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Bachblüten

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Rock Rose Blüte Nr.26 Teil II

Gelbes Sonnenröschen - Helianthemum nummularium


PRAKTISCHE EINSATZMÖGLICHKEITEN UND WIRKUNG VON ROCK ROSE


Bei welchen Problemen kann Rock Rose eingesetzt werden?

  • Panische Angst, Panikzustände, Schrecken, plötzliche Hoffnungslosigkeit.
  • Kopflosigkeit, Verlust der Geistesgegenwart oder des Überblicks.
  • "Leerer Kopf" (Black-out) bei Prüfungen.
  • Allgemeine Tendenz, mit Panik zu reagieren. Schreckhaftigkeit.
  • Alle krankhaften Störungen, die mit Panikzuständen einhergehen oder durch sie ausgelöst wurden.
  • Körperlich: evtl. Atemstörungen (wie Asthma), Herzbeschwerden, Nierenstörungen, Sehstörungen, Bluthochdruck.

Wie verhält man sich, wenn man Rock Rose braucht?


(Die folgenden Aussagen müssen nicht alle zutreffen. Für die Behandlung von Kindern tauschen Sie "man" gegen "das Kind" bzw. "es" aus.) Zum Beispiel:

  • Man hat seine innere Ruhe und Gelassenheit verloren.
  • Man "rotiert" innerlich, man ist von Panik erfasst.
  • Man hat plötzlich einen "leeren Kopf" - zum Beispiel in einer Prüfung.
  • Man verhält sich in Ausnahmesituationen "kopflos" und unvernünftig.
  • Man weiß vor Angst nicht aus noch ein.
  • Man verliert in Stress-Situationen schnell den Überblick oder die Geistesgegenwart.
  • Man ist sehr schreckhaft.

Wie reagiert man auf eine Krankheit?

  • Man erschrickt zutiefst und gerät in Panik.

Welche Wirkung ist zu erwarten?
Zum Beispiel:

  • Man beruhigt sich wieder.
  • Man bekommt wieder den Überblick über die Situation.
  • Man wird allgemein gelassener und erschrickt nicht mehr so schnell.
  • Man verliert in Ausnahmesituationen nicht mehr so schnell die Geistesgegenwart.

DIE PSYCHOLOGIE DER ROCK ROSE-STÖRUNG


Jedes Bach-Mittel kann entweder kurzfristig zur Überwindung akuter psychischer Störungen oder langfristig zur Persönlichkeitsentwicklung, Charakterverbesserung und Lebenssanierung eingesetzt werden. Dabei werden psychische Anlagen, die sich negativ bzw. neurotisch entwickelt haben, oder Reaktionsweisen, die eine krankhafte Form angenommen haben, wieder ganz oder teilweise in ihren ursprünglich positiven und harmonischen Zustand zurückgeführt.


Die Rock-Rose-Anlage macht gefühlsoffen, sehr empfindsam und beeindruckbar.
Menschen, bei denen sie sich harmonisch entwickelt, sind offen für alle Eindrücke und können sehr spontan reagieren. Ihre Gefühle werden weder von Konditionierungen, Gewohnheiten oder schlechten Erfahrungen kontrolliert, noch werden sie gefiltert, gebremst oder verfälscht, sondern unmittelbar und natürlich ausgedrückt. Frei von starren Erwartungen und Reaktionsmustern werden diese Menschen durch unerwartete Ereignisse nicht aus dem Gleichgewicht gebracht, sondern sind in der Lage, auf alles, was sie erleben, flexibel und widerstandslos zu reagieren - wie eine sich in der Strömung bewegende Wasserpflanze. Ihr Geist ist (wie bei Kindern, die noch keine schlechten Erfahrungen gemacht haben) unvoreingenommen, so dass es kaum etwas gibt, was sie erstaunt oder sehr erschreckt. Dadurch besitzen sie innere Sicherheit, natürliche Unerschütterlichkeit und Geistesgegenwart.

Unter ungünstigen Umständen kann die Empfindsamkeit zu Überempfindlichkeit, die Beeindruckbarkeit zur Erschütterung und die Spontaneität zu überschießendem, unkoordiniertem Reagieren führen. Daraus entsteht die Rock-Rose-Störung, die unfähig macht, außergewöhnliche Erlebnisse zu verkraften, und sich in Panik oder Zusammenbruch äußert.

Meist sind es Menschen mit der typischen Rock-Rose-Anlage, die in solche Zustände geraten. Unter extremen Bedingungen können diese aber auch bei jedem anderen Menschen auftreten. Man ist dann außerstande, geistesgegenwärtig und gelassen auf überraschende oder belastende Ereignisse zu reagieren, verliert den Überblick, gerät in eine innere Blockade oder verhält sich ganz unvernünftig. Typische Situationen sind Unfälle oder plötzliche, gewaltsame Konfrontation mit Problemen, vor denen man sich immer wieder gedrückt hat.

