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Materia Medica

Klassische Homöopathie

Schüssler Salze
Bachblüten


Samuel Hahnemann: Klassische Homöopathie

Aloe socotrina, Aloe


Aloe

Familie der Liliaceae (Aloe)


Aloe socotrina ist eine von über 100 Sorten der Wüstenpflanze Aloe vera und eine der wenigen Sorten, die Heileigenschaften haben. Den Namen Socotrina trägt die Pflanze weil sie von der Insel Socotra stammt, eine zu Jemen gehörende Inselgruppe vor Somalia im Indischen Ozean. Das Arzneimittel wird aus dem eingedickten Saft der Blätter hergestellt. Aloe vera Gel wird vor allem volksmedizinisch und kosmetisch eingesetzt, da dem Gel wundheilende entzündungshemmende Eigenschaften zugeschrieben werden. Durch seine Eigenschaften als Feuchtigkeitsspender findet sich Aloe in vielen Körperpflege- und Antiaging-Produkten. Schon im alten Ägypten pflegten sich Nofretete und Cleopatra mit Aloe vera und auch Hippokrates war die Pflanze bekannt. In dem Saft der Pflanze enthalten ist das Aloin, ein Stoff der stark abführend wirkt und so bei Verstopfung verwendet wurde. Eine Überdosierung äußert sich in Vergiftungserscheinungen wie krampfartigen Schmerzen und Durchfällen. Allerdings ist die therapeutische Bedeutung der Aloe vera zurückgegangen, weil es inzwischen besser verträgliche Stoffe für diesen Symptomenkomplex gibt.
In der klassischen Homöopathie wird Aloe vorwiegend verordnet, wenn eine Darmsymptomatik vorliegt.

Aloe wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Verdauungstrakt, Dickdarm, Pfortader-Kreislauf, Leber, Lumbalregion, Kopf

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa):
sitzende Lebensweise, Medikamentenabsus

Hauptanwendungsgebiete von Aloe

- Kopfschmerzen
- Ohrenschmerzen
- Bronchitis
- Magenschmerzen
- Gastroenteritis
- Koliken
- Flatulenz
- Diarrhoe
- Stuhlinkontinenz
- Obstipation (Verstopfung)
- Proktitis
- Colitis (Dickdarmentzündung)
- Schließmuskelschwäche
- Hämorrhoiden bb - Prostataerkrankungen
- Leberstörungen
- Uterusprolaps
- Menstruationsstörungen
- Lumbago

Stimmung/Gemüt laut klassischer Homöopathie

Die Beschwerden begleitend können folgende typische Gemütszustände auftreten:
Die Patienten sind eher träge und bewegen sich ungern, sie sind geistiger Arbeit abgeneigt, die sie sofort erschöpft und ermüdet, das Leben erscheint ihnen als eine schwere Last. Die Patienten haben oft schlechte Laune, sind schnell erregt und zornig, sie vertragen keinen Widerspruch. Die Gemütssymptome sind schlimmer bei bewölktem Wetter. Frauen haben Angst vor Männern, Angst ist verbunden mit Unruhe.

Verdauung

Beschwerden der Verdauung, für die Aloe als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Die Patienten klagen über Völlegefühl, Auftreibung und Blähungen, die nach unten drücken. Typisch ist das Gefühl eines Pflockes in der Steißbeingegend verbunden mit Stuhldrang. Herabdrängen und Schweregefühl im Rektum und ein Unsicherheitsgefühl, daß statt Blähungen Stuhl entweicht, Sphinkterschwäche oder Verlust der Kontrolle über die Schließmuskelfunktion. Der Stuhl ist schleimig und gallertartig, gelb und dünn, kann unbemerkt abgehen, oft mit Schmerzen und Wundheitsgefühl im Rektum nach dem Stuhlgang. Koliken, Brennen und Jucken im After, Schleimabgang, schmerzende und blutende Hämorrhoiden. Durchfall frühmorgens treibt den Patienten aus dem Bett, Durchfall nach Bier oder Durchfall sofort nach dem Essen. Verstopfung mit festem Stuhl, der unbemerkt entweicht. Gieriger Hunger stellt sich schon bald nach dem Essen wieder ein, häufig findet man eine Abneigung gegen Fleisch.

