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Bachblüten

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Walnut Blüte Nr.33 Teil II

Walnuss - Juglans regia



PRAKTISCHE EINSATZMÖGLICHKEITEN UND WIRKUNG VON WALNUT


Bei welchen Problemen kann Walnut eingesetzt werden?

  • Starke Beeinflussbarkeit, Labilität, Gutgläubigkeit, Abhängigkeit, Persönlichkeitsschwäche.
  • Neubeginn, Lebensumstellung, Geburt, Zahnen, Eintritt in den Kindergarten, Pubertät, Klimakterium, Sterben.
  • Körperlich: evtl. klimakterische Beschwerden, Pubertät, Zahnungsbeschwerden, Allergie.

Wie verhält man sich, wenn man Walnut braucht?


(Die folgenden Aussagen müssen nicht alle zutreffen. Für die Behandlung von Kindern tauschen Sie "man" gegen "das Kind" bzw. "es" aus.) Zum Beispiel:

  • Man ist zu sehr beeinflussbar und gutgläubig.
  • Man kann sich schlecht gegen negative Einflüsse wehren, man lässt sich leicht verführen. Es fällt einem schwer, sich selbst treu zu bleiben.
  • Man befindet sich in einer psychischen Umbruchsphase (wie Aufnahme in den Kindergarten oder Schulwechsel, Pubertät oder "Midlife-Crisis", Berufswechsel oder Partnerwechsel) und braucht innere Stabilität für den Neubeginn.
  • Man hat Probleme in einer körperlichen Umstellungsphase (Zahnen, Pubertät, Schwangerschaft, Klimakterium ...).
  • Man findet nach einem Verlust oder einer Katastrophe nicht mehr ins normale Leben zurück (+ Honeysuckle).
  • Man hat schlechte Gewohnheiten, die man nicht überwinden kann.
  • Man kann seine Persönlichkeit nicht richtig entwickeln, weil man zu offen für Fremdeinflüsse ist.

Wie reagiert man auf eine Krankheit?

  • Man wird durch die Krankheit von seinem eigenen Weg abgebracht oder aus dem Gleis geworfen.
  • Man wird durch die Krankheit zu stark beeinflussbar.

Welche Wirkung ist zu erwarten?
Zum Beispiel:

  • Man wird stabiler gegen negative Einflüsse.
  • Man findet einen guten Neuanfang.
  • Man kann sich besser auf eine neue Lebensphase einstellen oder in neuen Lebenssituationen zurechtfinden.
  • Man wird eigenständiger, man wird mehr "man selbst".
  • Man lässt sich nicht mehr so leicht beeinflussen, verführen oder anlügen.
  • Man lässt sich von seinem eigenen Weg nicht mehr durch fremde Einflüsse abbringen.
  • Man entwickelt seine persönlichen Anlagen besser.
  • Man durchläuft die biologischen Umstellungsphasen besser.

DIE PSYCHOLOGIE DER WALNUT-STÖRUNG


Jedes Bach-Mittel kann entweder kurzfristig zur Überwindung akuter psychischer Störungen oder langfristig zur Persönlichkeitsentwicklung, Charakterverbesserung und Lebenssanierung eingesetzt werden. Dabei werden psychische Anlagen, die sich negativ bzw. neurotisch entwickelt haben, oder Reaktionsweisen, die eine krankhafte Form angenommen haben, wieder ganz oder teilweise in ihren ursprünglich positiven und harmonischen Zustand zurückgeführt.


Die Walnut-Anlage erzeugt geistige und gefühlsmäßige Offenheit. Menschen, bei denen sie sich harmonisch entwickelt, sind allem und jedem gegenüber aufgeschlossen. Das macht sie zu angenehmen, gutgläubigen und arglosen Zeitgenossen, die weder Vorurteile noch Misstrauen kennen. Geist und Seele sind bei ihnen (wie beim unbefangenen Naturmenschen) nicht durch vorgefasste Meinungen, Absicherungen, Vorbehalte oder einseitig rationale Denksysteme eingeengt.

Im Gegenteil, bei ihnen vermischen sich Rationales und Irrationales, Wunder und Banalität, Traum und Wirklichkeit zu einem reichen, auch die Tiefe des Seins umfassenden inneren Bild. Wo andere die Welt wie zwischen Scheuklappen betrachten, überblicken harmonisch entwickelte Walnut-Menschen ein riesiges und reiches Panorama. Sie leben im Geiste jenes großen Philosophen, der die Quintessenz seines lebenslangen Nachdenkens in den Worten ausdrückte: "Ich weiß, dass ich nichts weiß!" Das heißt: Sie wissen, dass hinter jeder äußeren, banalen Form eine unendlich komplexe Idee steckt, dass als endgültig erscheinende Tatsachen nur flüchtige Momentaufnahmen aus festgelegten Blickwinkeln sind und jederzeit aus anderen Perspektiven widerlegt oder annulliert werden können. Kurz, ihnen ist bewusst, dass dem menschlichen Bewusstsein die absolute Erkenntnis versagt ist, dass für ihn alles nur relativ und damit von tausend Möglichkeiten erfüllt ist.

