Stechpalme - Ilex aquifolium
PRAKTISCHE EINSATZMÖGLICHKEITEN UND WIRKUNG VON HOLLY
Bei welchen Problemen kann Holly eingesetzt werden?
- Unfreundlichkeit, Lieblosigkeit, negative oder destruktive Einstellung.
- Ärger, Gereiztheit, Reizbarkeit, Wut, Aggressionen, Hass, Rachsucht.
- Neid, Misstrauen, Eifersucht.
- Alle krankhaften Störungen, die mit auffallender Reizbarkeit oder Aggressionen einhergehen.
- Körperlich: evtl. bei starken allergischen Reaktionen; bei hohem, plötzlichem Fieber; bei hitzigen Krankheiten.
- Ferner bei: Schmerzen, die gereizt machen.
- Zähneknirschen, Ischias, Leber-Galle-Störungen; Herzbeschwerden, Herzinfarkt, Bluthochdruck, Schlaganfall.
Wie verhält man sich, wenn man Holly braucht?
(Die folgenden Aussagen müssen nicht alle zutreffen. Für die Behandlung von Kindern tauschen Sie "man" gegen "das Kind" bzw. "es" aus.)
Zum Beispiel:
- Man ist unfreundlich und lieblos.
- Man ärgert sich .
- Man ist gereizt, wütend, aggressiv, eifersüchtig, misstrauisch oder neidisch.
- Man neigt allgemein zu unfreundlichem, gereiztem oder aggressivem Verhalten.
- Man leidet unter einer Krankheit, die eine hitzige oder aggressive Note hat (s. u.).
- Man ist durch Ärger oder Wut krank geworden.
Wie reagiert man auf eine Krankheit?
- Man ärgert sich sehr über seine Krankheit oder man hasst sie.
Welche Wirkung ist zu erwarten?
Zum Beispiel:
- Man wird wieder freundlicher oder besser gelaunt.
- Man wird allgemein entgegenkommender, liebenswürdiger oder liebevoller.
- Man reagiert gelassener, man ärgert sich nicht mehr so schnell und lässt sich nicht mehr so leicht reizen oder man kann sich schneller beruhigen, wenn man sich geärgert hat.
- Beschwerden im Leber-Galle-Bereich nehmen ab.
DIE PSYCHOLOGIE DER HOLLY-STÖRUNG
Jedes Bach-Mittel kann entweder kurzfristig zur Überwindung akuter psychischer Störungen oder langfristig zur Persönlichkeitsentwicklung, Charakterverbesserung und Lebenssanierung eingesetzt werden. Dabei werden psychische Anlagen, die sich negativ bzw. neurotisch entwickelt haben, oder Reaktionsweisen, die eine krankhafte Form angenommen haben, wieder ganz oder teilweise in ihren ursprünglich positiven und harmonischen Zustand zurückgeführt.
Die Holly-Anlage erzeugt eine sehr vitale, kämpferische Reaktions- und Verteidigungsbereitschaft.
Menschen, bei denen sie sich harmonisch entwickelt, sind in der Lage, auf Behinderungen ihrer Selbstverwirklichung vital und, wenn nötig, auch kämpferisch zu reagieren. Da sie sich immer sofort wehren, wenn es nötig ist, und es nicht zulassen, dass sich negative Emotionen in ihnen anstauen, sind sie offen, gerade und ohne Falschheit. Hass (der das Ergebnis unterdrückter Aggression ist) kommt bei ihnen nicht vor, weil sie auf jeden Angriff spontan, direkt und im richtigen Maß reagieren.
Sie verteidigen stets mit "unschuldiger" Natürlichkeit ihre persönlichen Rechte und man weiß, woran man bei ihnen ist. Da man ihnen nicht "schräg kommen" darf, kann beim Umgang mit ihnen keine Hinterhältigkeit und Falschheit entstehen. So entsprechen sie dem Typ des aufrechten Kämpfers, der offen und furchtlos gegen jedes Unrecht vorgeht, ohne sich selbst dabei zu schonen.
Unter ungünstigen Umständen, das heißt: wenn er überfordert oder in seiner Selbstverwirklichung unterdrückt wird, entwickelt ein Mensch mit Holly-Anlage die Gewohnheit, sich immer sogleich zu ärgern und negativ zu reagieren, wenn man ihm zu nahe tritt oder wenn die Dinge anders laufen, als er es will. Dann wird er entweder unfreundlich, gereizt und wütend oder aber neidisch, eifersüchtig und misstrauisch.
Manchmal ist diese Reaktionsweise ein Dauerzustand, zum Beispiel beim "galligen" Typ, den man nur selten freundlich und entspannt erlebt. Meist tritt sie allerdings nur bei bestimmten Gelegenheiten in den Vordergrund, so dass man sich dann erstaunt fragt, welche Laus diesem Menschen über die Leber gelaufen oder welcher Teufel in ihn gefahren sein könnte.