Rücken/Extremitäten

Beschwerden von Rücken und Extremitäten, für die Aloe als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Rücken- und Kreuzschmerzen sind schlimmer im Sitzen oder beim Erwachen in der Nacht; es sticht durchs Kreuzbein. Rückenschmerzen wechseln sich ab mit Kopfschmerzen und Hämorrhoiden. Lahmheitsgefühl in den Gliedern und ziehende Schmerzen in den Gelenken sowie Schmerzen in den Fußsohlen beim Gehen.

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Aloe:

Hauptwirkung auf das Verdauungssystem, besonders den Darmtrakt. Völlegefühl, Auftreibung, Koliken mit Rumpeln und Kollern. Gefühl von Völle und Herabdrängen in Körperteilen. Durchfall mit plötzlichem Stuhldrang sofort nach dem Essen oder treibt morgens aus dem Bett. Bei Windabgang das Gefühl von Stuhlabgang. Schweregefühl und Unsicherheit im Rektum. Schließmuskelschwäche. Gefühl eines Pflockes im Rektum oder Becken. Koliken mit kneifenden Schmerzen vor und während des Stuhlganges, Besserung nach dem Stuhlgang, aber dann Schwäche und Schwitzen. Schwallartige und plötzliche Stuhlentleerungen. Brennen, Schmerz und Jucken des Afters, Gefühl von Hitze. Schleimige gallertartige gelbe Stühle. Schmerzhafte blutende und bläuliche traubenartige Hämorrhoiden. Verstopfung und unbemerkter Abgang selbst von hartem Stuhl. Folgen von sitzender Lebensweise. Pfortaderstauung. Zu frühe und zu starke Regel. Uterusprolaps. Lumbago. Schwerer Druck auf dem Scheitel wie von einer Last. Kopfschmerzen wechseln ab mit Rückenschmerzen oder Hämorrhoiden. Gemütszustände sind schlimmer bei wolkigem Wetter oder Verstopfung.

Modalitäten

(=alles was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert)
Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, für die Aloe als Heilmittel infrage kommt:
Besserung der Beschwerden durch:
Kühle frische Luft, kalte Anwendungen.

Verschlechterung der Beschwerden durch:
Hitze, Schwüle, Sommer, frühmorgens im Bett, hartes Auftreten, abends.

Sonstiges

Aloe sollte nicht zusammen mit Allium cepa, Allium sativa und Squilla eingenommen werden.
Aloe gilt auch als das „pflanzliche Sulfur“.

Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.

Aloe-Fall

Der Homöopath H. N. Guernsey berichtet über einen seiner Fälle:
Guernsey hatte einmal einen wichtigen und hartnäckigen Fall einer ernsten Erkrankung. Es handelte sich um eine Patientin mit hohem Fieber und beschwerlichem Husten, sie war ruhelos, mit Schmerz und Leiden und mit großer Schwäche. Sie konnte nicht stehen oder sitzen, sie konnte nicht einmal den Kopf aufrecht halten wenn sie in eine sitzende Position gebracht wurde. Kein Arzneimittel hatte auch nur einen geringen Effekt. Schließlich erfuhr Guernsey von den Angehörigen, daß Stuhl in ihrem Bett gefunden wurde, der Rektum und Anus völlig unbemerkt passiert hatte. Daraufhin gab er der Patientin eine Einmalgabe einer Hochpotenz von Aloe socotrina und sechs Stunden später stellte sich eine Besserung ein. Innerhalb einer Woche ging es ihr wieder gut.

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