzustände und für die Sterbebegleitung. Allgemeine Schwäche, Blässe, Hinfälligkeit, Appetitlosigkeit und Abmagerung bis zur Kachexie. Erschöpfung nach geringster Anstrengung. Ruhelosigkeit und qualvolle Angstzustände bis hin zu Todesfurcht mit Verlangen nach Gesellschaft, Verschlimmerung bei Alleinsein und in der Nacht. Eisige Kälte, kalter Schweiß und trockene Schleimhäute, blasses spitzes eingefallenes sog. "hippokratisches Gesicht". Alle Schmerzen sind vorwiegend brennend und werden durch warme oder heiße Anwendungen gebessert. Pedantische Menschen mit Neigung zu rituellem und zwanghaften Verhalten und Selbstmordgedanken. Hypochondrie und Furcht vor Ansteckung, übermäßige Sauberkeit, Waschzwang. Allgemeine Frostigkeit und eisige Kälte, Unverträglichkeit und Verschlimmerung durch Kälte, Besserung durch Wärme. Asthma und Atemnot beim Hinlegen oder Kopftieflage. Herzangst, Angina pectoris, Herzinfarkt. Halsschmerz und Heiserkeit mit brennenden Schmerzen, besser durch Wärme. Dünnflüssiger brennender Fließschnupfen. Brennende Augenabsonderung. Juckende und brennende Hautausschläge, besser durch warme Anwendungen. Alle Schleimhautabsonderungen sind wäßrig, scharf ätzend und brennend und werden durch Kälte verschlimmert. Faulige Übelriechende Absonderungen, Durchfälle mit großer Erschöpfung danach. Großer Durst mit Verlangen nach häufig kleinen Mengen. Neuritis und Polyneuritis. Ödeme. Krebserkrankungen. Sepsis. Nahrungsmittelvergiftungen, besonders durch Fleisch und Obst, Vergiftungen durch toxische Substanzen. Beschwerden durch Aufenthalt am Meer. Alle Beschwerden neigen zu Periodizität, z. B. jeden Tag zur gleichen Zeit oder jedes Jahr. Die Beschwerden sind bevorzugt auf der rechten Körperseite.

Modalitäten

(=alles was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert)
Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, für die Arsenicum album als Heilmittel infrage kommt:
Besserung der Beschwerden durch:
Wärme und Hitze (Nahrung und Anwendungen), Hochlagern des Kopfes, frische Luft (Atmung), Gesellschaft.

Verschlechterung der Beschwerden durch:
nachts, Mitternacht bis 3.00 Uhr, Alleinsein, Ruhe, Kälte, Kopftieflage, Abdecken, Berühren der Haare, schnelles Gehen, Treppensteigen, Neumond, Vollmond, nasses oder naßkaltes Wetter.

Speisen und Getränke

Patienten, für die Arsenicum album als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise Verlangen bzw. Abneigung nach folgenden Speisen und Getränken:
Allgemein besteht ein Verlangen nach warmen oder heißen Speisen und Getränken, Kaltes, wird abgelehnt, bekommt nicht gut oder verschlimmert die Beschwerden. Bei Magen-Darm-Beschwerden verursacht schon der Anblick der Speisen Übelkeit. Häufig besteht ein Verlangen nach Kaffe und Alkohol, der aber die Beschwerden verschlimmert. Weiterhin unverträglich sind Obst und Eis. Arsenicum album ist das wichtigste homöopathische Mittel bei Nahrungsmittelvergiftungen, insbesondere bei Fleischvergiftung.

Sonstiges

Arsenicum album sehr ähnlich ist das Arzneimittel Veratrum album, man kann es als "pflanzliches Arsen" bezeichnen.
Ipecacuanha und Pulsatilla sollten nicht zusammen mit Arsenicum album eingenommen werden.

Hauptanwendungsgebiete von Arsenicum album :