Dabei ist es oft noch geradezu erfrischend, einen spontanen Wutausbruch zu erleben, weil er meist wie ein Gewitter die Spannung löst. Viel unangenehmer sind dagegen jene Holly-Reaktionen, die nicht offen, sondern verfälscht und indirekt erfolgen. Zum Beispiel halten sich Kinder, die sich immer beherrschen und ihre Wut unterdrücken müssen, oft an wehrlosen Tieren schadlos oder schlagen unschuldigen Blumen die Köpfe ab. Auch bei Erwachsenen gibt es oft solche Ausweichreaktionen in Form von Gemeinheit, unfairem Verhalten, Intriganz, Hinterhältigkeit, Rachsucht, Neid, Missgunst usw.
Wenn man genau hinsieht, entdeckt man überall den "Holly-Teufel". Er wirkt umso destruktiver, je mehr er sich tarnt, das heißt: je weniger wir uns eingestehen wollen, dass wir ihm wieder einmal zum Opfer gefallen sind, und je mehr wir ihn zu unterdrücken versuchen, statt seine Ursache aus der Welt zu schaffen.
Zusätzliche psychologisch-therapeutische Anmerkungen
Man hört oft die Meinung, Holly sei das große Liebesmittel, da es in der Lage ist, negative Emotionen abzubauen. Dabei wird aber übersehen, dass Liebe nicht nur in der Abwesenheit negativer Gefühle besteht, sondern viel mehr ist, nämlich ein intensives, angenehmes Gefühl, das dadurch entsteht, dass in einer Beziehung positive Energie fließt. Dabei ist es gleichgültig, zu wem oder was die Beziehung besteht.
Eine solche Definition mag etwas theoretisch klingen, erfasst aber alle Formen der Liebe, sei sie nun selbstlos oder selbstsüchtig, schwach oder stark, menschlich oder dinglich. Immer, wenn zwischen uns und einem Menschen, einem Tier, einer Pflanze, einem Ding oder sogar einer Idee positive emotionale Energie fließt und uns dies bewusst wird, entsteht in uns jenes gute Gefühl, das wir Liebe nennen.
Selbst in der Beziehung zu einem Gegenstand wie unserem geliebten Auto findet dieser positive Energiefluss statt, denn wir projizieren ja positive Gefühle darauf und erhalten von ihm, indem es uns erfreulich erscheint, etwas Positives zurück.
Der Energiefluss muss nicht gleichmäßig in beiden Richtungen stattfinden. Vielmehr kann es vorkommen, dass wir, selbstlos liebend, sehr viel mehr Gefühlsenergie zu unserem Liebesobjekt fließen lassen, als wir von ihm bekommen, oder dass wir, eher egozentrisch veranlagt, bedeutend mehr Liebesenergie entgegennehmen, als wir geben können.
Das Verhältnis zwischen dem Anteil an gegebener und empfangener Liebesenergie entspricht immer exakt dem Charakter der jeweiligen Beziehungspartner. Meist sucht sich der egozentrische Mensch einen altruistischen und der altruistische einen egozentrischen Beziehungspartner.
Um nun zur Holly-Problematik zurückzukommen: Es lässt sich feststellen, dass die Tatsache, dass wir jemanden nicht hassen oder einen Gegenstand nicht ablehnen, noch lange nicht bedeutet, dass wir ihn lieben. Wir können ihm ja auch neutral gegenüberstehen, indem wir keine Beziehung zu ihm aufnehmen und keine emotionale Energie mit ihm austauschen.
Zwar kann man hier einwenden, dass überall, wo Leben existiert, auch Liebe bestehen muss, denn Leben ist Ausdruck der "göttlichen Liebe" oder der kosmischen Energie (was immer diese auch bedeutet), und überall, wo Beziehung besteht, fließt Energie.
Wenn wir diese Erkenntnis aber auf uns als körperliche Wesen anzuwenden versuchen, stellen wir fest, dass uns die Liebe in dieser überpersönlichen, universellen Form normalerweise nicht genügt, sondern dass wir sie auch ganz real mit unseren körperlichen Gefühlsorganen spüren wollen bzw. müssen.
Dies ist aber unmöglich, solange unsere Beziehungen von negativen Emotionen wie Abneigung, Wut, Eifersucht, Hass beherrscht werden, oder anders gesagt: solange in den "Beziehungskanälen" negative Energie fließt. Sie muss also zunächst abgebaut werden, bevor wir wieder freundlich und liebevoll sein bzw. Liebe und Freundschaft fühlen können.
Dafür können wir Holly einsetzen, das die tausendfach bewiesene Kraft besitzt, negative Emotionen abzubauen.
Dabei gilt es aber eine Bedingung zu beachten: Da unser geistig-seelisches Leben gleichzeitig auf zwei Ebenen stattfindet, nämlich der un- bzw. unterbewussten und der bewussten, müssen wir die Sanierung auch auf beiden Ebenen vornehmen, wenn sie wirklich durchgreifend sein soll.
Holly entfaltet, wie alle Medikamente, seine Wirkung primär auf der unbewussten, organischen und emotionalen Ebene. Zugleich schafft es - sozusagen aus dem Untergrund - die Voraussetzungen für eine Sanierung unserer bewussten Lebenshaltung. Diese würde darin bestehen, dass wir die Einstellungen, Meinungen, Vorurteile und Glaubenssätze, die uns in den Holly-Zustand getrieben haben, unbestechlich in Frage stellen und so korrigieren, dass wir wieder freundlich und positiv sein können.
