Gefleckte Gauklerblume - Mimulus guttatus
Entsprechend der Beschreibung von Dr. Bach hilft dieses Mittel jenen Menschen, die sich vor etwas fürchten (zum Beispiel vor Krankheit, Schmerz, Armut, der Dunkelheit, dem Alleinsein oder einem Unfall). Meist sprechen sie nicht darüber.
Motto: Ich fürchte mich.
ALLGEMEINE CHARAKTERISTIK VON MIMULUS
Mimulus ist das "Angst-Mittel" unter den Bach-Blüten und wird besonders oft benötigt. Es kann helfen, wenn man sich vor etwas fürchtet, das man klar benennen kann - das heißt bei den üblichen Ängsten in unserem täglichen Leben (wie in der Beschreibung von Dr. Bach angedeutet). Man muss es von Aspen unterscheiden, das mehr für die unerklärlichen, irrationalen Ängste zuständig ist.
Mimulus ist einerseits bei momentanen, auf eine bestimmte Situation bezogenen Ängsten hilfreich und kann andererseits - als Konstitutions- und Charaktermittel monatelang eingenommen - allgemeine Ängstlichkeit abbauen. Diese äußert sich übrigens oft nur verschleiert, zum Beispiel in Form außergewöhnlicher Schüchternheit, Zaghaftigkeit, Nachgiebigkeit oder als übertriebener Gehorsam.
Die meisten Ängste erleiden jene Menschen, die sehr empfindsam sind und viel Phantasie besitzen. Ihre Empfindsamkeit wird durch schlechte Erfahrungen schnell zur Empfindlichkeit und Angst erzeugenden Verletzlichkeit und ihre Phantasie führt meist dazu, dass sie sich alle möglichen Schrecken in besonders bunten Farben ausmalen und sich daher fast andauernd vor irgendetwas fürchten.
Angst entsteht ja aus einer negativen Erwartungshaltung und besteht darin, dass wir etwas Unangenehmes erwarten und uns dagegen sträuben, weil wir davon Leiden befürchten. Diese negative Erwartung kann entweder real begründet sein oder nur auf einer Vorstellung beruhen. Sie mobilisiert aber immer zusätzliche Energie in unserem Organismus, die uns entweder die Flucht oder eine Gegenwehr ermöglichen soll. Wird diese Energie nicht sofort in eine Aktion umgesetzt, staut sie sich in unserem Inneren und erzeugt eine innere Enge = die Angst. Ein solcher Zustand kann entweder nur vorübergehend oder auch dauernd bestehen.
Mimulus kann reale, momentane Ängste abbauen und die Fähigkeit fördern, Gefahren richtig und vernünftig einzuschätzen, so dass man allgemein mutiger wird. Es kann aber nicht die psychologische Grundstruktur verändern und aus einem feinfühligen, verletzlichen Menschen einen kühnen Draufgänger machen, der sich vor nichts fürchtet. Ein sensibler Mensch bleibt sensibel und wird daher immer schneller in einen Angstzustand geraten als jemand mit einer robusten Konstitution.
Meist muss Mimulus mit anderen Mitteln kombiniert werden, die noch exakter auf die jeweilige Situation zutreffen: bei panischer Angst oder Furcht Rock Rose, bei unerklärlicher oder grundloser Angst Aspen und bei starken Angstzuständen zusätzlich Cherry Plum.
Mimulus sollte als Zusatztherapie immer dann gegeben werden, wenn eine Krankheit durch Angst verursacht wurde oder von deutlicher Angst begleitet wird. Dazu gehören vor allem Sehstörungen, Atemstörungen und Erkrankungen der Nieren. (Hier gibt es einen Teufelskreis: Angst macht die Nieren krank und kranke Nieren machen ängstlich.) Ohne Behandlung der psychischen Verfassung kann sich der körperliche Befund nicht nachhaltig bessern.
Wenn man bei emotionalen Problemen nicht genau weiß, welches Mittel man nehmen soll, macht man nie einen Fehler wenn man Mimulus - auf Verdacht - in die Blütenkombination aufnimmt. Denn bei den meisten inneren Konflikten besteht auch irgendeine Angst.
>>> Fortsetzung Mimulus Teil II
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