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Materia Medica

Klassische Homöopathie

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Samuel Hahnemann: Klassische Homöopathie

Aethusa cynapium, Hundspetersilie


Gartenschierling, Familie der Umbeliferae (Aeth.)


Aethusa cynapium Die Hundspetersilie ist in Europa und Kleinasien heimisch, sie ist giftig, wird ca. 1 m hoch und ähnelt der Gartenpetersilie, mit der sie verwechselt werden kann. Beim Zerreiben der Blätter erinnert der Geruch entfernt an Knoblauch. Aethusa entspricht dem griechischen Wort aitho=brennen und weist auf den scharfen Geschmack hin. Der Artname cynapium setzt sich zusammen aus griech. kynos=Hund und apium=Sellerie; der abwertend gemeinte Name Hundspetersilie erklärt sich daraus, dass die Pflanze der Gartenpetersilie zwar sehr ähnlich sieht aber im Gegensatz zu ihr ungenießbar ist. Die Pflanze wächst vorwiegend an Wegen und Äckern und gilt als unerwünschtes Unkraut, weil sie auch für Tiere giftig ist; die tödliche Dosis für Rinder liegt bei 15 kg des frischen Krauts. Die Toxizität kommt zustande durch das Alkaloid Aethusin, das in der Wirkung dem des Schierlings ähnlich ist. Beim Menschen bewirkt der versehentliche Genuß ein Brennen im Mund, Übelkeit mit Erbrechen, Durchfällen und kaltem Schweiß, erweiterten Pupillen und Bewußtseinstrübung. Dann folgt eine aufsteigende Lähmung so dass der Patient am Versagen der Atmung verstirbt.
In der klassischen Homöopathie wird Aethusa vorwiegend bei Milchunverträglichkeit und bei Prüfungsängsten verordnet.

Aethusa wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Zentralnervensystem, Verdauungstrakt, Kopf und Nacken, Drüsen

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa):
Milch, geistige Anstrengung, Prüfungen

Hauptanwendungsgebiete von Aethusa

- Cholera infantum
- Gastroenteritis (Magen-Darm-Infekt)
- Diarrhoe (Durchfall)
- Erbrechen
- Schluckauf
- Pylorusspasmus (Magenpförtnerkrampf)
- Laktoseintoleranz
- Milchallergie
- Krampfanfälle
- Konzentrationsschwäche
- Kopfschmerzen
- Geistesschwäche und geistige Erschöpfung
- Prüfungsangst
- Delirium
- Schlaflosigkeit
- Herpes
- Lymphdrüsenschwellung
- Husten
- Kinderlähmung


Stimmung/Gemüt laut klassischer Homöopathie

Die Beschwerden begleitend können folgende typische Gemütszustände auftreten:
Die Betroffenen sind unfähig sich zu konzentrieren, haben Schwierigkeiten beim Lernen, haben große Ängste und Black-out-Zustände, besonders vor Prüfungen. Sie sind ruhelos, reizbar, ängstlich und weinerlich. Ein Mittel für Einzelgänger, die ihre starken Emotionen nicht adäquat ausdrücken können. Sie ziehen sich von der menschlichen Gesellschaft zurück und pflegen eine tiefe Liebe zu Tieren. Sie sprechen mit ihnen und hängen extrem an ihren Haustieren. Schlaflosigkeit und große Angst vor dem Einschlafen, aus Furcht nicht wieder zu erwachen. Der Schlaf ist ruhelos, die Patienten sprechen im Schlaf oder schlafwandeln. Sie schrecken beim Einschlafen hoch mit dem Gefühl zu ersticken. Angst vor Narkose.