Unsere negativen Haltungen sind übrigens meist nur Ausdruck einprogrammierter Wertvorstellungen und entsprechen nicht unserer wirklichen Meinung. Man könnte auch sagen, dass hier der programmierte Verstand die Stimme des Herzens unterdrückt. Das führt oft dazu, dass wir anderen Menschen, die nicht unseren Vorurteilen oder intoleranten Denkprogrammen entsprechen, sogleich unfreundlich begegnen. Wenn wir stattdessen den Versuch machen würden, auf sie einzugehen und sie zu verstehen, und wenn wir außerdem ehrliche Selbstkritik üben würden, könnten sich wieder mehr Freude und Liebe in uns entwickeln.
Noch eines müssen wir bedenken, wenn wir über positive und negative Emotionen sprechen: Alles, was es in unserer Welt gibt, hat seine Existenzberechtigung. Es wäre unrealistisch und töricht, wenn wir versuchen würden, Aggression und Feindschaft, Hass und Eifersucht usw. generell für falsch zu erklären. Denn sie sind nur die von uns als negativ empfundene "Kehrseite der Medaille" desselben psychologischen Prinzips, das, wenn es sich positiv äußert, Entgegenkommen und Freundschaft, Liebe und Großzügigkeit bedeutet (usw.).
Solche "Kehrseitenqualitäten" treten immer dann auf, wenn das, was durch dieses Prinzip realisiert werden soll, nicht auf dem guten Weg erreicht werden kann. Dann heißt es entsprechend einem allgemein gültigen Naturgesetz: "Geht es nicht im Guten, dann muss es im Bösen gehen!".
Daher schlägt meist Freundschaft in Feindschaft oder Liebe in Hass um, wenn wir nicht das bekommen, was wir wollen, oder wenn man uns nimmt, was wir dringend brauchen. Es nützt uns nichts, dieses Naturprinzip und seine Auswüchse zu verteufeln und zu bekämpfen. Vielmehr müssen wir zu verstehen lernen, warum sich die Medaille umgekehrt hat und warum in unserem Gemüt die negativen Emotionen die positiven verdrängt haben.
Holly kann diesen Erkenntnisprozess fördern, indem es uns nicht nur unsere lieblosen und feindlichen Reaktionen erkennen lässt, sondern uns auch bewusst macht, wie sehr wir selbst darunter zu leiden haben. So besteht die Möglichkeit, innerlich und äußerlich wieder freundlich und erfreulich zu werden.
Bei manchen Menschen tritt dann sogleich wieder ihr ausgesprochen liebenswürdiges Naturell in den Vordergrund, andere dagegen werden still und zufrieden oder wohlwollend reserviert.
HOLLY UND DIE ANDEREN BACH-MITTEL
Häufige Kombinationen
Wenn zwei Mittel kombiniert werden, entsteht ein neues Mittel, dessen Wirkung entweder in einer gegenseitigen Verstärkung beider Komponenten besteht oder darauf beruht, dass eine Kausalkette, in der ein Problem das andere hervorruft, mit den entsprechenden Mitteln aufgelöst wird.
+ Beech: wenn man in überschießender oder aggressiver Weise auf Menschen, Substanzen oder Situationen reagiert, gegen die man allergisch ist.
+ Cherry Plum: wenn man extrem wütend oder aggressiv ist.
+ Chicory: wenn enttäuschte Liebe in Hass umgeschlagen ist
+ Impatiens: wenn man gereizt oder aggressiv ist, weil einem alles zu langsam geht.
+ Mimulus: wenn man unfreundlich oder gereizt ist, weil man sich vor etwas fürchtet.
+ Oak: wenn man eine negative Haltung einfach nicht mehr aufgeben kann. Oder wenn man unfreundlich und stur ist.
+ Star of Bethlehem: wenn man auf eine seelische Erschütterung übertrieben aggressiv reagiert.
+ Vine: wenn man auf Widerspruch gereizt oder wütend reagiert.
+ Water Violet: wenn man auf Fragen, Kontakte oder Hilfsangebote unfreundlich oder gereizt reagiert. Oder wenn man sich wütend zurückzieht.
+ White Chestnut: wenn man so gereizt oder wütend ist, dass man keinen vernünftigen Gedanken mehr fassen kann.
+ Willow: wenn man verbittert und wütend ist.
Mittel mit ähnlicher Symptomatik
Cherry Plum: Ähnlich ist der unnormale Gefühlszustand. Bei Cherry Plum kann er alle möglichen Qualitäten haben (etwa Wut, Angst oder Begeisterung), weshalb man es immer mit dem entsprechenden Mittel kombinieren sollte, während er bei Holly negativ im Sinne von Unfreundlichkeit oder Aggressivität ist.
Willow: Ähnlich ist die negative, verärgerte Haltung. Bei Holly ist diese allgemeiner als bei Willow, wo sie einen vorwurfsvollen Charakter hat und meist die Reaktion auf eine Enttäuschung ist.
|