Beschwerden des Gemütes wie
Angststörungen, Depressionen, Alkoholismus, Apathie, Autismus, Bettnässen, Bulimie (Ess-Brech-Sucht), Gedächtnisschwäche, Gedankenandrang, geistige Verwirrung, Hypochondrie, innere Unruhe, Manie, Neurosen, Reizblase, Reizdarm, Schlafstörungen, Suchterkrankungen, vegetative Dystonie, Wahnideen.
Beschwerden des Nervensystems wie
Alzheimer-Krankheit, Epilepsie (Krampfanfälle), Multiple Sklerose (MS), Morbus Parkinson (Schüttellähmung) Neuralgien, Neuritis (Nervenentzündung).
Beschwerden des Kopfes wie
Gesichtsakne, Haarausfall, Kopfschuppen, Kopfschmerzen, Lippenherpes, Migräne, Morbus Meniere, Mundwinkeleinrisse, Nasenbluten, Schwindel, Tonsillitis (Mandelentzündung), Zahnschmerzen, Zähneknirschen.
Beschwerden der Augen wie
Ambylopie (Schwachsichtigkeit), Amaurose (Lähmung des Sehnerv), Augenmuskellähmung, Augenzucken, Entzündung der Hornhaut (Keratitis), der Lider (Blepharitis), Fremdkörper, Gersten- und Hagelkorn, Grauer Star (Katarakt), Grüner Star (Glaukom), Konjunktivitis (Bindehautentzündung), Lidrandentzündung, Netzhautentzündung (Retinitis), Photophobie (Lichtempfindlichkeit), Strabismus (Schielen), Trockenheit, Tränenfluß, Trübung der Hornhaut, Verletzungen der Augen.
Beschwerden der Ohren wie
Hörsturz, Ohrekzem, Otitis media (Mittelhrentzündung), Schwerhörigkeit, Taubheit, Tubenkatarrh, Tinnitus (Ohrgeräusche).
Beschwerden der Brust und Atemwege wie
Angina pectoris (Herzkranzgefäßverengung), Asthma bronchiale, Bronchitis, Bronchiektasen, Brustwarzenentzündung, COPD, Emphysem, Herzbeschwerden, Herzinfarkt, Kreislaufkollaps, Laryngitis (Kehlkopfentzündung), Lungenemphysem, Mukosviszidose, Mundgeruch, Pharyngitis (Rachenentzündung), Pleuritis (Rippenfellentzündung), Pneumonie (Lungenentzündung), Rhinitis (Schnupfen), Sarkoidose, Sinusitis (Nebenhöhlenentzündung), Tachykardie, Tuberkulose.
Beschwerden von Stoffwechsel/Verdauung wie
Adipositas, Aphten, Cholera, Cholezystitis (Gallenblasenentzündung), Colitis ulcerosa (Darmentzündung), Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Diarrhoe (Durchfall), Divertikulosel, Enteritis (Dünndarmentzündung), Fettleber, Flatulenz (Blähsucht), Gallensteine, Gastritis (Magenschleimhautentzündung), Gicht, Hepatitis (Leberentzündung), Lebensmittelvergiftung, Meteorismus (Auftreibung), Morbus Crohn, Nahrungsmittelunverträglichkeit, Obstipation (Verstopfung), Reizmagen, Reizdarm, Sodbrennen, Schluckauf, Stomatitis (Mundschleimhautentzündung), Übelkeit und Erbrechen, Ulcus ventriculi (Magengeschwür), Ulcus duodeni (Zwölffingerdarmgeschwür)
Uro-Genital-Beschwerden wie
Afterfissuren, Amenorrhoe (fehlende Menstruation), Blasen- und Gebärmuttersenkung, Endometriose, Eierstockzyste, Nephritis (Nierenentzündung), Ovarialtumor, Pyelonephritis (Nierenbeckenentzündung), Hämorrhoiden, Hodenentzündung, Myome, Nierensteine, Prostatitis, Prostatahypertrophie (Vergrößerung der Prostata), Urethritis (Harnröhrenentzündung), Zystitis (Blasenentzündung)
Allergische Beschwerden wie
Heuschnupfen, Asthma, Allergien, Ekzeme, Neurodermitis, Quaddeln, Urtikaria (Nesselsucht).
Hormonelle Beschwerden wie
Fluor (Ausfluß), klimakterische Beschwerden, Menstruationsbeschwerden, Morbus Basedow, PMS (prämenstruelles Syndrom), Pubertätsprobleme, Schwangerschaftsbeschwerden, Stillprobleme, Struma (Kropf), Thyreoiditis (Entzündung der Schilddrüse), Über- und Unterfunktion der Schilddrüse.
Beschwerden des Bewegungsapparates wie
Arthritis (Gelenkentzündung), Arthrose, Fibromyalgie (Weichteilrheuma), Ischialgie, Lumbago (Hexenschuß), Morbus Bechterew, Osteoprose, Rheuma, Rückenschmerzen.
Hauterkrankungen wie
Abszesse, Akne, Dekubitus (Wundliegen), Drüsenschwellungen, Ekzeme, Erytheme, Fisteln, Frostbeulen, Furunkel, Gangrän, Herpes zoster (Gürtelrose), Hautausschläge, Hühneraugen, Impetigo (Grindflechte), Keloide, Lichen ruber, Mykosen (Pilzerkrankungen), Nagelgeschwür, Narben, Neurodermitis, Paronychie (Nagelbettentzündung), Pruritus (Juckreiz), Psoriasis (Schuppenflechte), Rhagaden, Urtikaria (Nesselsucht), Wundheilungsstörungen, Ulcus cruris (offenes Bein), Verbrennungen, Vitiligo (Weißfleckenkrankheit), Warzen, Zysten.
Krankheiten von Herz und Gefäßen wie
Apoplexie (Schlaganfall), Anämie, Angina pectoris (Herzkranzgefäßverengung), Arteriosklerose, Blutungen, Entzündungen (Phlebitis), Hämorrhoiden, Herzbeschwerden, Herzrhythmusstörungen, Hodgkin-Lymphom, Hypertonie (Bluthochdruck), Hypotonie (niedriger Blutdruck), Koronare Herzkrankheit, Roemheld-Syndrom, Tachykardie, Thrombose, Varizen (Krampfadern), Wassersucht (Ödem).
Ferner Infektionskrankheiten wie grippaler Infekt, Influenza, periodisch wiederkehrende Fieberzustände, Kinderkrankheiten, Lähmungen, Schwäche, Ohnmachtsneigung, Krebserkrankungen, Autoimmungeschehen wie Lupus und viele weitere Erkrankungen!


Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.




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