Verdauungsorgane

Beschwerden der Verdauungsorgane, für die Aethusa als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Mitteltypisch ist eine Abneigung oder Unverträglichkeit von Milch, Milch wird nach dem Trinken sofort wieder erbrochen. Die Betroffenen haben nach dem Erbrechen gleich wieder Hunger. Säuglinge vertragen keine Muttermilch. Unverträglichkeit von Milch überhaupt und Erbrechen in heftigen Anfällen. Ein Mittel für Pylorusspasmus der Säuglinge (Magenpförtnerkrampf). Säuglinge, die ständig trinken aber die Milch andauernd wieder von sich geben und nicht gedeihen, legen das Mittel nahe. Neugeborene haben anhaltende Durchfälle und sehen welk aus mit sog. hippokratischem Gesicht. Die Durchfälle sind unverdaut, grünlich oder gelblich schaumig. Fortwährendes Essen macht Verdauungsstörungen. Anhaltendes Erbrechen und Durchfall führt zu Austrocknung (Exsikose). Die Patienten haben eine Abneigung gegen Fett und Obst und ein Verlangen nach Salz und Teigwaren.

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Aethusa:

Ein Leitsymptom ist die Heftigkeit der Beschwerden: heftige Reaktion auf Milch, heftiges Erbrechen, heftige Krämpfe, Schmerzen, Delirien und Aggressionen. Ausgeprägter Schwächezustand und Schläfrigkeit. Neigung zu Krämpfen und Konvulsionen. Delirante Zustände und Halluzinationen, sieht Tiere. Verwirrung und Konzentrationsstörungen, Geistesschwäche, Prüfungsängste. Weinen. Einzelgänger, extreme Tierliebe. Schlaflosigkeit. Angst beim Einschlafen, dass man nicht wieder erwachen würde. Gesellige Gespräche bessern die Beschwerden, können sie sogar zum Verschwinden bringen. Kopfschmerzen besonders in Hinterkopf und Nacken, zur Wirbelsäule ausstrahlend. Krampfanfälle mit nach unten verdrehten Augen und eingeschlagenen Daumen. Herpes oder Hautausschlag besonders der Nasenspitze. Kopfschmerzen besser beim Liegen. Gefühl als wären Kopf, Gesicht und Hände geschwollen. Gefühl von Ohrverstopfung. Abneigung und Unverträglichkeit von Milch, heftiges Erbrechen und Durchfälle nach Milch, Schweiß und große Schwäche. Erbrechen geronnener Klumpen Milch. Verdauungsstörungen durch ständiges fortwährendes Essen. Krampfartiges Erbrechen der Säuglinge, Pylorusspasmus (Magenpförtnerkrampf). Laktoseintoleranz. Exsikose (Austrocknung). Gedeihstörungen der Säuglinge. Säuglinge haben nicht die Kraft den Kopf hoch zu halten. Lymphknotenschwellung. Durstlosigkeit. Kälte des Körpers mit schweißiger Haut. Hautausschlag um die Handgelenke.

Modalitäten

(=alles was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert)
Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, für die Aethusa als Heilmittel infrage kommt:

Besserung der Beschwerden durch:
frische Luft, Ruhe, zudecken, Konversation

Verschlechterung der Beschwerden durch:
Milch, heißes Wetter, häufiges Essen, Überanstrengung, Zahnung

Sonstiges

Milch, Kaffee und pflanzliche Säuren sollten während der Einnahme gemieden werden.
Antimonium crudum und Cicuta sollten nicht zusammen mit Aethusa eingenommen werden.

Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.

Aethusa-Fall

Ein 6 Monate altes Kind kommt mit Durchfällen in die Praxis. Die Durchfälle bestehen seit einigen Tagen, sie sind teils hellgelb, teils grünlich wässrig oder auch schleimig. Das Kind schreit viel und zieht die Beine an den Bauch. Die Mutter hatte dem Kind bereits Chamomilla verabreicht, was aber erfolglos blieb. Seit gestern kam nun noch ein heftiges Erbrechen von geronnener Milch dazu. Der Säugling trinkt zwar gierig an der Brust, erbricht aber nach kurzer Zeit die in großen Klumpen geronnene Milch aus. Das Kind schreit und weint viel, es schläft wenig und schlecht, die Hände und Füße sind kalt, das Gesicht wirkt verfallen.
Das Kind bekommt eine Gabe Aethusa C30 und noch am selben Tag tritt eine Besserung ein. Es schläft die nächste Nacht durch und die Beschwerden verlieren sich in den folgenden zwei Tagen ganz.





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