Mit dieser instinktiven Lebenssicht gehen sie ihren manchmal rätselhaften Weg, nur ihren Eingebungen, Interessen und Gefühlen folgend und dabei, wie das Kind im Märchen, sicher ihr persönliches Ziel erreichend.

Lebenskrisen mit Selbstzweifeln, Irrungen und Wirrungen gibt es bei ihnen nicht, denn sie haben ja ihren inneren Kompass. Wenn es scheint, als seien sie zu leicht beeinflussbar, zu leichtgläubig und inkonsequent, so ist das nur ein Zeichen dafür, dass der Beobachter selbst zu sehr in seinen eigenen Vorurteilen und Vorstellungen befangen ist und keinen Sinn mehr für das Außergewöhnliche und Wunderbare im Leben hat.

Unter ungünstigen Umständen kann diese vorurteilslose Offenheit zu übergroßer Beeinflussbarkeit werden. Die Unvoreingenommenheit der Walnut-Menschen gegenüber geistigen und gefühlsmäßigen Eindrücken, die sie ausgesprochen gutgläubig und beeindruckbar macht, führt oft dazu, dass sie sich verunsichern oder vom eingeschlagenen Weg ablenken lassen.

Dann leben sie ein Leben, das eigentlich nicht das ihre ist, tun Dinge, die sie eigentlich gar nicht wollen, finden sich in Situationen oder Positionen wieder, die für sie eigentlich nicht gut sind - zum Beispiel in einem frustrierenden Beruf, einer unglücklichen Partnerschaft, einer unerfreulichen Wohnung. Nicht einmal ihren eigenen schlechten Gewohnheiten können sie Widerstand leisten. Mit anderen Worten: Obwohl sie oberflächlich betrachtet wie andere, normale Menschen erscheinen, sind sie eigentlich nicht sie selbst. Das ist besonders tragisch bei Kindern, deren Psyche, Weltsicht und Verhaltensweisen durch ihre Eltern und Erzieher in einer Weise geprägt werden, die ihnen nicht entspricht, und die dadurch in eine möglicherweise lebenslange Selbstentfremdung geraten.



Zusätzliche psychologisch-therapeutische Anmerkungen


Leben bedeutet Wachstum und Selbstverwirklichung. Daher ist eine der treibenden Kräfte in unserem Leben der Wunsch nach ungehinderter Entfaltung unserer naturgegebenen Anlagen.

Da dieser aber nicht nur bei uns, sondern auch bei allen anderen Lebewesen vorhanden ist, erzeugt er biologische Konflikte. Es ist wie im Dschungel, wo es heißt: fressen, um nicht von anderen gefressen zu werden. So müssen auch wir - als Teile der Natur - uns gegen Übergriffe von außen wehren, müssen andere beiseite drängen, um nicht selbst zu kurz zu kommen.

Dabei können wir als bewusste Menschen zwar viele Konflikte durch höhere Einsicht vermeiden, können aus mitmenschlichem Gefühl den mörderischen Überlebenskampf auf das Notwendigste beschränken und unseren Raubtierinstinkten angemessene Zügel anlegen. Dennoch müssen wir immer auch sehen, dass unsere persönliche Selbstverwirklichung nicht zu kurz kommt. Dabei gibt es natürlich individuell unterschiedliche Schwerpunkte und Ziele. Während der eine Mensch vor allem geistig-seelische Werte anstrebt, geht es dem anderen vor allem um körperlich-materielle Vorteile, und während in Krisen der eine Mensch um des nackten Überlebens willen einfach seine schönen Ideale über Bord wirft, opfert der andere für seine Überzeugung Leib und Leben.

In diesem Kampf pflegt der unharmonisch entwickelte Walnut-Mensch den Kürzeren zu ziehen, da seine starke Beeinflussbarkeit, seine naive Gutgläubigkeit und seine mangelnde Abgrenzung seine Mitmenschen oft zu Übergriffen provozieren. Das heißt: Er wird bedrängt, beeinflusst, überredet, von seinem Ziel abgebracht, missbraucht, für fremde Zwecke eingespannt, umerzogen, verplant, verunsichert oder manipuliert. Schließlich tut er alles außer dem, was für ihn selbst wichtig und für sein Leben wertvoll ist.