Ein typisches Beispiel hierfür ist die Diagnose "Krebs", die bei den meisten Menschen Panik auslöst, weil sie diese irrtümlich für ihr Todesurteil halten und weil sie zu ihrem doch jederzeit möglichen Tod keine sinnvolle Einstellung haben.

Panische Angst hat natürlich auch Auswirkungen auf das körperliche Befinden, weil Körper und Seele eine untrennbare Einheit bilden. Besonders auffällig sind Sehstörungen (bis zur Blindheit), Atemstörungen (vor allem Asthma und Lungenkrebs) und Herzkrankheiten (vielleicht sogar plötzlicher Herztod). Man erkennt daraus, wie wichtig es ist, für ein ausgeglichenes, stabiles Seelenleben zu sorgen.



Zusätzliche psychologisch-therapeutische Anmerkungen


Vor allem zwei Menschentypen sind es, die besonders leicht in Panik geraten können: die unbeweglichen, alles kontrollierenden und verplanenden Verstandesmenschen, die die Übersicht verlieren, wenn sie überraschend in Situationen geraten, für die sie kein rationales Erklärungs- und Verhaltensschema besitzen; und die labilen, empfindlichen Menschen (die typischen Rock-Rose-Menschen!), die auf dem Boden einer sehr tief sitzenden Verängstigung leben und daher schnell von unerwarteten, ihnen bedrohlich erscheinenden Ereignissen aus der Fassung zu bringen sind. Wovon der Verstandesmensch zu viel hat (vernünftig planende Beherrschung), davon besitzt der Gefühlsmensch zu wenig.

Im Grunde leiden sie beide unter einer untergründigen, nur mühsam in Schach gehaltenen Lebensangst, die sich unter Ausnahmebedingungen, ähnlich wie bei einem allergischen Schock, dramatisch steigern und Panik erzeugen kann. Ihr Verstand, der es nicht geschafft hat, ein flexibles und wirklichkeitsgerechtes Lebenskonzept zu entwickeln, in dem auch irrationale Schicksalselemente Platz haben, und der mit der täglichen kleinen Überlebensstrategie voll ausgelastet ist, setzt aus und sie "verlieren den Kopf". In diesem Zustand übernehmen dann unbewusste Regulationssysteme die Steuerung mit Hilfe primitiver, animalischer Reaktionen.

Dies geschieht besonders bei Unfällen. (Ein "Un-Fall" ist ja ein Fall, den es "eigentlich" nicht geben dürfte; er ist sozusagen ein nicht vorgesehenes "Un-Ding".) Die bewusste Existenzgrundlage erschütternd legen sie die gewohnte Lebenssteuerung durch besondere Plötzlichkeit oder große Intensität lahm und zerstören die geistige Übersicht des betroffenen Menschen. Er weiß dann nicht mehr, was er tun soll. Er starrt nur noch wie gebannt auf diesen unheilvollen, schicksalhaften "Bombenkrater", den der Unfall in die bisher heile Welt gerissen hat. Er ist wie gelähmt oder reagiert mit kopfloser Flucht.

Wer in einen solchen Zustand geraten ist, sollte versuchen, durch Ruhe, Abschirmung oder auch Ablenkung Distanz zum auslösenden Faktor zu schaffen, damit die Psyche wieder Ordnung finden kann. Manchmal kann das Schreckensereignis auch dadurch neutralisiert werden, dass ihm sein positives Gegenteil entgegensetzt wird, indem zum Beispiel eine schlechte Nachricht sofort durch eine positive Aussicht ausgeglichen wird.

Menschen in ausgeprägten Rock-Rose-Zuständen brauchen vorübergehend fremde Führung. Sie dürfen nicht mit den Alltagsproblemen belastet werden, sondern müssen die Gelegenheit bekommen, ganz nach innen zu gehen und einen neuen Ansatzpunkt für ihr Leben zu finden. In Extremfällen können Medikamente erforderlich sein, die die krankhafte Blockade gewaltsam durchbrechen.

Grundsätzlich wäre es gut, solchen panischen Ausnahmezuständen dadurch vorzubeugen, dass man die täglichen, belastenden Überraschungen bewusst benützt, um an ihnen Flexibilität, Geistesgegenwart und Sicherheit zu üben. Die Grundlage dafür ist Offenheit und Schicksalsakzeptanz.

Denn wer nichts erwartet, der kann nicht enttäuscht werden; wer darauf eingestellt ist, alles zu akzeptieren, der kann nicht aus der Fassung gebracht werden; wer seine Gefühle zulässt und ausdrückt, den können sie nicht überwältigen; wer sich seiner Angst, seinen schlechten Erfahrungen, seinen Schwächen stellt, der kann ihnen nicht zum Opfer fallen.