Das kann natürlich auf Dauer nicht gut gehen, denn das Eigentliche in ihm - seine Seele - will sich ja verwirklichen. Daher erzeugt sie, entsprechend dem Ausmaß seiner Selbstentfremdung, die unterschiedlichsten Warnsignale: Aggressionen, Frustrationen, Depressionen, Psychosen, Neurosen, Verhaltensstörungen oder körperliche Krankheiten. Besonders negativ wirkt sich dies in jenen Lebensphasen aus, in denen der Organismus sich umstellt und neue Eigenschaften entwickelt. In dieser Zeit dürfte er, um seinen eigenen Rhythmus finden zu können, eigentlich nicht gestört werden - zum Beispiel bei der Geburt, beim Zahnen, in der Pubertät, im Klimakterium.

Denn je harmonischer die inneren Rhythmen ablaufen können, je unbehinderter ein Mensch seine persönlichen Eigenarten entfalten und je konsequenter er seinen eigenen Lebensweg verfolgen kann, desto besser geht es ihm, desto gesünder ist er und desto menschlicher kann er sein.

Deshalb müsste ein Mensch, der die Walnut-Veranlagung besitzt, sich seiner Gutgläubigkeit und der durch sie provozierten Gefahren bewusst werden und alles, was von außen an ihn herangetragen wird, kritisch darauf überprüfen, ob es gut für ihn ist. Auch sollte er sehr bewusst auf seine Unabhängigkeit achten und stets versuchen, so weit wie möglich seinen persönlichen Weg zu gehen. Sich treu zu bleiben ist oft schwer, sich ohne dringenden Grund selbst zu verraten aber kann die Hölle sein.



WALNUT UND DIE ANDEREN BACH-MITTEL


Häufige Kombinationen


Wenn zwei Mittel kombiniert werden, entsteht ein neues Mittel, dessen Wirkung entweder in einer gegenseitigen Verstärkung beider Komponenten besteht oder darauf beruht, dass eine Kausalkette, in der ein Problem das andere hervorruft, mit den entsprechenden Mitteln aufgelöst wird.


Centaury:

wenn man sehr gutmütig, entgegenkommend und beeinflussbar ist.

Cerato:

wenn man unselbständig und sehr beeinflussbar ist.

Gentian:

wenn man in einer wichtigen persönlichen Entwicklungsphase Durchhaltekraft und Konsequenz braucht.

Larch:

wenn man leicht zu beeinflussen ist, weil man ein schwaches Selbstbewusstsein hat.

Mimulus:

wenn man aufgrund von Ängstlichkeit leicht zu beeinflussen ist.

Olive:

wenn man aufgrund von Erschöpfung labil und verletzbar geworden ist. Oder wenn man aufgrund eines seelischen Traumas total erschöpft ist.

Pine:

wenn man sich von anderen leicht ein schlechtes Gewissen machen lässt.

Star of Bethlehem:

wenn man durch eine seelische Erschütterung sehr beeinflussbar geworden ist und neu beginnen muss.

Wild Oat:

wenn man in einer Umbruchphase mehr Klarheit und Konsequenz braucht.


Mittel mit ähnlicher Symptomatik


Centaury:

Ähnlich ist die Unfähigkeit, sich gegen Übergriffe aus der Umwelt abzugrenzen. Bei Centaury beruht sie auf übertriebenem Gehorsam und Anpassungsbereitschaft (aufgrund mangelnder Selbstbehauptungskraft), bei Walnut ist sie Ausdruck einer zu großen Offenheit und Beeinflussbarkeit.

Cerato:

Ähnlich ist die Beeinflussbarkeit. Während sie bei Cerato darin besteht, dass man sich beraten und anleiten lässt, weil man sich selbst nicht traut, äußert sie sich bei Walnut in übertriebener Gutgläubigkeit und allgemeiner Offenheit.

Pine:

Ähnlich ist die Tendenz, sich manipulieren und führen zu lassen: bei Pine, weil man sich vor Bestrafung fürchtet (darauf beruht die Macht moralischer Dogmen), bei Walnut, weil man gegenüber allen und allem zu offen und kritiklos ist.

Red Chestnut:

Ähnlich ist die Unfähigkeit, sich genügend abzugrenzen. Bei Red Chestnut bezieht sich dies auf das Leid anderer Menschen, so dass man mitleidend hineingezogen wird, während man bei Walnut zu offen gegen alle Arten fremder Einflüsse ist und sich leicht vom eigenen Weg abbringen lässt.


Mit freundlicher Genehmigung von Verlag und Autor:
© VAK Verlags GmbH, Kirchzarten bei Freiburg 2004,
Blome, Götz: Das neue Bach-Blüten-Buch.



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