Wer das Leben spielerisch nehmen kann, für den wird es nie zum niederschmetternden Ernstfall.

Um diese Einstellung zu bekommen, muss man sich immer wieder klarmachen, dass wir unser Leben in letzter Konsequenz weder verplanen noch absichern, weder lenken noch begreifen können. Wir haben uns nicht selbst erschaffen, können unser Schicksal nicht eigenmächtig bestimmen und begreifen vom Geheimnis unserer Existenz nur sehr wenig. Aber wir ahnen, dass es eine Kraft, Ordnung oder Wesenheit ("Gott") gibt, die auch das, was wir nicht wissen und verstehen, genauso gut und sinnvoll gestaltet wie das, was uns täglich mit Bewunderung, Dankbarkeit und Ehrfurcht erfüllt.



ROCK ROSE UND DIE ANDEREN BACH-MITTEL


Häufige Kombinationen


Wenn zwei Mittel kombiniert werden, entsteht ein neues Mittel, dessen Wirkung entweder in einer gegenseitigen Verstärkung beider Komponenten besteht oder darauf beruht, dass eine Kausalkette, in der ein Problem das andere hervorruft, mit den entsprechenden Mitteln aufgelöst wird.


+ Agrimony:

wenn man nicht zeigen will, dass man sich innerlich in einem Panikzustand befindet. Oder wenn man aus panischer Angst die Wahrheit verdrängt.

+ Aspen:

wenn man aus heiterem Himmel von panischen Angstattacken überfallen wird.

+ Cherry Plum:

wenn man durch einen emotionalen Konflikt in eine extreme Angstpanik geraten ist. Oder wenn man aufgrund einer Angstpanik durchzudrehen droht.

+ Clematis:

wenn man aufgrund panischer Angst das Bewusstsein zu verlieren droht oder es bereits verloren hat.

+ Elm:

wenn man bei (oder wegen) Überforderung in Panik gerät. Oder wenn man plötzlich nicht mehr weiterkann, weil man in Panik geraten ist.

+ Impatiens:

wenn man sich in Panikstimmung befindet und sehr nervös und unruhig ist.

+ Mimulus:

wenn sich allgemeine Ängstlichkeit zur Panik gesteigert hat.

+ Red Chestnut:

wenn man aus Sorge um jemanden in panische Angst geraten ist.

+ Rock Rose:

wenn man aufgrund von Schuldgefühlen in einen Zustand panischer Angst geraten ist.

+ Scleranthus:

wenn man in Panik gerät, weil man keine Entscheidung treffen kann. Oder wenn man sich nicht entscheiden kann, weil man durch panische Angst blockiert ist.

+ Star of Bethlehem:

wenn man aufgrund einer seelischen Erschütterung in Panik geraten ist. Oder wenn man aufgrund starker Schreckhaftigkeit leicht zu erschüttern ist.

+ Sweet Chestnut:

wenn man verzweifelt ist, weil man panische Angst hat.

+ White Chestnut:

wenn man aufgrund panischer Angst keinen klaren Gedanken mehr fassen kann. Oder wenn man nur noch an etwas Bestimmtes denken kann, vor dem man sich sehr stark fürchtet.


Mittel mit ähnlicher Symptomatik


Aspen:

Ähnlich ist eine plötzlich auftretende Panik. Bei Aspen hat sie keinen klaren Grund, bei Rock Rose ist sie erklärlich (Situationen, Vorstellungen, Ereignisse).

Cherry Plum:

Ähnlich ist die starke emotionale Not. Bei Cherry Plum kann sie durch alle möglichen emotionalen Konflikte entstanden sein, während sie bei Rock Rose die Folge starker Angst ist. Die Kombination beider Mittel ist oft sinnvoll.

Impatiens:

Ähnlich ist eine gehetzte Stimmung. Bei Impatiens beruht sie auf starker Ungeduld, bei Rock Rose auf Panik. Kombination beider Mittel ist oft sinnvoll.

Mimulus:

Ähnlich ist die Angst, die bei Rock Rose panikartig und wesentlich stärker ist als bei Mimulus. Kombination beider Mittel ist oft sinnvoll.

Sweet Chestnut:

Ähnlich ist ein extremer emotionaler Zustand, in dem man nicht mehr weiterweiß. Bei Sweet Chestnut kann er durch alle möglichen emotionalen Konflikte entstanden sein, bei Rock Rose dagegen beruht er auf panischer Angst .


Mit freundlicher Genehmigung von Verlag und Autor:
© VAK Verlags GmbH, Kirchzarten bei Freiburg 2004,
Blome, Götz: Das neue Bach-Blüten-Buch.



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